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Nordkreis „Wasser muss ganz oben auf der Agenda stehen“
Landkreis Nordkreis „Wasser muss ganz oben auf der Agenda stehen“
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17:57 15.10.2020
Das Thema Trinkwasser muss nach Ansicht der AG „Rettet den Burgwald“ in der Kommunalpolitik eine größere Rolle spielen. Quelle: Roland Weihrauch/dpa
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Marburg

Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg e.V. (SGV) und die Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“ e.V. fordern im Vorfeld der hessischen Kommunalwahlen im März 2021 die politischen Parteien im Landkreis Marburg-Biedenkopf und weiteren mittel- und südhessischen Kreisen und Großstädten dazu auf, ihre „kommunale Verantwortung in Sachen Wasser endlich wahrzunehmen“.

Das teilten die beiden Organisationen mit. In ihrem Schreiben an die Kreis- und Stadtverbände der Parteien schlagen sie vor, entsprechende Eckpunkte in die jeweiligen Kommunalwahlprogramme aufzunehmen.

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Die Daseinsvorsorge im Bereich Wasser sei eine kommunale Aufgabe, die angesichts der Häufung von Trockenjahren und einer katastrophal schlechten Grundwasserneubildung immer dringender angepackt werden müsse, teilten sie mit. Dennoch werde das Thema „Wasser“ in den meisten Stadt- und Gemeindeparlamenten nach wie vor nur selten diskutiert.

Dies müsse ich vor allem in den Kommunen, die in den Leitungs- und Versorgungsverbund Rhein-Main eingebunden sind, schnellstens ändern. Denn den zugehörigen Wassergewinnungsgebieten drohe ein gravierender Grundwasserraubbau, der sowohl für die Wasserversorgung als auch für den Naturraum kaum zu unterschätzende Gefahren mit sich bringen könne.

Aufschläge für hohen Wasserverbrauch

„Die bisherige Vernachlässigung von Wasserproblemen durch die Kommunalpolitik ist gerade im Verbundnetz Rhein-Main nicht länger hinnehmbar und fällt uns schon heute auf die Füße“, erklärten die Vorsitzenden der SGV, Cécile Hahn, und der AG Burgwald, Dr. Anne Archinal, laut Mitteilung. „Es ist schon sehr beunruhigend zu sehen, dass hier zwar immer die kommunale Hoheit reklamiert wird, viele Parlamentarier oftmals aber gar nicht wissen, von wo ihr Wasser kommt und was eine Trinkwasserverschwendung in den Gewinnungsgebieten anrichtet.“

„Spätestens zur Kommunalwahl 2021 muss Wasser ganz oben auf der Agenda der hessischen Städte und Gemeinden stehen, damit zukunftsweisende Maßnahmen auf den Weg gebracht werden“, teilten die beiden Organisationen mit. Sie fordern von den Kommunen:

Den Grundwasserbedarf einzuschränken und die sommerlichen Lastspitzen zu kappen.

Die Wasserversorgung klimafest zu machen und dabei eigene Wasserressourcen zu nutzen.

Betriebswasser beziehungsweise Nicht-Trinkwasser für alle adäquaten Zwecke zu nutzen.

Aufschläge auf den Trinkwasserpreis ab einem unangemessen hohen Verbrauch.

Verbesserung der Grundwassersituation durch Rückhalten und Versickern von Regenwasser.

Vermeidung von Flächenversiegelung und Entsiegeln wasserundurchlässiger Flächen.

Erstellung kommunaler Wasserkonzepte als Leitfaden für die Daseinsvorsorge.

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