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Nordkreis Cölbe will in die Dorfentwicklung
Landkreis Nordkreis Cölbe will in die Dorfentwicklung
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17:59 26.10.2021
Cölbe will von der Dorfentwicklung des Landes profitieren und arbeitet an einem Entwicklungskonzept.
Cölbe will von der Dorfentwicklung des Landes profitieren und arbeitet an einem Entwicklungskonzept. Quelle: Thorsten Richter
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Cölbe

Der aktuell diskutierte Haushalt von Cölbe sieht nicht ganz so rosig aus wie vor der Pandemie, da passt das Vorhaben aus dem Rathaus, das gesamte Gemeindegebiet für die nächsten Jahre in die Dorfentwicklung zu bringen und langfristig Planungssicherheit herzustellen.

Über die Dorfentwicklung des Landes Hessen zur Aufwertung ländlicher Dörfer und Kommunen kann die Gemeinde ein integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) aufstellen und damit eine ganze Reihe an Vorhaben, Projekten und Maßnahmen zusammenfassen. Diese könnten dann über die kommenden etwa acht Jahre mithilfe von Fördermitteln durch das Landesprogramm umgesetzt werden.

Dem voran geht allerdings viel Vorarbeit, für die nun von der Gemeindevertretung der Startschuss erteilt wurde. Die Planung steht noch ganz am Anfang, dennoch rechnet die Gemeinde damit, von dem Programm sehr zu profitieren, dieses sei für die nächsten Jahre „ein Kompass und ein sehr brauchbares Werkzeug“, betonte der Erste Gemeindebeigeordnete Jörg Block, der die Idee vorstellte.

Sechsmonatiges Aufnahmeverfahren

Die erste von verschiedenen Phasen der Dorfentwicklung kann nun mit dem etwa sechsmonatigen Aufnahmeverfahren beginnen, in das die Bürgerinnen und Bürger mit eingebunden werden können. Die Gemeinde muss sich um Aufnahme für die Dorfentwicklung bewerben. Praktisch die Bewerbungsmappe stellt dabei ein Sach-, Finanz- und Zeitplan dar, quasi eine Selbstanalyse mit allen Stärken und Schwächen.

Wird Cölbe in die Dorfentwicklung aufgenommen, würde als zweiter Schritt die eineinhalb Jahre dauernde Konzeptphase beginnen, in der das IKEK und die förderfähigen Projekte aufgestellt werden. Das rund um die Kernbereiche des Programms: Städtebauliche Entwicklung, Wohnen, Soziale und technische Infrastruktur, Nahversorgung, Verkehr, Mobilität, Wirtschaft, Tourismus, Freizeit, Kultur, bürgerschaftliches Engagement. Danach würde für sechs Jahre die Umsetzungsphase laufen. Das Programm biete die Möglichkeit, „der Gemeindeentwicklung für einen Zeitraum von insgesamt etwa sieben Jahren einen Rahmen zu geben“, heißt es im Antrag von Bürgermeister Dr. Jens Ried. In diesem Zeitraum könnten die kommunalen Gremien und die Bürgerschaft gemeinsam an einem Strang ziehen und wesentliche Ziele sowohl für die ganze Kommune wie die Ortsteile definieren und zu einem „realistischen Maßnahmenpaket“ schnüren. Am Ende stünden die zusammen erarbeiteten Ziele und Handlungsfelder der gesamtkommunalen Entwicklung im Sinne eines Leitbildes.

Schon im Vorfeld hatten sich alle drei Ausschüsse für den Beschlussvorschlag des Bürgermeisters ausgesprochen, auch im Parlament stieß der Plan auf viel Zustimmung. Gerade mit Blick auf die schwächelnden Finanzen sei der mehr als sinnvoll: Einerseits um zu schauen, wie die Gemeinde auf stabile Füße gestellt und entwickelt wird und Fördergelder nach Cölbe zu holen, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzender Dr. Jürgen Bunde. Andererseits auch, um gemeinsam ein Leitbild zu erstellen, Vorhaben anzugehen und zu bündeln. Auf diese Weise könne man gemeinsam mit den Bürgern neue Projekte aufbauen, „wir können neu diskutieren und neu denken“.

Neue Stromquellen für E-Fahrzeuge

Dem schlossen sich auch die anderen Fraktionen an, der Beschlussvorschlag wurde bei einer Enthaltung einstimmig angenommen. Darüber hinaus standen im Parlament verschiedene Themen rund um den Klimaschutz auf der Agenda. So befasste sich ein Antrag der Koalition aus SPD und Grünen mit der Elektromobilität, die in der Gemeinde stärker gefördert werden solle: Und zwar, indem verstärkt Strom-Ladepunkte im öffentlichen Raum geschaffen werden, von denen es in der Gemeinde noch zu wenige gibt, „wir müssen unseren Beitrag leisten“, betonte Heinrich Palz (Grüne). Seit September laufe dazu ein Landesförderprogramm mit Aussicht auf hohe Zuschüsse, über das weitere Ladepunkte geschaffen werden könnten.

Die Idee kam an, das Parlament sprach sich am Ende einer kurzen Debatte dafür aus, weitere Ladepunkte an öffentlichen Plätzen zu schaffen. Der Gemeindevorstand solle sich dafür mit dem Energieversorger, außerdem mit weiteren Trägern austauschen und sich für die Installation weiterer E-Tanksäulen einsetzen. Außerdem dafür, dass die Ladestationen in Gänze über Ökostrom versorgt werden. Dem Antrag stimmten alle Parlamentarier zu.

Tempo 30 für Ortsdurchfahrten

Außerdem stimmte das Parlament mehrheitlich für einen Antrag der SPD-Fraktion zur Geschwindigkeitsreduzierung auf den Ortsdurchfahrten von Cölbe und Bernsdorf: Die Gemeinde soll sich bei der zuständigen Landesbehörde Hessen Mobil dafür einsetzen, dass auf der viel befahrenen Frankfurter Straße (Bernsdorf) und der Kasseler Straße (Cölbe) in der Nacht Tempo 30 herrscht. Das diene nicht nur der Verkehrssicherheit, sondern auch dem Schutz der Anwohner vor ständigem Verkehrslärm.

Von Ina Tannert

26.10.2021
25.10.2021