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Nordkreis Ältere leben in Wetter künftig mittendrin
Landkreis Nordkreis Ältere leben in Wetter künftig mittendrin
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15:59 11.09.2020
Mit der Kelle in der Hand und mit Mund-Nasenschutz ausgerüstet wird sich für das Foto kurz nach vorne gebeugt, um die Grundsteinlegung in Szene zu setzen. Im Kästchen, das eingemauert wurde, befindet sich auch eine Ausgabe der OP vom Tage. Quelle: Götz Schaub
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Wetter

Der „Seniorenpark an der Wetschaft“ nimmt Gestalt an. Auf der Baustelle herrscht rege Tätigkeit. Die Lage könnte nicht besser sein. Mitten in der Stadt und doch etwas abgeschieden sind alle wichtigen Einrichtungen für das tägliche Leben barrierefrei fußläufig zu erreichen. Die Menschen, die in die 22 barrierefreien Apartments „Betreutes Wohnen“ einziehen werden, haben so maximalen sozialen Anschluss.

In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich das Ärztehaus, eine Apotheke, Banken, Post, Bäckereien, das Einkaufszentrum. Für Personen, die noch gerne mobiler sein wollen und können, ist der Bahnhof auch in Reichweite. Das Besondere an diesem Haus ist ein zusätzlicher Gemeinschaftsraum, in dem sich die Bewohner zusammen treffen können.

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Neben dem Komplex für betreutes Wohnen, das vom St.-Elisabeth-Verein betrieben wird, gibt es noch ein zweites Gebäude, in dem Gruppen mit bis zu 14 Personen zusammenleben werden. Am Mittwochnachmittag fand die Grundsteinlegung auf der wohl letzten „Großbaustelle“ im Herzen der Stadt statt.

Bürgermeister Kai-Uwe Spanka zeigte sich hocherfreut, dass die Zusammenarbeit mit dem örtlichen Unternehmer Dr. Hans Gerhard Lenz und nun in zweiter Generation mit dessen Sohn Jan Heiko Lenz die Stadtentwicklung erfolgreich vorangebracht hat und Wetters neue Mitte mit diesem Bauprojekt seinen sinnvollen Abschluss findet.

Vorteile für alle Generationen

Die einzelnen Investitionen bauten aufeinander auf und fügen sich nun zu einer Einheit zusammen, die Vorteile für alle Generationen bringe. Lob zollte Spanka auch dem St.-Elisabeth-Verein, der sich in vielfältiger Weise in Wetter engagiert, unter anderem auch mit Jugendwohngruppen und einer Kinderbetreuung.

Den Mitarbeitern vom Fachbereich Bauen des Landkreises dankte er, dass die Baugenehmigung nicht lange auf sich warten ließ. Der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow überbrachte die Grüße von Landrätin Kirsten Fründt, die sich beim Kreis sehr für dieses Projekt stark gemacht habe. Den handelnden Akteuren vom Bauunternehmer bis zu den Betreibern der Einrichtung bescheinigte Zachow Mut und die Fähigkeit, Visionen nicht nur denken, sondern auch zum Wohle der Gesamtgesellschaft umsetzen zu können.

Demografische Entwicklung steigert Nachfrage

Die Nachfrage ist gegeben, und sie wird allein durch die demografische Entwicklung steigen. Bis 2030 werden neun Prozent der Bevölkerung der Stadt Wetter 80 Jahre und älter sein. Da wird es viele geben, die noch selbstbestimmt wohnen wollen, aber keinen direkten Familienanschluss mehr zu einer jüngeren Generation haben und aus gesundheitlichen Gründen etwas mehr Sicherheit haben wollen, ohne jedoch ihren vertrauten Wohnort verlassen zu müssen. Für solche Menschen ist das betreute Wohnen in ihrer Stadt sehr wohl eine Option.

Beim betreuten Wohnen ist ein Ansprechpartner für alle pflegerischen und gesundheitlichen Anliegen direkt im Haus. Das bedeutet, bei einem Ruf über das Hausnotrufsystem gibt es tagsüber eine unmittelbare Reaktion und nachts ebenfalls über die Rufbereitschaft der Diakoniestation, und das von vertrauten Betreuungspersonen, sagte Ernst Boltner, Geschäftsbereichsleiter Altenhilfe St.-Elisabeth-Verein für den ambulanten Bereich.

48 Pflegeplätze in Hausgemeinschaften

In dem Gebäude für betreutes Wohnen sind aber auch Räume für die Diakoniestation vorgesehen. Auf rund 130 Quadratmetern werden dort Büroräume, Teamraum und Lagerraum entstehen. Deshalb war auch Pfarrer Friedhelm Wagner aus Münchhausen bei der Grundsteinlegung mit dabei als Vertreter der Diakonie. Er freut sich, dass das betreute Wohnen auch von jüngeren Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen genutzt werden könne. Für das Gelingen des Projekts sprach er ein Gebet.

Neben dem betreuten Wohnen gibt es wie bereits erwähnt noch ein zweites großes Gebäude auf dem Areal. Dort werden in Hausgemeinschaften 48 Pflegeplätze zur Verfügung gestellt, verteilt auf zwei Etagen. Dabei gibt es einen speziellen Schwerpunkt für an Demenz Erkrankte im Erdgeschoss. Betreiber dieses Hauses wird die Altenhilfe St. Elisabeth gGmbH sein, eine 100-Prozent-Tochter des St.-Elisabeth-Vereins.

Oliver Pappert, Geschäftsbereichleiter für den stationären Bereich Altenhilfe St.-Elisabeth-Verein, sowie Ulrich Kling-Böhm vom Vorstand freuten sich, dass aus einer Idee in Zusammenarbeit mit den richtigen Leuten ein Projekt realisiert werden konnte, das sich direkt an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientiert. Bauherr ist die HBH Telemedia AG, der Jan Heiko Lenz vorsteht. Ausführender Generalunternehmer ist die Firma Goldbeck Nord GmbH aus Bielefeld. Architekt Frank Hertel von der Firma Goldbeck geht davon aus, dass etwa im August kommenden Jahres alles fertig sein wird.

Von Götz Schaub