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Nordkreis Aus Schul-Abfall wird Ökostrom
Landkreis Nordkreis Aus Schul-Abfall wird Ökostrom
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12:58 20.03.2021
Aus 68 Schulen im Kreis sammelt die Marburger Entsorgungs-GmbH Speisereste aus der Schulkantine, aus denen Strom, Wärme und Kompost gewonnen werden. Vertreter von Kreis, Schulen und Stadtwerken stellten das Konzept vor.
Aus 68 Schulen im Kreis sammelt die Marburger Entsorgungs-GmbH Speisereste aus der Schulkantine, aus denen Strom, Wärme und Kompost gewonnen werden. Vertreter von Kreis, Schulen und Stadtwerken stellten das Konzept vor. Quelle: Ina Tannert
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Wetter

Bioabfall hat mehr Potential, als ihm mancher vielleicht auf den ersten Blick zutraut – denn er kann sich zu Ökostrom und Wärme verwandeln. Dieses Prinzip verfolgt das Konzept der Gastro-Tonne des Kreises, dem sich neben 67 weiteren Schulen nun auch die Wollenbergschule Wetter angeschlossen hat.

Seit diesem Jahr organisiert die Marburger Entsorgungs-GmbH (MEG) im Auftrag des Landkreises an diesen Schulstandorten in Marburg-Biedenkopf die Abholung und anschließende Verwertung der Speisereste aus Schulkantinen. In der Biogasanlage der MEG in Cyriaxweimar, wo schon seit 1990 auch die Kompostierungsanlage steht, werden die Reste zusammen mit anderen Bioabfällen zu Biogas und Kompost verarbeitet. Das Gas wird wiederum in den zwei Blockheizkraftwerken der Stadtwerke Marburg im Stadtwald zu Strom und Wärme umgewandelt.

Reste aus Anlage bilden Grundlage für Kompost

Damit könne nahezu der gesamte Stadtteil versorgt werden, alleine der erzeugte Strom entspreche dem Bedarf von rund 400 Haushalten, schätzt MEG-Geschäftsführer Jürgen Wiegand. Die Reste aus der Anlage bilden zudem die Grundlage für Kompost. Dieser Energie-Kreislauf sei eine lokale und zugleich nachhaltige Lösung, aus dem Müll solle „das größtmögliche Potential herausgeholt werden“, sagt der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow.

Der nimmt seinen Anfang in den Schulen im Kreis, beziehungsweise der „Gastro-Tonne“, so heißt das dafür genutzt Gefäß, eine übliche grüne Tonne, in der aber – wie bei anderen gewerblichen Abfällen vorgeschrieben – nur Küchen- und Speisereste, Fleisch- und Knochenreste, Backwaren, Obst und Gemüse oder kleine Mengen von Speiseölen entsorgt werden dürfen.

Ein Schwerpunkt im Schulalltag

Das ist im Fall der Wollenbergschule, an der Abfallvermeidung und Schulessen einen besonderen Schwerpunkt im Schulalltag bildet, im Moment zwar nicht besonders viel Müll. Aber die wenigen Reste sollen dennoch „sinnvoll verwertet werden, das passt ins Schulkonzept“, lobt Schulleiter Andreas Irle.

Damit bei der turnusmäßigen Abholung keine unnötigen Touren entstehen und sinnlos CO2 in die Luft geblasen wird, melden die Schulen im Vorfeld, wenn ihre Tonne noch leer ist, also stehen bleiben kann. Zudem würde je die Hälfte aller Standorte auf einmal angefahren, um Leerfahrten zu vermeiden.

Von Ina Tannert

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