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Nordkreis Nach 60 Jahren Planung ist ein Teil fertig
Landkreis Nordkreis Nach 60 Jahren Planung ist ein Teil fertig
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08:58 21.12.2019
Die neue Straße zwischen Wetter und Goßfelden ist nach etwas mehr als sechs Jahren Bauzeit bereit für den Verkehr. Quelle: Michael Agricola
Wetter

Es ist tatsächlich so weit: Na ja, wenigstens für ein Stück. Nach 60 Jahren Gedankenspielen und Planungen sowie einem Mega-Streit um die Trassenführung mit Bürgerentscheid, Lkw-Nachtfahrverboten und einem verweigerten Spatenstich durch den damaligen Ersten Kreisbeigeordneten ist ein Teil der ersehnten B-252-Ortsumgehung fertig.

Am Samstag, 21. Dezember, greifbar nahe, können die ersten fünf Kilometer der insgesamt 17.5 Kilometer langen Ortsumgehung befahren werden. Um 11 Uhr findet der offizielle Eröffnungsakt mitten auf der Strecke statt.

Wer dabei sein möchte, muss nur beachten, dass die Zufahrt ausschließlich über den Kreisel L 3091 / 
K 123 bei Wetter möglich ist. Nach dem offiziellen Teil können dann alle Teilnehmer das Teilstück bis zum B-62-Anschluss bei Goßfelden abfahren.

Rückblick: Der Bau der B 252/B62 (Ortsumgehung Münchhausen/Wetter/Lahntal) in Bildern.

„Die Straße wird dann nach kurzen Aufräumarbeiten im Laufe des ­Samstagnachmittags für alle frei sein“, sagt Sonja Lecher, Sprecherin von Hessen Mobil. Als Redner vor der Eröffnung werden Gerd Riegelhuth, Präsident von Hessen ­Mobil, Gerhard Rühmkorf vom Bundesministerium für Verkehr und Jens Deutschendorf, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, erwartet.

Tatsächlich gehen die ersten Planungen der Ortsumgehung auf die frühen 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück. Und vielleicht wäre man heute immer noch nicht so weit, wenn nicht ziviler Ungehorsam in den Orten an der Strecke um sich gegriffen hätte. Insbesondere in Todenhausen stellten die Landwirte 2009 zum „Herbstputz“ ihre Traktoren auf die ­Straße und sorgten so binnen weniger Minuten für erhebliche Störungen des Verkehrsflusses.

Daten und Fakten

Der erste Bauabschnitt hat eine Länge von 5,25 Kilometern, beinhaltet 14 Bauwerke (Brücken, Durchlässe), rund 875 Meter Irritationsschutzwände, rund 6.500 Meter Irritationsschutzzäune, 400 Meter Erdwälle, vier Regenrückhalte­becken 
sowie landespflegerische Projekte.

Beim Spatenstich zum Bau des Teilabschnitts im Sommer 2013 ging neben aller Freude aber auch noch die Angst um, dass das Teilstück zum Dauerprovisorium wird, weil der Anschluss an die B 62 hinter Göttingen noch gar nicht finanziert war.

Jetzt wissen wir immerhin, dass sie in vier Jahren fertig sein wird. Einziger Wermutstropfen: das bedeutet ein Jahr später als der Ausbau im Norden bei Münchhausen. Goß­felden wappnet sich schon, erwartet dann für ein Jahr einen Verkehrs-Ausnahmezustand.

von Götz Schaub

Hier die Karte als PDF zum Herunterladen.