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Nordkreis 27-Jähriger gesteht Angriff auf die Ex
Landkreis Nordkreis 27-Jähriger gesteht Angriff auf die Ex
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10:27 12.01.2020
Ein als Silhouette abgebildeter Mann droht einer Frau mit der Faust. Ein Mann aus dem Nordkreis griff vor drei Jahren im Streit seine Ex-Freundin durch das offene Autofenster an und würgte die Frau. Quelle: Jan-Philipp Strobel/Symbolfoto
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Marburg

Er soll nicht nur Kokain besessen haben, sondern vor drei Jahren auch seine ehemalige Lebensgefährtin durch das offene Autofenster geschlagen und gewürgt haben. Wegen dieser Vorwürfe musste sich ein 27-Jähriger aus dem Nordkreis am Montag (6. Januar) vor dem Marburger Amtsgericht verantworten. Der Mann legte ein Teil-Geständnis ab: Direkt nach Verlesen der Anklageschrift sagte sein Anwalt Stefan Adler: „An beiden Anklagen ist etwas dran.“

Der Vorwurf wegen Besitzes von Betäubungsmitteln sei richtig, sein Mandant habe das Kokain ohne­ Erlaubnis dabei gehabt. Der zweite Vorwurf stimme jedoch nur zum Teil. 

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Der Angeklagte habe seine ­Ex-Lebensgefährtin im heftigen Streit – sie wollte ihn wegen Unterhaltspflichten zur Rede stellen – „grob angepackt“, nämlich an Hals und Oberarmen. „Geschlagen hat er sie nicht. Wenn er das gewollt hätte, dann hätte das anders ausgesehen“, sagte Adler. Er bezog sich auf die Fotos der Verletzungen der Frau, die dem Gericht als Beweismittel vorlagen. 

Damit wolle er das Handeln seines Mandanten aber nicht abschwächen, betonte Adler. Der Tatbestand der Körperverletzung sei ohne Frage gegeben. „Ich gehe aber nicht davon aus, dass diese Geschichte zu einem Urteil führen müsste.“ 

Denn: Beide Taten stammen aus dem September 2017, „fast drei Jahre ist das her“, gab der Anwalt zu bedenken. Eine lange Dauer bis zur Hauptverhandlung fließt vor Gericht in der Regel in das Strafmaß zugunsten des Angeklagten mit ein.

Nach der Körperverletzung habe es zudem im Januar 2018 schon einen Antrag auf einstweilige Verfügung gemäß des Gewaltschutzgesetzes gegen seinen Mandanten gegeben. Vor allem aber aufgrund der langen Zeitspanne bis zu diesem Verfahren beantragte Adler die vorläufige Einstellung beider Anklagepunkte gegen Auflage. 

Die Staatsanwaltschaft schloss sich dem Antrag an. Richterin Knauf stellte daher das Verfahren für die Dauer von sechs Monaten vorläufig ein. Der Angeklagte muss in diesem Zeitraum 500 Euro an die häusliche Kinderkrankenpflege zahlen. 

Kommt er der Auflage nicht nach, würde das Verfahren wieder aufgenommen. „Ich hoffe, dass wir uns in dieser Sache hier nicht wieder treffen müssen“, mahnte die Richterin abschließend den Mann.

von Beatrix Achinger

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