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Nordkreis Wetteraner mögen ihre Stadthalle
Landkreis Nordkreis Wetteraner mögen ihre Stadthalle
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12:00 07.04.2019
Die Stadthalle in der Schulstraße in Wetter. Quelle: Michael Hoffsteter
Wetter

Zur Beruhigung vorweg: „Im Gutachten steht zwar, dass es Schäden gibt, aber nicht, dass die Halle in den nächsten zehn Jahren zusammenfällt“, erklärte Bürgermeister Kai-Uwe Spanka. Sorgen mache zum einen das Dach, zum anderen der Beton unterhalb der Halle. Das Dach wird derzeit immer wieder abgedichtet, sobald an einer neuen Stelle Feuchtigkeit eindringt. Eine dauerhafte Lösung wäre ein neues, auch die Anbauten überdeckendes Satteldach.

Für eine grundhafte­ Sanierung, die auch die Betonschäden einschlösse, waren vor acht Jahren rund 3,5 Millionen Euro an Kosten geschätzt worden, ebenso viel für einen damals diskutierten, jedoch abgelehnten Neubau durch Investoren.

Braucht Wetter überhaupt eine Stadthalle? Von dieser grundsätzlichen Frage ausgehend, die 1959  mit Ja beantwortet worden war und 1963 zur Einweihung der für 872.000 Mark errichteten Halle führte, leitet der Ortsbeirat von einer Belegungsquote von etwa 40 Prozent auch heute ein klares Ja ab.

Gleisner-Kuß: Die Menschen mögen die Stadthalle

Er wollte es aber noch genauer wissen und bat Vereine, Institutionen, Gruppen und Bürger um Beantwortung eines im November 2018 im Wetteraner Boten abgedruckten Fragebogens zur Nutzung der Räumlichkeiten, wobei auch nach Verbesserungsvorschlägen und Wünschen gefragt wurde.

Bislang seien 20 Bögen zurückgekommen, sagte Ortsvorsteherin Sabine Gleisner-Kuß. Einigen seien längere Schreiben beigefügt worden, andere sogar mit Zeichnungen versehen. Einige Bürger wiederum seien zu den Sitzungen des Ortsbeirats gekommen, um sich zu äußern. „Das Engagement der Bürger ist spürbar, sie wollen sich beteiligen und in die Stadthallensanierung einbringen. Es gibt eine recht hohe Identifikation mit der Halle. Die Menschen mögen sie, keiner hat gesagt, man solle sie abreißen“, fasste die Ortsvorsteherin die Ergebnisse für die vom Ortsbeirat eingeladenen Magistrats- und Fraktionsvertreter der Stadt Wetter zusammen.

Gut gefalle den Nutzern beispielsweise die Lage und Atmosphäre sowie der Blick nach draußen durch die großen Fenster. Tanzgruppen lobten den Boden, der offenbar für diesen Zweck immer noch sehr gut geeignet sei und der auf keinen Fall geändert werden solle.

Bürger schreiben lange Wunschliste

Freilich ist auch eine längere Liste an Wünschen zusammengekommen, die von der Sanierung der Toiletten über die technische Ausstattung wie neue Lautsprecheranlagen oder eine­ Abdunkelung des Konferenzraums für den Tageseinsatz des Beamers bis zur Umgestaltung des Außenbereichs gehen. Stark ist der Wunsch nach einer vergrößerten, neu ausgestatteten Küche mit Durchreiche im Bürgerhausteil.

„Wie geht es nun weiter? Es gibt seit neun Jahren die Stadthallenkommission. Sie sollte tagen, die geäußerten Ideen aufgreifen, wie die Halle nach einer Sanierung oder auch einem Neubau aussehen könnte“, sagte Gleisner-Kuß. Ihrem Wunsch nach einem ersten Termin noch vor oder direkt nach den Sommerferien erteilte Bürgermeister Spanka allerdings unter Verweis auf die in diesem Jahr bereits gebundenen Kapazitäten des Bauamts eine Absage. „Wir haben mit dem Abschluss der Dorferneuerung sowie durch das Kommunale Investitionsprogramm noch je drei Großbaustellen, dazu die Umgehungsstraße und die Bahnhofstraße und sonstige Unterhaltungs- und Baumaßnahmen. ­

Eine Konzepterstellung zur Stadthalle ist frühestens Ende­ des Jahres, eher noch Anfang nächsten Jahres möglich“, machte er klar.
Ortsvorsteherin Gleisner-Kuß kündigte an, der Ortsbeirat werde vor der Sommerpause nochmals zu einer Sitzung mit dem Thema einladen.

von Manfred Schubert