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Nordkreis Brückengeländer wird im Herbst repariert
Landkreis Nordkreis Brückengeländer wird im Herbst repariert
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16:00 28.08.2019
Anfang Juli war bei Cölbe ein Lkw von einer Brücke in die Lahn gestürzt. Das seitdem gesperrte Brückengeländer kann frühestens im November repariert werden. Quelle: Ina Tannert
Cölbe

Mehrere Meter tief war der Sattelzug am Ortsausgang in Richtung Wehrda die Böschung hinuntergerutscht, nachdem er das Geländer der Brücke durchbrochen hatte (die OP berichtete). Polizei, Feuerwehr, die untere Wasserschutzbehörde und die DLRG waren mehrere Tage lang im Einsatz. Die polizeilichen Ermittlungen sind derweil abgeschlossen. Wie der Lkw-Fahrer der Polizei gegenüber erklärt hatte, war er mit einem Reifen gegen den Bordstein gestoßen, kam links von der Straße ab und verlor daraufhin die Kontrolle über den 40-Tonner. Der Fahrer erlitt nur leichte Verletzungen und wurde ins Uniklinikum gebracht. Laut Polizei sollen bei dem Unfall weder Alkohol noch andere Ursachen, etwa eine eventuelle Missachtung des Handyverbots am Steuer, eine Rolle gespielt haben.

Bis heute sind die Spuren des aufsehenerregenden Unfalls auf der Kasseler Straße jedoch sichtbar. Nach wie vor ersetzt ein Bauzaun das zum Großteil demolierte Brückengeländer. Das dürfte noch eine Weile so bleiben – vor November ist laut Hessen Mobil nicht mit einer Reparatur zu rechnen. Die Reste der kaputten Absperrung seien nicht zu retten, „etwa Dreiviertel der Gesamtlänge des Geländers sind zerstört oder verzogen – es muss komplett ausgetauscht werden“, teilte Pressesprecherin Sonja Lecher auf Nachfrage mit.

Maßanfertigung notwendig

Die Vorbereitungen laufen zwar, das Geländer müsse jedoch maßgefertigt werden und das koste Zeit. Für weiteren Zeitverzug sorge der Umstand, dass die Fachfirmen ausgebucht sind, den Auftrag derzeit nicht übernehmen. „Frühestens ab November“ könnten die Arbeiten am Geländer beginnen, sagt Lecher. Die Sicherheit werde bis dahin gewährleistet, der Bauzaun als Absperrung regelmäßig kontrolliert.

Die Kosten für die Reparatur werden auf rund 40.000 Euro geschätzt und die trage der Unfallverursacher beziehungsweise dessen Versicherung. Auf den Fahrer könnten dabei noch weitere Konsequenzen des Unfalls zukommen: Gegen den 61-jährigen Lkw-Fahrer aus dem Neckar-Odenwald-Kreis läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Gewässerverunreinigung. Denn durch den Unfall liefen durch ein Leck im Tank hunderte Liter Dieselkraftstoff aus dem Lkw in den Fluss. Wie Staatsanwalt Timo Ide bestätigt, werde daher wegen der Umweltschäden ermittelt. Ebenso, ob in diesem Fall eine Fahrlässigkeit vorliegen könnte.

Die Umweltverschmutzung soll sich laut Kreisverwaltung in Grenzen halten: Über mehrere Tage hinweg hatte der Kreis Ölsperren an verschiedenen Stellen in der Lahn aufgestellt, um den ausgelaufenen Dieselkraftstoff aufzufangen. Das sei laut Kreisverwaltung größtenteils geglückt, nur „ein kleiner Teil“ sei zuvor bereits abgelaufen.

von Ina Tannert