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Nordkreis Burschen widersetzen sich Corona
Landkreis Nordkreis Burschen widersetzen sich Corona
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12:58 25.04.2020
Große Maifeuer wird es in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht geben. Quelle: Tobias Hirsch
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Unterrosphe

Die Burschenschaft „Heens“ 88 Unterrosphe tritt für eine tolerante, weltoffene Gesellschaft ein, die durchaus auch gern zusammen feiern darf. So war zum Übergang auf den 1. Mai auch wieder ein öffentliches Mai-Feuer geplant und am 1. Mai eine Neuauflage der Highlandgames, die sich in den vergangenen Jahren großer Beliebtheit erfreuten. Doch die derzeitige Corona-Problematik lässt weder die eine noch die andere Veranstaltung zu. Das sei schon sehr bitter, sagt Fabian Feisel, Vorsitzender der Burschenschaft. Doch da gibt es kein Lamentieren.

Burschen lassen sich nicht unterkriegen

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„Wir, die Burschenschaft Unterrosphe, werden den Maßgaben der Politik und dem gesunden Menschenverstand folgend das diesjährige Maifeuer und unsere Veranstaltung am 1. Mai ausfallen lassen“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Doch einfach so unterkriegen lassen möchte sich die Burschenschaft auch nicht. „Ja, wir haben schon darüber nachgedacht, was wir alternativ machen können. Das Maifeuer ist traditionell ein Angebot an die Menschen im Dorf, während sich die Highlandgames an eine breitere Öffentlichkeit richten und die Haupteinnahmequelle für den Verein darstellen“, so Feisel.

Wie die Burschen dieses Jahr ihre Vereinsaktivitäten alternativ finanzieren wollen, steht noch in den Sternen. Wobei natürlich auch gar nicht klar ist, was Corona überhaupt zulässt. Nun, was das Maifeuer angeht, haben die Burschen eine besondere Idee entwickelt und so weit vorangetrieben, dass es nun an den Bürgern ist, die Idee mit Leben zu füllen. Die Burschen fordern alle Unterrospher Dorfbewohner auf, in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai für besondere Lichtquellen in ihren Gärten zu sorgen: Kerzen, Fackeln, ein kleines sicheres Feuer in einer Feuerschale, Lichterketten. In dem Wissen, dass dies dann alle im Ort machen, soll ein Stück weit Gemeinschaft in der Nacht zum 1. Mai hergestellt werden. Diese Aktion kann dann auch über das gesamte danach anstehende Wochenende ausgedehnt werden. In Absprache mit Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka wird jedenfalls die übliche Straßenbeleuchtung über das gesamte Wochenende ausgeschaltet bleiben, damit die Lichtquellen in den einzelnen Gärten bei Dunkelheit besser zur Geltung kommen können. „Wir hoffen, dass wir mit Hilfe einer Drohne Fotos aus der Luft schießen können, die die besonderen Lichtquellen im Ort zeigen“, sagt Fabian Feisel.

Damit auch die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr beruhigt zu Hause feiern können, bittet die Burschenschaft darum, dringend darauf zu achten, dass immer auf ausreichend Abstand zu anderen brennbaren Materialen geachtet wird, wenn ein kleines Feuer in einer Feuerschale entfacht wird, und das Feuerchen nie unbeaufsichtigt bleibt und am Ende gut abgelöscht wird. „Trotz der räumlichen Trennung würden wir uns freuen, so doch gemeinsam, gedanklich vereint, in den Mai zu feiern“, versuchen die Burschen alle Mitbürger zu motivieren.

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