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Nordkreis Cölbe hält am Klimaplan fest
Landkreis Nordkreis Cölbe hält am Klimaplan fest
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17:00 08.10.2020
Eine Solaranlage auf einem Dach. Cölbe möchte sich spätestens 2040 zu 100 Prozent über erneuerbare Energien versorgen. Quelle: Oliver Berg/dpa
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Cölbe

Cölbe will sich bis spätestens 2040 zu 100 Prozent über erneuerbare Energien versorgen, auch außerhalb der Gemeindegrenzen gibt es seit Jahren gemeinsame Vorhaben im Sinne der Energiewende über das Klimaschutzkonzept „KlimaX“ mit den anderen Nordkreis-Kommunen. Das vom Bund geförderte Konzept könnte nun fortgeschrieben werden. Zumindest wird der Gemeindevorstand Möglichkeiten für eine Fortschreibung beziehungsweise Aktualisierung des Maßnahmenkatalogs ausloten und darüber berichten. Das entschied die Gemeindevertretung während der letzten Sitzung und nahm dazu einen entsprechenden Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen an.

Die zog zuvor für die noch 2015 als Energie-Kommune ausgezeichnete Gemeinde eine eher traurige Bilanz, was die Klimaschutz-Entwicklung angeht: Zwar wurde mit dem „KlimaX“ 2011 das gemeinsame Vorhaben erfreulicherweise schwarz auf weiß festgehalten, nur sei seitdem zu wenig passiert, der lokale Umweltschutz heute weitestgehend eingeschlafen, „wir haben es versemmelt“, befand Ute Hoppe in einem mahnenden Redebeitrag. Als Beispiel für verpasste Chancen nannte sie den geplanten Solarpark bei Reddehausen, der durch einen privaten Investor entstehen soll, wovon die Gemeinde selber nichts habe. Um Ähnliches künftig zu vermeiden, müsse das ambitionierte Vorhaben Cölber Energiewende wieder mehr Raum einnehmen, „wir müssen uns auf den Weg machen“. Dazu brauche es einen konkreteren Stufenplan, der Schritt für Schritt aufzeigt, welche Klimaschutz-Maßnahmen als nächstes anstehen sollen. Quasi als selbst auferlegtes Druckmittel für die Gemeinde, um am Ball zu bleiben.

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Bürgermeister Dr. Jens Ried widersprach dem Vorwurf einer Trägheit bei den Klimaschutz-Zielen: Die Gemeinde habe zuletzt einiges bewirken können – etwa alle öffentlichen Gebäuden mit Photovoltaik bestückt und damit das Solarpotential für die Gemeindehäuser fast voll ausgereizt. Er wies zudem darauf hin, dass der Klimaplan weiterhin einiges kosten würde. Der Beschlussvorschlag wurde am Ende aber bei 20 Jastimmen und fünf Enthaltungen angenommen.

Von Ina Tannert