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Nordkreis „Burgwichtel“ beleben Grenzganghaus in Wollmar
Landkreis Nordkreis „Burgwichtel“ beleben Grenzganghaus in Wollmar
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15:58 08.09.2021
Kaum wiederzuerkennen: Das neu gestaltete Untergeschoss des Grenzganghauses in Wollmar ist nun bis auf Weiteres die Heimat einer dringend benötigten zusätzlichen Kinderkrippengruppe, die zur Kita Kesterburg Münchhausen gehört.
Kaum wiederzuerkennen: Das neu gestaltete Untergeschoss des Grenzganghauses in Wollmar ist nun bis auf Weiteres die Heimat einer dringend benötigten zusätzlichen Kinderkrippengruppe, die zur Kita Kesterburg Münchhausen gehört. Quelle: Götz Schaub
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Wollmar

In der ursprünglichen Schule in Wollmar sind wieder Kinder eingezogen. Nun, nicht im Grundschulalter, auch nicht wirklich im Kindergartenalter, sondern im Krippenalter. Die Alte Schule fungierte zuletzt nach erfolgter umfassender Sanierung als Grenzganghaus. Das wird das Gebäude auch bleiben. Die beiden maßgeblichen Vereine, die dort residieren, der Grenzgangverein und die Trachtengruppe, sowie der Ortsbeirat haben es möglich gemacht, dass im Untergeschoss relativ kurzfristig eine Kinderkrippe, die der Kita Kesterburg Münchhausen und somit dem Verein „Kinder sind unsere Zukunft“ angehört, einziehen durfte.

Die Zeit drängte in der Tat, und so ist Münchhausens Bürgermeister Peter Funk nicht nur den beiden Vereinen für ihr Entgegenkommen dankbar, sondern auch den Behörden, die alle notwendigen Schritte schnell bearbeiteten, einen guten Austausch mit dem Münchhäuser Bauamt pflegten und schließlich die Betriebserlaubnis zum 1. September erteilten.

Erste Eingewöhnungsstunden

„Den Vereinen vor Ort ist wirklich nur zu danken, schließlich mussten sie nicht nur innerhalb kurzer Zeit ihre Zustimmung geben, sie räumten auch das komplett eingerichtete Untergeschoss aus und zogen erst einmal eine Etage höher“, sagt Funk. In der vergangenen Woche fanden bereits die ersten Eingewöhnungsstunden der Kinder der „Burgwichtel“-Gruppe im Beisein eines Elternteils statt. Die Betreuungszeiten und Module der Übergangskrippe in Wollmar gelten analog den Betreuungszeiten der Kesterburg, informieren Simone Karcher, Kindertagesstättenleitung vom Verein „Kinder sind unsere Zukunft“, und Dorothea Messinger, Leiterin der Kesterburg.

Zunächst werden dort acht Kinder sein, bis Ende des Jahres werden es zehn sein, sodass dann lediglich noch zwei Plätze frei sind. Der Personalschlüssel ist für die ausgelagerte Gruppe etwas höher als in der Kindertagesstätte Kesterburg. Das liegt daran, dass auch bei einer einzelnen Gruppe die Randzeiten neben der Kernzeit stets mit zwei Personen besetzt werden müssen, erläutert Dorothea Messinger.

Verweildauer für zwei Jahre

Geplant ist vorerst eine Verweildauer von zwei Jahren. Um das Untergeschoss bedarfsgerecht auszustatten, investierte die Gemeinde rund 40.000 Euro und nahm dazu auch die Arbeitskraft des Bauhofs in Anspruch. Unter anderem wurden ein neuer Boden verlegt, Rollos zum Verdunkeln angeschafft und natürlich die Sanitäranlagen kindgerecht umgebaut, erläutert Johannes Feisel vom Münchhäuser Bauamt.

Auch musste ein zweiter Fluchtweg eingerichtet werden. Im Außenbereich wird ein Teil des vorhandenen Spielplatzes den „Burgwichtel“-Kindern zugeschlagen. Dieser Bereich erhält altersgerechte Spielstationen und ist vollständig umzäunt. Die angeschafften Möbel können später mitgenommen werden, wahrscheinlich wieder zur Kesterburg. Es ist an den Münchhäuser Gemeindevertretern, darüber zu entscheiden, wie es dort weitergehen soll.

Erteilung von Fördermitteln

Angedacht ist ein Umbau in der jetzigen Kindertagesstätte, die eine Krippeneinheit und eine Einheit für die Betreuung von Kindern ab dem zweiten Lebensjahr bis zum Ende der Grundschulzeit beinhaltet. Funk hofft, dass dies innerhalb von zwei Jahren zu machen ist, doch haben einige Beispiele aus dem Kreis gezeigt, dass es zuletzt mit der Erteilung von Fördermitteln in diesem Bereich etwas langsam vonstattenging.

Von Götz Schaub