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Nordkreis Bei jeder Fahrt abwägen, was Sinn macht
Landkreis Nordkreis Bei jeder Fahrt abwägen, was Sinn macht
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20:58 27.03.2021
Die Fleckenbühler, so Geschäftsführer Hermann Schleicher (links), setzen bei Pkw- und Lkw-Neuanschaffung auf Elektro-Fahrzeuge. Eine Ladeinfrastruktur ist bereits vorhanden.
Die Fleckenbühler, so Geschäftsführer Hermann Schleicher (links), setzen bei Pkw- und Lkw-Neuanschaffung auf Elektro-Fahrzeuge. Eine Ladeinfrastruktur ist bereits vorhanden. Quelle: Privat
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Schönstadt

Keine halben Sachen, die Suchthilfe Fleckenbühl in Schönstadt hat ihre derzeitige Mobilitätssituation von Experten analysieren lassen. Natürlich nicht aus Jux und Tollerei, sondern weil es ihnen wichtig ist, jetzt die richtigen Schritte einzuleiten, um ihre Mobilität noch nachhaltiger als bisher gestalten zu können. Oberstes Ziel dabei ist, den CO2-Ausstoß weiter zu reduzieren, ohne an Mobilität zu verlieren. Immerhin geht es um 115 Hofbewohner.

Beitrag zum Klimaschutz

Hermann Schleicher, Geschäftsführer der gemeinnützigen Fleckenbühler Gesellschaft sagt: „Wir Fleckenbühler wollen mit unserem Handeln einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und dafür sorgen, dass unser Geschäftsbetrieb möglichst wenig Treibhausgas-Emission verursacht.“ Der Mobilitätsplan entstand in Zusammenarbeit mit den Experten für Verkehrs- und Umweltmanagement Wulf Hahn und Dr. Ralf Hoppe von der Agentur RegioConsult aus Marburg.

Nach einer Bestandsanalyse und einer Mobilitätsbefragung, an der 114 Menschen teilnahmen, wurde schließlich ein Maßnahmenplan entwickelt, der die gewonnenen Erkenntnisse kanalisieren soll, um daraus einen umsetzungsfähigen Plan zu entwickeln. Zur besseren Koordinierung soll ein Mobilitätsbeauftragter eingeführt werden und der Fuhrpark besser kontrolliert und schrittweise modernisiert werden.

Mobilität weiter fördern

Die Nutzung von Fahrrädern und des öffentlichen Nahverkehrs ist zwar bereits fester Bestandteil der Mobilität, doch längst nicht jeder nutzt die Angebote auch. Deshalb soll dieser Strang weiter gefördert und ausgebaut werden. Seit nunmehr zwei Jahren setzen die Fleckenbühler auf Umstellung auf Elektromobilität. Mittlerweile sind die Voraussetzungen durch eine Ladeinfrastruktur geschaffen.

Hermann Schleicher informiert über den Ist-Stand: „Im Fuhrpark finden sich aktuell vier Kleinwagen mit Elektromotor sowie Elektroroller und Elektrofahrräder. Weitere Kraftfahrzeuge und Elektrofahrräder sollen zukünftig angeschafft werden. Eine öffentliche Ladestruktur für Gäste und Kunden ist in Prüfung und soll folgen.“ Ein sehr bedeutender Faktor ist der Siegeszug des E-Bikes. Nach Darstellung von RegioConsult können Entfernungen bis einschließlich 15 Kilometer durchaus vom Pkw auf Nutzung eines E-Bikes verlegt werden.

Bewusster Umgang mit Ressourcen

Eine halbjährliche Auswertung der zu führenden Fahrtenbücher, soll die Veränderung des CO2-Ausstoßes dokumentieren. Der ressourcenschonende Umgang von Sach- und Geldmitteln ist schon aus wirtschaftlichen Interessen für die Bewohner der Lebensgemeinschaft existenziell. Den bewussten Umgang mit Ressourcen vermitteln die Fleckenbühler den Bewohnern von Beginn an und haben mit dem Verfassen eines Öko-Leitbildes dafür schon seit der Jahrtausendwende die Zeichen der Zeit erkannt.

Fleckenbühler Nachhaltigkeit

Schon seit Bestehen der Hofgemeinschaft 1984 haben die Fleckenbühler gesellschaftliche und ökologische Ziele wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Verantwortung für die Gesellschaft verinnerlicht und setzen diese bei der täglichen Arbeit um. Mit der Einführung von Fernwärme, Photovoltaikanlagen, Brauchwassernutzung und dem Nutzen von Elektromobilität beweisen die Bewohner des Bauernhofes in Cölbe-Schönstadt ihr Engagement für Zukunftsthemen. Seit mehr als 35 Jahren sammeln die Fleckenbühler Erfahrungen mit ökologischem Landbau auf 250 Hektar Fläche und dem Halten von Nutztieren zur Milchgewinnung.

Der Ursprungsgedanke liegt in der Produktion gesunder Bio-Lebensmittel und in der Bereitstellung von sinngebenden Arbeitsplätzen für hilfesuchende süchtige Menschen. Der Gewässerschutz, das Tierwohl und erfolgreiche CO2-Bindung sind dabei elementar.

Von Götz Schaub