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Nordkreis Cölber Aktivpark verbindet Generationen
Landkreis Nordkreis Cölber Aktivpark verbindet Generationen
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16:00 26.04.2022
Jannis Gerling vom Verein JEF (Junge Entwicklung fördern) durchschneidet symbolisch das Band des neuen Aktiv-Parks – mit dabei auch Dutzende Helfer der vergangenen Tage und Geldgeber des Projekts.
Jannis Gerling vom Verein JEF (Junge Entwicklung fördern) durchschneidet symbolisch das Band des neuen Aktiv-Parks – mit dabei auch Dutzende Helfer der vergangenen Tage und Geldgeber des Projekts. Quelle: Andreas Schmidt
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Cölbe

Ela Delibalta steht mit einem Bein auf einem Holzpflock. Hochkonzentriert schaut die Fünfjährige auf den nächsten, leicht höheren Pflock. Es ist nur ein kleiner Schritt. Aber so richtig traut sich Ela nicht. Zum Glück kann sie sich an der Hand von Mama Tatjana festhalten. „Du schaffst das“, spricht die ihrer Tochter Mut zu. Ela macht den Schritt nach vorne auf den nächsten Pflock, dann noch einen auf den übernächsten – und plötzlich ist sie oben angekommen, dreht um und balanciert wieder nach unten. Kurze Zeit später traut sie sich auch ohne Unterstützung ihrer Mama. „Wir haben hier in den vergangenen Tagen auch mitgearbeitet“, sagt Tatjana Delibalta. So, wie Dutzende weitere Cölber, die in den Tagen nach Ostern geackert haben, um die erste Stufe des Aktivparks zu realisieren. „Das dürfte eine Rekordverdächtige Bauzeit gewesen sein“, freut sich denn auch Aga Sauerwald, stellvertretende Ortsvorsteherin, während der kurzen Einweihungsrede am Samstagnachmittag. „Es ist erstaunlich, was man in so kurzer Zeit alles auf die Beine stellen kann. Mehr als ein Jahr Planung und Vorbereitung stecken bisher in dem neuen Angebot am Cölber Sportgelände, das die Generationen vereinen soll.

Cölbes Bürgermeister Dr. Jens Ried dankte allen, voran den Cölberinnen und Cölbern, die in den vergangenen Tagen auf dem Gelände gearbeitet hätten. „Ohne Sie wäre es nicht möglich gewesen, den Aktivpark so schnell und in so großer Vielfalt zu errichten“, so der Bürgermeister.

Auch, wenn man es nicht sehe: In dieser ersten Stufe steckten in dem neuen Angebot bereits 100.000 Euro. Davon kamen 43.500 Euro Förderung von der Region Burgwald-Ederbergland, weitere 15.000 Euro vom TV Cölbe – „ohne diese Beteiligung hätte sich das Projekt vermutlich verzögert“, betonte Ried. Und eine Verzögerung hätte es wohl auch geben können, „wenn die Gemeindevertretung nicht einhellig hinter dem Vorhaben gestanden hätte und in letzter Minute noch einmal 7000 Euro zur Abfederung von Kostensteigerungen bewilligt hätte“.

Seinen Dank richtete Ried auch an den Ortsbeirat mit seinen konstruktiven Beiträgen ebenso, wie an den Jugendhilfeverein JEF „für die Begleitung, die vielen Ideen und die schnellen Lösungen“ sowie an die Firma Alea, für die Umsetzung.

Weitere Bauarbeiten sind bereits geplant

In den kommenden Monaten und Jahren werde noch mehr geschehen auf dem Gelände: Bäume und Hecken sollen gepflanzt, Sitzgruppen aufgestellt und eine Beleuchtung installiert werden. Und auch eine Weiterentwicklung sei möglich – „wir werden uns daran orientieren, wie der Park angenommen und wie er genutzt wird“. Nun gelte es, den Aktivpark mit Leben zu füllen. „Er ist ein Projekt der Gemeinschaft, er ist durch gemeinsame Arbeit entstanden, er wird durch gemeinsame Arbeit erhalten“, so Ried – „und er wird Gemeinschaft schaffen und fördern“.

Für Regionalmanagerin Lena Bischoff-Stein steht fest, „dass das Projekt auf vielen Ebenen einen Mehrwert bringt. Man sieht ja jetzt schon, dass ein neuer Eingang nach Cölbe rein entstanden ist und wie viele Menschen hier zusammenkommen“. Genau das sei es, was das Leader-Programm bewirken könne: „Dass es Menschen zusammen und Leben in die Orte bringt“. Beeindruckt zeigte sich auch Stefanie Auer vom Landkreis, die selbst in Bürgeln lebt: „Ich war in den vergangenen Tagen völlig beeindruckt, was hier für ein Gewusel von morgens bis abends war“ – der Einsatz habe sich gelohnt.

Heinz Palz vom TV Cölbe erläuterte noch einmal die Idee hinter dem Projekt: „Wir brauchen einen Aktivpark, der Leute einlädt, sich sportlich zu betätigen, um sich zu treffen und um es sich gutgehen zu lassen. Zwischendurch kann man ein wenig Volleyball spielen, die Kinder turnen an Geräten, die sie zu Hause nicht haben, und die Älteren aktivieren sich an Fitness-Geräten.“ Es gebe nun ein Beach-Handball-Feld, verschiedene Geschicklichkeits- und Balance-Geräte, und mit dem Erdaushub wurde für Radfahrer ein mitunter anspruchsvoller Dirt-Park geschaffen. Der Anfang sei nun gemacht – „heute können wir alles schon ausprobieren“, sagte Palz, bevor Mit-Initiator und Ideengeber Jannis Gerling von JEF symbolisch unter großem Jubel das Band zum Aktivpark durchtrennte.

Von Andreas Schmidt

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