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Nordkreis Cölbe stockt die Kitas auf
Landkreis Nordkreis Cölbe stockt die Kitas auf
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16:00 29.09.2020
Cölbe braucht mehr Krippen- und Kita-Plätze – die Ausbaupläne stellten Pfarrer Dr. Alexander Warnemann (links) und Bürgermeister Dr. Jens Ried vor. Quelle: Ina Tannert
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Cölbe

In Cölbe werden die Plätze in Kitas und Krippen wohl bald knapp – um dem noch erwartbaren Zuwachs gerecht werden zu können, plant die Gemeinde, in drei der vier Kitas ordentlich aufzustocken. Alle sind sozusagen gut besucht, „wir sind ausgelastet, rechnen aber damit, dass der Bedarf weiter steigt und müssen handeln“, berichtet Bürgermeister Dr. Jens Ried, der die Pläne für die kommenden Jahre vorstellt. Potenzial für neue Plätze sieht er an gleich drei Standorten.

Allen voran Schönstadt, wo perspektivisch ein komplett neuer Kindergarten entstehen soll, mit dem Ziel, vor allem die U 3-Plätze der Gemeinde auszubauen. Das jetzige Haus ist rund 30 Jahre alt und hat noch keinen Krippenbereich, wäre dafür baulich auch nicht geeignet, „die dafür nötigen Anforderungen würden nicht erfüllt, wir brauchen aber mehr U 3-Betreuung“, sagt Ried.

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Daher steht ein Neubau an und zwar möglicherweise auf einer freien Fläche unterhalb des Bürgerhauses und des künftigen Dorfladens. Auf dem Privatgelände sollen mehrere Wohnhäuser entstehen, auf einem Grundstück dann irgendwann die neue Kita. Von aktuell 60 Plätzen solle so Raum für bis zu 75 Kita-Kinder und einmal 24 U 3-Plätze entstehen. Die derzeit noch in den Kita-Betrieb integrierte Grundschulbetreuung falle künftig aber weg. Wann mit einem Baustart gerechnet werden kann, steht allerdings noch nicht fest, alleine die Planungen nehmen noch mindestens ein Jahr in Anspruch.

Durch Corona wird Kita-Belüftung zum Thema

Weiter zur nächsten Kita, diesmal das „Lummerland“ in Bürgeln, das derzeit maximal 60 Plätze vorhält und energetisch saniert werden soll. Das Gebäude stammt aus den 70er-Jahren und hat an verschiedenen Ecken eine Renovierung nötig, angefangen beim Austausch der alten Fenster. „Wir hoffen, damit noch in diesem Jahr beginnen zu können“, sagt Ried. Dazu fließen rund 100.000 Euro in die Sanierung, „und im nächsten Jahr sicherlich noch einmal so viel“. Dazu erhielt die Gemeinde kürzlich Zuschüsse aus der Hessenkasse, kann somit eine halbe Million Euro in Dorfgemeinschaftshäuser und Kitas investieren.

Im nächsten Jahr stehe für das Gebäude eine neue Belüftung an – das entweder durch eine Belüftungs- oder durch eine Klimaanlage mit Luftaustausch. Die Entscheidung falle schwer, gerade in Pandemiezeiten. Denn: Corona hat dem Thema Innenklima im Sinne des Gesundheitsschutzes einen ganz neuen Stellenwert gegeben. „Alles dreht sich um das Dreier-Problem Kühlung, Lüftung und Wärme“, erklärt Ried. Sobald das gelöst ist, soll die Kita weiter wachsen. Das irgendwann in Richtung Feuerwehr-Bereich nebenan. Natürlich erst, sobald die Feuerwehr umgezogen ist – die soll, ebenso wie Reddehausen, ein neues Feuerwehrhaus bekommen. Damit rechnet der Bürgermeister in etwa drei Jahren.

Bei der Cölber „Löwenzahn“ – mit 130 Plätzen die größte Einrichtung der Gemeinde – bleibe es bei dem aktuellen Betreuungszahlen. Die evangelische Kita „Vogelnest“, ebenfalls im Kernort, soll wiederum von aktuell 40 auf 50 Plätze aufgestockt werden. Räumlichkeiten und Personallage reiche dazu „auf den Punkt genau“ aus, um ohne Baumaßnahmen oder neue Erzieher zehn weitere Kinder aufnehmen zu können. Die Trägerschaft liegt mittlerweile beim Zweckverband evangelischer Kindertagesstätten des Kirchenkreises Kirchhain.

Grund für den Wechsel waren immer weiter steigende Vorgaben, „die Anforderungen wachsen aber immer weiter, der Aufwand wird immer größer“, erklärt Pfarrer Dr. Alexander Warnemann. Das übernahmen zuvor Pfarrer und Kirchenvorstände, um diese zu entlasten. Es schloss sich auch die Cölber Kita dem 2017 gegründeten Zweckverband an, der als Träger für alle angeschlossenen Kitas eine Infrastruktur nutzt, damit Kosten, Zeit und Personal spart.

Von Ina Tannert