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Nordkreis Endlich wieder freie Fahrt in Wetter
Landkreis Nordkreis Endlich wieder freie Fahrt in Wetter
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16:24 04.10.2019
Mit Scherenschnitt wurde die Straße offiziell freigegeben (unten rechts). Quelle: Götz Schaub
Wetter

Es hat gedauert und es hat natürlich auch genervt, aber als Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka bei der Einweihung der erneuerten Bahnhofstraße davon sprach, dass es eigentlich nur 29 Wochen Bauzeit waren, relativierte sich die „gefühlte Ewigkeit“ der Baustelle.

Jetzt sind alle sehr froh, dass der Verkehr in Wetter wieder fließen kann und das bei Baukosten, die sich bisher gut darstellen. „Wir liegen bei Gesamtkosten von 562 000 Euro, die Kalkulation ging von einer höheren Summe aus“, so Spanka. Allerdings ist das noch nicht die Schlussrechnung, doch geht er davon aus, dass alles Kommende im Rahmen bleibt.

Die Bahnhofstraße in Wetter ist wieder befahrbar. Quelle: Götz Schaub

Ihm sei bewusst, dass nicht alle Bürger mit der Gestaltung glücklich seien, insbesondere was die Begrünung angehe. Experten hätten aber davon abgeraten, Bäume in die Bürgersteige zu pflanzen, weil sich einfach zu viele Versorgungskabel in der Erde befänden, die irgendwann durch die Wurzeln Schaden nehmen könnten. Deshalb, so Spanka, habe man sich für die mobile Lösung entschieden und werde dort noch Pflanzenkübel aufstellen, die ­derzeit in der Fertigung seien. Zudem wurden auch auf Höhe des ­Kreisels nicht benötigte Teilflächen zwischen Bürgersteig und Fahrbahn nicht einfach gepflastert, sondern durchaus bewusst gestalterisch bepflanzt.

Mehr als 150 Bürger feiern Straßen-Wiedereröffnung

Sabine Gleisner-Kuß, Ortsvorsteherin der Kernstadt Wetter, bestätigte Spanka. „Wir haben uns zu hundert Prozent hinter die Kreisel-Lösung gestellt und finden das alles sehr gelungen.“ Sie gab aber auch zu, dass sich in Sachen Begrünung auch andere Meinungen im Ortsbeirat finden ließen. 150 Bürger verweilten nach dem offiziellen Teil an Bänken und Tischen noch bei Snacks und Gesprächen mitten auf der Straße.

Ärger um Schleichwege

Spanka bedankte sich bei den Anliegern und Gewerbetreibenden in der Straße, dass sie die Unannehmlichkeiten ertragen hätten. Mitunter gab es größeren Unmut, weil sich viel zu viele Autofahrer nicht an die Umleitungsstrecken hielten, sondern meinten, über verbotene „Schleichpfade“ besser durchzukommen.

Die Gestaltung der Straße ist übrigens noch nicht ganz in Stein gemeißelt. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass es sich bei der Straße derzeit noch um eine Landesstraße handele, die eine bestimmte Fahrbahnbreite aufweisen müsse. Man habe aber schon 60 Zentimeter zugunsten der Bürgersteige abgezwackt. Wenn die Straße einmal im Zuge der B252-Ortsumgehung zurückgestuft werde, könne man dort gestalterisch einiges machen, etwa für Fahrradfahrer.     

Von Götz Schaub