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Nordkreis Am Haus am Wollenberg herrscht Stillstand
Landkreis Nordkreis Am Haus am Wollenberg herrscht Stillstand
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15:00 24.05.2020
Das Haus am Wollenberg in Sterzhausen.  Quelle: Tobias Hirsch
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Sterzhausen

Das Haus am Wollenberg in Sterzhausen ist weiterhin das Sorgenkind der Gemeinde Lahntal, dem bislang wenig Aufmerksamkeit zuteil werden konnte. Denn noch kam es nicht zu abschließenden Gesprächen zwischen Gemeinde und Kreis. Nachdem im Oktober vergangenen Jahres ein Wasserschaden in dem Mehrzweckgebäude entdeckt wurde, sind weitere Arbeiten zur Beseitigung der Schäden notwendig. Dabei wurden zuletzt erst rund 550 000 Euro in die Sanierung des Gebäudes gesteckt, diese Arbeiten ruhen seitdem, überhaupt herrscht seit Monaten Stillstand. Nur allzu gerne würde die Kommune weitermachen, ist jedoch auf den Kreis angewiesen, auch was die Kostenverteilung angeht.

Das Gebäude teilen sich Lahntal und Landkreis, ein Teil dient Sterzhausen als Dorfgemeinschaftshaus – dieser Teil gehört der Gemeinde – die angeschlossene Sporthalle gehört dem Kreis. Eine umfangreiche Sanierung macht nur Sinn, wenn beide an einem Strang ziehen. Doch bislang steht die Übereinkunft noch aus, teilte Bürgermeister Manfred Apell am Dienstagabend in der Gemeindevertretung in der Lahnfelshalle mit. Aber: Der Kreis habe signalisiert, dass auch er eine „uneingeschränkte Sanierung der Mehrzweckhalle befürwortet“. Dafür hatten sich auch alle Fraktionen ausgesprochen.

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Auf Nachfrage der OP hebt der Kreis eine Beteiligung nochmals hervor: „Der Landkreis wird sich an den Sanierungskosten für den Sporthallentrakt beteiligen. In welcher Form und welcher Höhe wird im Rahmen der bevorstehenden Abstimmung geklärt“, heißt es aus der Pressestelle. Und was muss nun am Gebäude konkret gemacht werden? Der Zwischenbericht der Gemeinde vom Februar beinhaltet eine lange Liste verschiedener Sanierungsarbeiten, die nötig wären, um das Haus ertüchtigen und für die nächsten 30 Jahre erhalten zu können.

Und dafür geht es ans Eingemachte: Knapp 20 Punkte sind aufgeführt, darunter unter anderem die Sanierung beider Dächer, sowohl des Satteldaches der Sporthalle sowie des kompletten Flachdaches samt Dämmung und Erneuerung der Dachentwässerung. Darüber hinaus steht der Austausch aller bislang noch nicht erneuerten Fenster samt Fensterbänke des ehemaligen Jugendraums auf dem Programm, außerdem eine komplett neue Putz-Außenfassade.

Auch müssten die WC-Anlage sowie die Trinkwasserleitungen erneuert, zudem die Elektroinstallationen neu verlegt werden. Auch das Rohrleitungsnetz für Heizung, Trink- und Abwasser müssten neu gemacht oder angepasst werden. Hinzu kommt eine neue Lüftungsanlage und eine neue Decke für die Sporthalle, für die wird auch der Austausch des Hallenbodens empfohlen. Im Raum schwebt noch die Frage, ob die Kegelbahn erhalten bleibt – falls ja, brauche auch die eine neue Lüftung. Bisher seien rund 700 000 Euro für erbrachte Leistungen angefallen.

Über die umfangreiche Liste müssen Gemeinde und Kreis noch beraten, ebenso ist die Übernahme des gesamten Hauses durch die Gemeinde Thema. Der Übergang der gesamten Liegenschaft sei Teil der Verhandlungen, so der Bürgermeister. Demnach könnte die Gemeinde dafür vom Kreis einen Ablösebeitrag erhalten, müsste dann aber künftig selber Gemeinschaftshaus und Sporthalle finanziell stemmen.

Wann es zu Gesprächen kommen wird stehe laut Apell noch nicht fest. Er sei nicht sicher, ob das bis zum Juli überhaupt klappen werde. Noch länger warten wollen die Gemeindevertreter aber nicht mehr und verständigten sich auf einen Beschluss, um die Sanierung zumindest auf den Weg zu bringen: Einstimmig sprachen sich die Mitglieder dafür aus, dass der Gemeindevorstand die notwendigen Sanierungsarbeiten zumindest vorbereitet und Ausschreibungen auf den Weg bringt. Die Vergabe der Arbeitsaufträge an die Firmen solle indes warten, bis eine Übereinkunft mit dem Kreis erzielt wurde. Die Verhandlungen sollten zudem „möglichst umgehend“ wieder aufgenommen werden.

Darüber hinaus sprach sich die Gemeindevertretung – wie schon der Haupt- und Finanzausschuss – einstimmig dafür aus, dass die Gemeinde auf die Kita-Gebühren „für die Dauer der Covid-19-Pandemie“ verzichtet und erlässt den Eltern die Beiträge. Das gilt auch für jene, welche für die Notbetreuung infrage kommen. Der Verzicht gilt nicht für die Entgelte des Mittagstisches

von Ina Tannert und Götz Schaub

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