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Nordkreis Ein „Manager“ mit klaren Zielsetzungen
Landkreis Nordkreis Ein „Manager“ mit klaren Zielsetzungen
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17:58 20.08.2020
Andreas Irle ist der neue Schulleiter der Wollenbergschule. Er startet mit viel Vorfreude ins neue Schuljahr.
Andreas Irle ist der neue Schulleiter der Wollenbergschule. Er startet mit viel Vorfreude ins neue Schuljahr. Quelle: Foto: Götz Schaub
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Wetter

Acht Jahre war Andreas Irle als Schulleiter an der Deutschen Auslandsschule in der Drei-Millionen-Stadt Cali im Südwesten Kolumbiens tätig. Jetzt ist er der neue Schulleiter der integrierten Gesamtschule Wollenbergschule Wetter. Im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist er durchaus kein Unbekannter. Von 2006 bis 2011, also bis zu seinem Engagement in Südamerika, war es stellvertretender Schulleiter an der Gesamtschule Niederwalgern. Zuletzt war er seit 2019 in der Bildungsverwaltung am Schulamt für den Landkreis Marburg-Biedenkopf und als Schulleiter an der Anne-Frank-Schule in Linden bei Gießen tätig.

Jetzt freut er sich, dass es tatsächlich geklappt hat, eine Stelle als Schulleiter in seinem „alten“ Landkreis zu bekommen. Und die Wollenbergschule fühlt sich für ihn sehr gut an. Die Schule selbst ist für ihn nicht ganz unbekannt, weil die Schulen von Niederwalgern, Heskem und Wetter Verbundschulen sind und Schüler, die ihr Abitur machen wollen, in der Regel ans Gymnasium Philippinum in Marburg schicken.

Die Personalentscheidung direkt am Ende des vergangenen Schuljahres für die Wollenbergschule fiel für ihn zu einem guten Zeitpunkt. Er sagt: „So konnte ich bereits die Ferien dazu nutzen, mich hier einzuarbeiten, Kollegen und Mitarbeiter kennenzulernen.“ Gespräche werde er in der nächsten Zeit noch viele führen, um sein gewonnenes Bild zu vervollständigen und um dann die ersten Projekte zur Weiterentwicklung der Schule in Angriff zu nehmen.

Irle sieht die Schule nicht als versteckten Teil der Stadt Wetter an, entsprechend ging er auch schon in die Offensive und stellte sich mit einer kleinen Anzeige im Wetteraner Bürgerblatt als neuer Schulleiter vor. Das ist nur ein Beispiel, was Irle unter Transparenz und Informationsfluss versteht. Er möchte, dass Lehrer, Schüler, Elternvertreter und dann natürlich die gesamte Elternschaft immer zeitnah wissen, was für sie von Belang ist, damit sie auch rechtzeitig darauf reagieren können.

Und was dürfen nun alle von Andreas Irle erwarten? „Ich sehe mich in der Rolle eines Managers. Mein Ziel ist es, Aufgaben nicht zu verwalten, ich möchte gestalten und dabei zielorientiert führen. Die genauen Ziele, die wir gemeinsam erreichen wollen, werden wir in der Schulgemeinde festlegen.“ Dabei wird sicherlich das Thema Unterrichtsqualität eine zentrale Rolle spielen. Für Irle ist es unerlässlich, dass nun verstärkt an der Digitalisierung gearbeitet wird, Schüler moderne Lernmittel bekommen und Lehrer auch wissen, wie man sie gewinnbringend einsetzt. Die ersten 21 iPads sind bereits gekommen.

Den zweiten Schwerpunkt möchte Irle auf das Thema Ganztagsschule und die entsprechenden Angebote legen. „Wir müssen uns da einfach breiter aufstellen.“ Dabei ist ihm schon bewusst, dass das Zeit kosten wird. So sind beispielsweise Trainer für zusätzliche freiwillige Angebote am Nachmittag nicht ganz so einfach zu finden.

Die ersten Gespräche führte Irle unter anderem mit dem Förderverein, dem seine Vor-Vorgängerin Christiane Dietzel und auch Bürgermeister Kai-Uwe Spanka angehören, und mit dem Schulelternbeirat. „Aus diesen Gesprächen bin ich jeweils mit einem positiven Gefühl herausgegangen, sodass meine Freude auf die kommenden Aufgaben verstärkt worden ist.“

Des Weiteren ist es ihm ein Anliegen, dass nicht nur die Schüler, die ihr Abitur nach der zehnten Klasse angehen wollen, einen sauberen Übergang nach Marburg schaffen, sondern auch Schüler, die nach der zehnten Klasse eine Ausbildung anstreben, gute Möglichkeiten vor Ort vorfinden, indem man sich mit vielen Gewerbetreibenden, die ausbilden, vernetzt und die Zusammenarbeit vertieft.

Ein Thema ist bereits gelöst. Ab 31. August wird es wieder eine geregelte Essensausgabe geben. Da sich Schüler derzeit nicht an der Essensvorbereitung und -ausgabe beteiligen dürfen, mussten freiwillige Erwachsene gefunden werden. Die Zeitstruktur hat sich deshalb auch erst einmal geändert. So sieht der Stundenplan sechs Stunden vor, ehe dann ab 13 Uhr Mittagessen gereicht wird. Damit die neue Kommunikationsstruktur auch eine gute Basis bekommt, soll unter anderem die Homepage der Schule überarbeitet werden, kündigt Irle an. Jetzt hofft er aber auch erst einmal, dass ein guter Schulstart trotz Corona möglich ist.

Von Götz Schaub

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