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Nordkreis Briefwahl so hoch im Kurs wie noch nie
Landkreis Nordkreis Briefwahl so hoch im Kurs wie noch nie
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19:58 12.03.2021
Auf Musterwahlzettel konnte man im Vorfeld schon mal in Ruhe schauen, wer alles zur Wahl steht.
Auf Musterwahlzettel konnte man im Vorfeld schon mal in Ruhe schauen, wer alles zur Wahl steht. Quelle: Tobias Hirsch
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Auf die Wahlleiterinnen und Wahlleiter kommt Arbeit zu. Nun, das sind sie gewohnt, wenn nach langen Vorbereitungen nun endlich die Wahl als solche ansteht. Doch dieses Mal ist noch mehr zu organisieren. Der hohe Anteil an Briefwählern sorgt dafür, dass in einigen Wahllokalen damit gerechnet werden muss, dass weniger als 50 Personen an die Urne schreiten werden.

Wenn ein solcher Fall eintritt, müssen die abgegebenen Wahlzettel versiegelt in ein anderes Wahllokal transportiert und mit den dortigen Zetteln vermischt werden, ehe eine Auszählung beginnen kann. Achim Batz, Hauptamtsleiter der Gemeinde Fronhausen, ist gefühlt schon ewig Wahlleiter der Gemeinde. „Da denkst du, du hast schon alles erlebt“, sagt er. Doch diese Wahl erfordert Mehrarbeit auf dem „logistischen Sektor“.

Münchhausen mit 781 Briefwählern

Natürlich lässt sich Batz nicht am Sonntagabend (14. März) überraschen, die möglichen Transport-Einsätze wurden schon frühzeitig mit den Betroffenen abgeklärt. Doch bleibt eine kleine Restanspannung, ob dann auch wirklich alles glattgeht. Wahlzettel im größeren Ausmaß durch die Gegend zu fahren, ist normalerweise nicht nach Schließung der Wahllokale angesagt. 1129 Personen haben sich in Fronhausen zur Briefwahl entschieden, das ist ein Drittel der Wahlberechtigten. Zum Vergleich: 2016 haben in Fronhausen 1850 Menschen gewählt.

In Münchhausen haben Stand Freitagmittag (12. März) 781 Personen Briefwahl beantragt beziehungsweise schon wieder abgegeben. Das sind auch fast 30 Prozent der Gesamtwähler. Legt man eine Wahlbeteiligung von 58,68 Prozent zugrunde – das war das Ergebnis von vor fünf Jahren –, würden in den fünf Ortsteilen nur noch 850 Wähler zu erwarten sein. Will man positiv denken und auf eine bessere Wahlbeteiligung hoffen, dann wären diese 850 das Minimum. Zum Vergleich: In 2016 nutzten in der Gemeinde Münchhausen 290 Personen die Möglichkeit der Briefwahl.

1.754 Briefwähler in Wetter

In Weimar wurde zur besseren Sicherheit der Wahlhelfer und Wähler ein Wahllokal neu eingerichtet. In Niederwalgern wird wie gewohnt im Bürgerhaus, aber nicht im Feuerwehrgerätehaus gewählt. Dafür steht der Gemeindesaal der evangelischen Kirche zur Verfügung, informiert Wahlleiter Rolf Dörr.

In Wetter waren es nach Auskunft von Wahlleiter Matthias Petri am Freitag (12. März) 1.754 Briefwähler. Das sind auf die Gesamtzahl der Wahlberechtigten keine 30 Prozent, sondern ungefähr 24. 2016 gingen aber nur 3583 von 7213 Wahlberechtigten wirklich zur Wahl, also nur 49,6 Prozent. Rechnet man jetzt einfach mal die aktuellen Briefwähler auf diese 3583, wäre schon fast die Hälfte der potenziellen Wahlwilligen aktiv geworden. Doch was sind schon Rechenspiele in Zeiten von Corona? Man wird sehen, wie viele am Sonntag noch in die Wahllokale der Kommunen kommen werden.

Von Götz Schaub