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Nordkreis Zwischen Zelt, Fantasy und Wohnmobil
Landkreis Nordkreis Zwischen Zelt, Fantasy und Wohnmobil
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07:58 25.06.2021
Dauercamper-Ehepaar Gisela und Siegfried Rudolph genießt das Sommerwetter in ihrer Parzelle auf dem Campingplatz Auenland.
Dauercamper-Ehepaar Gisela und Siegfried Rudolph genießt das Sommerwetter in ihrer Parzelle auf dem Campingplatz Auenland. Quelle: Tobias Hirsch
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Lahntal

Das Rauschen der Lahn unterbricht das muntere Treiben der Vögel. Auch ein Eisvogelpärchen lässt sich ab und an blicken. Nicole Ekkerink, Betreiberin eines Campingplatzes in Lahntal, sitzt an ihrem Lieblingsplatz am Lahnufer. Auch der Springbrunnen der 100 Quadratmeter großen „Oase“ des Dauercamper-Paares Rudolph, wie sie ihre Parzelle nennen, plätschert vor sich hin. Und mitten drin: das Auenland.

Wer jetzt an Herr der Ringe denken mag, der liegt nicht ganz falsch mit seiner Vermutung. Der ehemalige Campingplatz „Dammhammer“ hat 2005 einen neuen Namen verliehen bekommen: Campingplatz Auenland. Während Nicole Ekkerink einen anderen Namen suchte, stieß sie auf ein Klettergerüst, welches den Namen „Aragorn“ trug. Da fiel es ihr wie Schuppen von den Augen: Aragorn ist ein Charakter aus „Herr der Ringe“. Die schöne Landschaft, die Tolkien in seinen Büchern beschreibt, nennt sich Auenland. Auch Wege und Gastronomie des Platzes wurden der Fantasy-Reihe gewidmet.

Camping im Sommer 2021

Die Kombination zwischen idyllischem Ambiente und der Corona-Pandemie führte im vergangenen Jahr zu einem Ansturm. „Das Telefon stand nicht mehr still, wir mussten einen Anrufbeantworter einrichten, der die Interessenten bat, eine E-Mail zu schreiben“, berichtet Ekkerink. Dabei erreichten sie am Tag zwischen 60 und 80 Anfragen. Um dieser Flut an Buchungsanfragen nachkommen zu können, hätten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen teilweise nachts E-Mails beantworten müssen, erklärt Ekkerink.

Campingplatz Auenland, Brungershausen. Quelle: Tobias Hirsch

In dieser Sommersaison hingegen sind viele Länder mit ihren Impfkampagnen so weit vorangeschritten, dass Flüge und Reisen in andere Länder zunehmend wieder möglich sind. Das zieht viele Menschen wieder in die Reisebüros (OP berichtete).

Wunsch einer „tollen Saison“

Das bringt Ekkerink nicht aus der Ruhe: „Wir haben trotz allem ähnlich viele Buchungen wie letztes Jahr und ich hoffe, dass wir wieder so eine tolle Saison vor uns haben.“

Campingplatz Auenland, Brungershausen. Quelle: Tobias Hirsch

Dass der Camping-Platz so gut besucht ist, liege vor allem an der Natur. „Viele Gäste sagen, dass sie hier sehr gut schlafen“, sagt die Campingplatz-Betreiberin, „Ich denke, das spricht ja nur dafür, dass hier eine tolle Energie herrscht.“ Es sei sogar schon einmal vorgekommen, dass eine Frau weinend abgereist ist, weil sie es so schön fand, dass sie traurig war, abreisen zu müssen.

Was macht Camping beliebt?

Für Ekkerink ist es ganz klar die Naturverbundenheit und die Flexibilität. „Man ist den ganzen Tag an der frischen Luft, hat seine eigenen Dinge dabei und wohnt in seinen eigenen vier Zeltwänden, wenn man so will“, sagt sie.

Auch Ehepaar Wolfgang und Gabi Graurock aus der Nähe von Rostock haben sich während der Pandemie ein Wohnmobil gekauft. „Wir sind frisch verrentet und wollen noch so viel sehen, wie möglich“, sagt Gabi Graurock. Das Tolle am Camping ist für die zwei Neulinge die Mobilität: „Man kann jede Ecke bereisen, wir haben unsere Fahrräder mit und sind sehr flexibel“, sagt Wolfgang Graurock. Auf die Idee, sich ein eigenes Wohnmobil zu kaufen, kamen die beiden durch ihre Freunde. „Wir sind immer öfter mitgefahren und – kurz gesagt: sie haben uns angesteckt“, sagt die frühere Hausärztin lachend.

Unser zweites Zuhause

Die Gäste auf dem Campingplatz Auenland seien sehr unterschiedlich: „Wir haben eigentlich allerlei Menschen hier, das geht los bei Familien mit kleinen Kindern bis hin zu älteren Ehepaaren“, sagt Nicole Ekkerink.

Campingplatz Auenland, Nicole Ekkerink. Quelle: Tobias Hirsch

Sie vermisse lediglich Eltern mit Kindern im Teenager-Alter, aber das könne daran liegen, dass es „den Jugendlichen etwas zu langweilig sein wird, mit den Eltern in den Camping-Urlaub zu fahren“. Mit einer Fläche von circa 2,5 ha zählt der Lahntaler Campingplatz wohl zu den kleineren.

Ein „zweites Zuhause“

Das stört das Dauercamper-Ehepaar Marion und Siegfried Rudolph nicht. Sie sehen ihren Platz als „zweites Zuhause“. Schon seit elf Jahren campen die Rudolphs im Auenland. „Das Tolle hier ist, dass man sich einfach locker fallen lassen kann“, sagt Marion Rudolph.

Die Niederweimarer schätzten das Ambiente: „Wenn man sich hier umschaut, sieht man ringsherum nur Natur und Bäume“, sagt die Camping-Begeisterte. Außerdem habe sie alles da, ein eigenes Bett, eine eigene Küche und nette Nachbarn, mit denen man sich „gerade während der Pandemie auch mal über den Zaun hinweg unterhalten kann“.

Siegfried Rudolph. Quelle: Tobias Hirsch

Apropos alles da – das ist wörtlich gemeint. Das verrentete Pärchen hat sich über 11 Jahre lang ein Vorzelt gebaut, was eher einem Haus als einem Zelt entspricht. Neben der separaten Küche besteht das „Vorzelt“ aus Holz und ist eingerichtet wie ein kleines Wohnzimmer, mit allem was dazugehört: Sofa, Wohnwand, Fernseher.

In ihrem Garten befindet sich eine großzügige Sitzecke, ein großer Grill und sogar ein Strandkorb. „Das kommt einem jetzt recht viel vor, aber wir arbeiten immer Stück für Stück daran und das jetzt schon über elf Jahre“, sagt Siegfried Rudolph.

Von Larissa Pitzen

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