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Nordkreis Architektenwettbewerb für Haus am Wollenberg
Landkreis Nordkreis Architektenwettbewerb für Haus am Wollenberg
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18:00 10.02.2022
Das Haus am Wollenberg verliert seine Sporthalle. Doch soll es als erweitertes Bürgerhaus umgebaut werden. Wie, das ist noch offen.
Das Haus am Wollenberg verliert seine Sporthalle. Doch soll es als erweitertes Bürgerhaus umgebaut werden. Wie, das ist noch offen. Quelle: Götz Schaub
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Caldern

Das „Haus am Wollenberg“, das Dorfgemeinschaftshaus in Sterzhausen, wird nicht nur weiterhin saniert, sondern auch umgestaltet. Die Sporthalle wird zugunsten einer Dreifelder-Halle in Goßfelden aufgegeben. Das sind die Fakten.

Aber wie das Haus wirklich einmal aussehen wird, wenn es wieder zur Nutzung freigegeben wird, vermag jetzt noch niemand zu sagen. Oder doch, wenigstens ein bisschen. Es soll jedenfalls so attraktiv sein, dass es von den Sterzhäusern schnell, gut und gerne angenommen wird.

Dafür nimmt der sonst doch eher ungeduldige Bürgermeister Manfred Apell gerne noch eine weitere Zeitverzögerung von etwa einem Dreivierteljahr in Kauf. Es geht darum, die Bürger nicht zu verlieren, sondern zu motivieren, an diesem Haus mitzuwirken, wenn sich jetzt auch verschiedene Dinge völlig anders als zu Beginn der Sanierungs-Offensive entwickelt haben.

Zuletzt wurde auch ein Workshop angeboten, zu dem alle gesellschaftlichen Gruppen des Ortes eingeladen waren.

„Wir wollten dabei auch das Vorgehen besprechen, was zu tun ist, damit das Bauvorhaben am Ende möglichst noch als Verbesserung zum ursprünglichen Aussehen angesehen wird“, sagte Manfred Apell in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, die in der vergangenen Woche in Caldern stattfand.

Ein Ergebnis ist nun, dass sich echte Experten der Sache annehmen sollen. Die Gemeinde will deshalb einen Architekten-Wettbewerb ausloben, um gute Idee geliefert zu bekommen, die zu einem bereits erarbeiteten Anforderungsprofil passen. Dafür werden aber auch noch mal 40 000 Euro in die Hand genommen. Es soll schließlich auch Preisgelder geben.

Joachim Muth, Ausschuss-Mitglied von der SPD-Fraktion, bekräftigte den Kurs: „Der Workshop steht für eine Bürgerbeteiligung. Der Architektenwettbewerb ist jetzt eine logische Folge.“ So sah das auch Thomas Rößer von der Bürgerliste Lahntal: „Die Vorgaben sind eingebracht, die Architekten werden daraus sicher gute Vorschläge erarbeiten.“

Was für Vorgaben gibt es? Die Umgestaltung zu einem erweiterten Bürgerhaus soll barrierefrei und nachhaltig erfolgen. Es sollen ausreichend Räume vorhanden sein, dass nutzende Vereine ihre Gebrauchsgegenstände dort lagern können, um sie jederzeit griffbereit vor Ort zu haben. Anstelle der Sporthalle soll der Saalbereich um bis zu 200 Quadratmeter erweitert werden, damit dort auch größere Veranstaltungen stattfinden können.

Das vorhandene Bürgerhaus mit Saal, Küche und Clubraum soll erhalten bleiben. Im Haus soll eine Heizzentrale für die angrenzenden Wohngebiete, Kindertagesstätte und das Bürgerhaus selbst entstehen. Auf dem Grundstück inklusive Parkplatz soll so viel Platz frei sein, dass dort eine drei- bis viergruppige Kinderkrippe entstehen kann.

Der Hauptausschuss empfahl zwar die Auslobung eines Architektenwettbewerbs einschließlich Anforderungsprofil. Aber nicht einstimmig. Der Vorsitzende des Ausschusses, CDU-Mann Michael Nies, sprach sich dagegen aus. CDU-Fraktionsmitglied Doris Hilberger, die als Besucherin des Ausschusses auch reden durfte, sagte: „Wir als CDU halten es nicht für förderlich, einen Architektenwettbewerb zu veranstalten nur des Friedens willen im Ort.“

Das Lahntaler Parlament befindet über dieses Thema am 17. Februar. Mit den Stimmen der SPD, Grünen und der Bürgerliste dürfte eine satte Mehrheit für den Beschlussvorschlag zustande kommen. Mit dem Ergebnis des Architektenwettbewerbs rechnet der Gemeindevorstand für Juni oder Juli. Der Gemeindevorstand bleibt in seiner Entscheidung trotzdem flexibel. Er kann, muss aber nicht den Planungsauftrag an den bestplatzierten Bewerber vergeben.

Von Götz Schaub