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Nordkreis „Auf dem Kautz“ soll endlich bebaut werden
Landkreis Nordkreis „Auf dem Kautz“ soll endlich bebaut werden
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16:58 17.06.2021
Auf dieser Fläche sollen Häuser entstehen. Das Baugebiet „Auf dem Kautz“ in Simtshausen ist seit den 1990er-Jahren in Planung. Im Hintergrund ist der Wall zu sehen, hinter dem derzeit noch die B 252 verläuft.
Auf dieser Fläche sollen Häuser entstehen. Das Baugebiet „Auf dem Kautz“ in Simtshausen ist seit den 1990er-Jahren in Planung. Im Hintergrund ist der Wall zu sehen, hinter dem derzeit noch die B 252 verläuft. Quelle: Götz Schaub
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Simtshausen

Mit dem absehbaren Ende der Belastung durch die B 252 in den Ortslagen von Münchhausen und Simtshausen darf sich die Gemeinde berechtigte Hoffnung machen, dass diese beiden Orte auch attraktiv für einen Zuzug werden.

Und so wurde während der Sitzung der Gemeindevertretung am Dienstagabend etwas „Historisches“ für Simtshausen beschlossen. Das seit den 1990er-Jahren diskutierte Baugebiet „Auf dem Kautz“ soll umgesetzt werden. Den entsprechenden Antrag hatte die Unabhängige Grüne Liste eingebracht.

CDU und SPD begrüßen Antrag

Fraktionsvorsitzende Lena Siemon Marques machte dabei deutlich, dass diese Umsetzung für die Entwicklung Simtshausens wichtig sei und ihre Gruppierung mit der Versiegelung der Flächen leben könne, weil es sich bei der betreffenden Fläche innerhalb der Ortslage schon lange um ein geplantes Baugebiet handele. CDU und SPD begrüßten den Antrag und stimmten einstimmig zu.

Klaus Weisenfeld, Fraktionschef der SPD, erläuterte, dass der Antrag inhaltlich in Ordnung sei, zumal die Gemeinde Eigentümerin der Fläche sei. Verwundert zeigte sich Weisenfeld allerdings über die Haltung der UGL in Sachen Ankauf eines knapp 9.400 Quadratmeter großen Grundstücks zur Erweiterung des Baugebiets „Stegebinne“ in Münchhausen.

Versiegelung von zusätzlichen Flächen

Die UGL hatte sich enthalten. „Wie kann man in Simtshausen eine Versiegelung von Flächen aktiv betreiben und in Münchhausen damit Schwierigkeiten haben?“, fragte er in Richtung Siemon Marques. Diese erwiderte, dass das Grundstück in Münchhausen ein zusätzliches sei, das bisher nicht als Bauland vorgesehen war. Gleichwohl akzeptiere sie aufgrund der unmittelbaren Nähe zum Baugebiet Stegebinne das Vorgehen, weshalb sie nicht dagegen stimmte, sondern sich wie zwei weitere Parlamentarier enthielt.

Damit wolle sie nur verdeutlichen, dass Versiegelung von zusätzlichen Flächen im Sinne des Klimaschutzes sorgfältig abgewogen werden müsse und man sich künftig mehr der innerörtlichen Erneuerung widmen müsse. Hans-Jürgen Erxleben von der SPD gab zu bedenken, dass es für junge Familien finanziell leichter sei, ein neues klimagerechtes Haus zu bauen als ein altes Haus in Ortslage zu kaufen und dann noch entsprechend umzubauen, wobei die SPD natürlich auch das Leben in den Ortskernen fördern möchte.

Jungen Menschen ein Angebot machen

Lena Siemon Marques merkte an, dass man diesbezüglich und gerade angesichts der baldigen Herausnahme des überregionalen Verkehrs aus Simtshausen und Münchhausen an einem Konzept arbeiten müsse, wie die Ortskerne entwickelt werden sollen. „Es nutzt ja nichts, vielleicht dort eine Bäckerei ansiedeln zu wollen, wenn drumherum niemand wohnt, sondern nur in den Siedlungen an den Dorfrändern“, meinte sie.

Helmut Briel von der SPD sah es pragmatisch. „Ich stimme beiden Vorhaben in Münchhausen und Simtshausen zu, weil wir junge Familien in Münchhausen brauchen und hier Bauland noch bezahlbar ist.“ Zudem habe die Gemeinde in beiden Fällen die Hoheit.

Keine Verkaufsbereitschaft

So könne man im Sinne des Klimaschutzes auch Einfluss auf die Entwicklung der Flächen nehmen, im Gegensatz zu Baugebieten, die in privater Hand sind, wie etwa in Niederasphe.

Bürgermeister Peter Funk merkte an, dass es sehr wohl noch einige Baulücken in den Dörfern gebe, doch die Verkaufsbereitschaft der Eigentümer derzeit gegen null gehe. Die Gemeinde müsse aber jungen Menschen, zumal wenn sie auch noch aus der Gemeinde stammen, ein Angebot machen können.

Von Götz Schaub