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Nordkreis Ein Graffiti für 30 Jahre Städte-Freundschaft
Landkreis Nordkreis Ein Graffiti für 30 Jahre Städte-Freundschaft
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18:00 06.07.2021
Aga Sauerwald vom Partnerschaftsverein Cölbe-Koscierzyna und Bürgermeister Dr. Jens Ried präsentieren das Werk des polnischen Graffitikünstlers Paweł Bruski.
Aga Sauerwald vom Partnerschaftsverein Cölbe-Koscierzyna und Bürgermeister Dr. Jens Ried präsentieren das Werk des polnischen Graffitikünstlers Paweł Bruski. Quelle: Götz Schaub
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Cölbe

Kaum zu glauben, aber an diesem Kunstwerk wurde kein einziger Pinselstrich ausgeführt. Es handelt sich um ein Wandbild, das nur unter Zuhilfenahme von Spraydosen entstand. Es stammt aus der Hand von Paweł Bruski. Der Graffiti-Künstler kommt nicht nur aus Polen, sondern aus Koscierzyna. In diesem Jahr feiern die Gemeinde Cölbe und die Stadt sowie die Gemeinde Koscierzyna das 30-jährige Bestehen der deutsch-polnischen Verschwisterung.

Und Bruski ist der Mann, der dafür zweimal in Polen, also in der Stadt und in der Gemeinde Koscierzyna und einmal in Cölbe künstlerisch tätig wurde. Aga Sauerwald vom Partnerschaftsverein Cölbe-Koscierzyna sagt: „Die Motive in den drei Kommunen sind jeweils Kinder, da am Anfang der Verschwisterung ein Austauschprogramm mit Kindern und Jugendlichen stand. Dabei ging es um Folkloregruppen, Sportvereine, die Pfadfinder und Chöre. Die Kinder spielen miteinander und freuen sich auf eine gemeinsame, demokratische, deutsch-polnische Freundschaft in einem geeinten Europa.“ In Cölbe ist auf dem Kunstwerk noch ein Storch dazu gekommen. Das soll an den „tierischen Austausch“, der frei von jeglichen Grenzen ist, erinnern. „Jeder dritte Storch, der hier ist, kommt aus Polen“, sagt Aga Sauerwald. In Polen sind die Tiere besonders in der Kaschubei anzutreffen: Aufgrund der zahlreichen Seen hat dort jede Ortschaft sein eigenes Storchenpaar.

Wandbild entstand in nur einer Woche

Aber zurück zum Wandbild. Entstanden ist es in knapp einer Woche an einem Vorbau der Sporthalle in Cölbe. Cölbes Bürgermeister Dr. Jens Ried freut sich über das Wandbild, das sich über die gesamte Front inklusive Garagentore erstreckt und sogar um eine Ecke geht. „Wir haben schon nach einem geeigneten Platz gesucht, der auch von Menschen aufgesucht wird, wo sie auch die Möglichkeit haben, das Bild in Ruhe zu betrachten. Da wir hier am Sportzentrum mit dem Aktivpark noch was vorhaben, werden hier auch immer viele Menschen hinkommen und es sehen“, sagt Ried.

Für Aga Sauerwald ist und bleibt die Partnerschaft immer etwas Besonderes. Sie stammt aus Koscierzyna und fand gleich zu Beginn der Partnerschaft in Cölbe in Frank Sauerwald ihren persönlichen Lebenspartner, mit dem sie auch heute noch glücklich verheiratet ist. Bei den vielen Treffen und Besuchen agiert sie seither immer wieder als Mitorganisatorin und natürlich als Übersetzerin in beide Sprachen. Ach, und Pawel Bruski wird den Cölbern wohl noch etwas mehr als „nur“ dieses eine Waldbild hinterlassen. Man darf sehr gespannt sein.

Von Götz Schaub

03.07.2021
01.07.2021