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Nordkreis Juwel von Bürgeln wird prämiert
Landkreis Nordkreis Juwel von Bürgeln wird prämiert
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20:58 18.09.2021
Die Alte Kirche Bürgeln wurde vom Land Hessen zum Denkmal des Monats gekürt. Die Urkunde überreichte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn an Dr. Kurt Bunke (links) und Carsten Freichel vom Kulturverein.
Die Alte Kirche Bürgeln wurde vom Land Hessen zum Denkmal des Monats gekürt. Die Urkunde überreichte Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn an Dr. Kurt Bunke (links) und Carsten Freichel vom Kulturverein. Quelle: Ina Tannert
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Bürgeln

Nach rund zweieinhalbjähriger Sanierungsphase ist aus der Alten Kirche Bürgeln ein echtes Kleinod geworden und das blieb nicht unbemerkt. Der Wandel von einer Kirche zum Ort für Kultur und Begegnung kam auch beim hessischen Landesamt für Denkmalpflege an, das den historischen Bau nun zum Denkmal des Monats kürte. Das begutachtete Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn am Mittwoch (15. September) und überreichte dem Kulturverein die Urkunde.

Die Ministerin hob den anhaltenden Einsatz von Ehrenamtlichen aus dem Ort hervor, die sich nicht erst seit den letzten Jahren, sondern seit mehr als 40 Jahren für den Erhalt des Denkmals einsetzen: Denn ganze vier Jahrzehnte lang herrschte Stillstand an der Alten Kirche, die einst begonnene Sanierung wurde nicht fortgeführt. Der Kulturverein Alte Kirche Bürgeln setzte schließlich da an, wo der Förderkreis aufhören musste, der zuvor das Denkmal vor dem drohenden Abriss rettete, und brachte die umfangreiche Sanierung auf den Weg.

Die Fördergelder

Dazu wurden sowohl fachmännische Expertise wie immense Fördergelder nach Bürgeln geholt, rund 430.000 Euro wurden bereits in die Kirche gesteckt. Das denkmalgeschützte Bauwerk auf Vordermann brachten verschiedene Fachfirmen, von der Fassade über die barocken Rankenmalereien aus der Zeit um 1733 bis zum Dachstuhl und alten Kirchturm samt der historischen Glocken.

„Bei der Alten Kirche Bürgeln können wir eine hervorragend gelungene und denkmalgerechte Sanierung bewundern“, lobte Dorn. Das Gebäude sei „ein bedeutendes Zeugnis dörflicher sakraler Baukunst des Mittelalters und der frühen Neuzeit“. Und vor allem werde der frisch sanierte Bau, der „zu einem Juwel“ geworden sei, nun wieder rege und kreativ genutzt: „Denkmäler sind nur dann lebendig, wenn sie auch genutzt werden“, so die Ministerin.

Sanierung ist schon Tradition

Die Kirche stehe allen Menschen offen, von Kindergärten und Schulen für pädagogische Projekte bis zu Künstlerinnen und Künstlern, die eine Bühne erhalten. Und die Gemeinde hat nicht nur einen Ort für kulturelle Veranstaltungen gewonnen, sondern auch für Hochzeiten. Viel Potenzial, um den Bau mit Leben zu füllen, das Ganze sei „ein Gemeinschaftsobjekt, das Bedeutung für die ganze Gemeinde hat“, lobte Bürgermeister Dr. Jens Ried.

Dr. Kurt Bunke erinnerte an die Geschichte des Baus, dessen Anfänge um das Jahr 1100 herum auf eine kleine Kapelle in der Ortsmitte zurückgehen, die über die Jahrhunderte immer mehr erweitert wurde. Und damit gab es auch immer wieder Reparatur- und Bauphasen, „saniert wird hier eigentlich immer, auch diese Renovierung steht in der Tradition der Jahrhunderte“, berichtete Bunke schmunzelnd. Jede Generation müsse ihren Teil dazu beitragen, er sei froh, dass dies mit viel Planung, Vorarbeit und ehrenamtlichem Einsatz gelingen konnte.

Ein großes Herzensprojekt

Die Sanierung und Weiterentwicklung der Kirche zum Ort eines lebendigen Kulturlebens war ein großes Herzensprojekt, das der bisherige Vorsitzende des Kulturvereins über viele Jahre vorangebracht hat. Nun ist das vollbracht, der perfekte Zeitpunkt, um den Staffelstab weiterzugeben. Das hat Bunke am Freitag getan, er trat von seinem Amt zurück und lässt seinem Nachfolger Carsten Freichel den Vortritt. Dieser wurde während der Jahreshauptversammlung als neuer Vorsitzender gewählt und will die Alte Kirche weiter mit Leben füllen.

Die Auszeichnung „Denkmal des Monats“, mit 1000 Euro dotiert, wird seit 2018 an Personen, Initiativen oder Körperschaften verliehen, die sich bei der Erhaltung ihrer Denkmäler in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Ab Sonntag (19. September) kann die Alte Kirche auch virtuell besichtigt werden, weitere Informationen unter www.alte-kirche-buergeln.de

Von Ina Tannert