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Nordkreis Verbotsschilder werden einfach ignoriert
Landkreis Nordkreis Verbotsschilder werden einfach ignoriert
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20:01 12.04.2019
Die Beschilderung im Aueweg kann deutlicher nicht sein. Doch daran halten sich keinesfalls alle Verkehrsteilnehmer.  Quelle: Götz Schaub
Wetter

Das war eigentlich der Gipfel: Am späten Freitagabend, 15. März, bauten Unbekannte im Aueweg die Sperrbeschilderung samt Beleuchtungseinrichtung ab und ließen diese achtlos auf der Straße liegen. Die Polizei ermittelt in diesem Fall.

Die Straßen In der Aue, Aueweg und Schuppertsgasse werden derzeit aufgrund der Bauarbeiten in der Bahnhofsstraße als zeitsparende Umleitungsstrecke genutzt, obwohl sie genau dafür nicht vorgesehen sind. Deshalb wurde eigens die Sperrbeschilderung aufgestellt, die nur Anliegern Ein- und Ausfahrt gestattet. „Das kümmert hier einige Autofahrer rein gar nicht“, sagt Marion Baumelt, Anwohnerin der Schuppertsgasse.

„Die Mitbürger wurden sogar nochmal von Bürgermeister Kai-Uwe Spanka im „Wetteraner Boten“ darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie doch bitte die ausgeschilderten Umleitungen nutzen sollen. Leider besteht bei vielen Autofahren eine absolute Null-Toleranz-Grenze. Sie suchen sich den für sie schnellsten und bequemsten Weg“, sagt Baumelt. Sie wundert sich nur über diese „Selbstverständlichkeit, mit der durch den abgesperrten Bereich gefahren wird. Auch die Anwohner Dieter Kalden und Imer Shala können nur mit dem Kopf schütteln. Kalden sagt, dass die „Schleichwege“ gar nicht für einen solchen Verkehr ausgelegt sind und der Begegnungsverkehr schwierig sei. Doch das hindert viele nicht daran, trotzdem durchzufahren. Und ja, ein Blick auf den Aueweg zeigt, so viele fahrende Autos wie jetzt, kommen da sonst nicht vor.

Tempo 30 wird nicht eingehalten

„Und dann fahren von denen auch noch viele dort zu schnell. Die halten sich noch nicht einmal an Tempo 30“, sagt Baumelt. Auch Bürgermeister Kai-Uwe Spanka fällt es schwer, die Gründe der Autofahrer, die das Verbotsschild missachten, nachzuvollziehen. „Die Alternativroute über die K 123 dauert keine drei Minuten länger“, sagt er gegenüber der OP. Er hat im aktuellen „Wetteraner Boten“, der das heutige Datum trägt, noch einmal auf das Problem hingewiesen. Es gebe sogar Meinungen, dass das Durchfahrtsverbot nur zum Schutze eines besonderen Anliegers geschehe. Das sei aber völlig aus der Luft gegriffen, so Spanka. „Die Sperrung der Straßen In der Aue, Aueweg und Schuppertsgasse geschieht zum Schutz der Menschen die sich zu Fuß, mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen im Aueweg bewegen. Es gibt dort weder einen Gehweg noch ausreichend Ausweichmöglichkeiten.“ Dort halten sich aber immer Menschen auf, auch aus dem nahen Alten- und Pflegeheim, das wisse eigentlich jeder.

Marion Baumelt ist ernüchtert. „Von Einsicht keine Spur. Weist man Autofahrer auf ihr Verhalten hin, bekommt man nur freche Antworten.“ Sie sah dort schon Fahrschulautos, sogar eine Militärfahrzeugkolonne durchfahren. Autos mit älteren Ehepaaren, die sich auch nicht an Tempo 30 hielten und natürlich junge Menschen, denen offenbar alles andere außer ihr Auto und ein schnelles Durchkommen egal ist. „Wir kontrollieren schon regelmäßig, aber im Endeffekt kann auch das nur wenig helfen, gibt Spanka zu. Er hofft, dass sich die Menschen nun doch einsichtiger zeigen und sich ein bisschen in Geduld üben.

Kreiselbau folgt auf Arbeiten in der Kandelsgasse

Sobald die Umverlegung von Wasserleitungen in der Kandelsgasse abgeschlossen ist, werde der Kreisel gebaut. Wenn der fertig ist, werde das Teilstück der Bahnhofstraße bis zur Wetschaftsbrücke fertig gebaut.

Danach könne dieses Teilstück mit Zufahrt zur Kandelsgasse geöffnet werden, was dann die Lage deutlich verändern werde. Verändert wurde auch die Zufahrt zu den Ärztehäusern. Angefahren wird der Parkplatz derzeit über den Weg zwischen Wetschaft und Bäckerei. Die Ausfahrt geht über die Fußgängerbrücke, die zur Straße Am Untertor führt. „So müssen die Autos nicht mehr durch die Baustelle fahren, was insbesondere und verständlicherweise die Bauarbeiter gestört hatte“, sagt Spanka.

von Götz Schaub