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Nordkreis 5G für elf weitere Kommunen im Kreis
Landkreis Nordkreis 5G für elf weitere Kommunen im Kreis
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21:55 28.07.2020
Ein 5G-Sendemast. Quelle: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dp
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Landkreis

5G ist das neue Zauberwort, wenn es um starke Verbindungen beim mobilen Internet geht. Zwar dürfte der größte Teil der Handynutzer noch kein 5G-fähiges Mobiltelefon ihr Eigen nennen, um die neue Mobilfunkgeneration nutzen zu können, aber das soll sich bald ändern, sagt zumindest die Deutsche Telekom und baut ihre Mobilfunkstandorte aus, auch im Landkreis. In Marburg-Biedenkopf wurden nun 14 Funkmasten mit 5G nachgerüstet.

Davon profitieren elf Kommunen, und zwar: Amöneburg, Breidenbach, Dautphetal, Fronhausen, Gladenbach, Lohra, Marburg, Neustadt, Stadtallendorf, Steffenberg und Wohratal. Die dortigen Standorte wurden aufgerüstet, funken nun im neuesten Mobilfunkstandard. Andere wurden bereits zuvor umgestellt. 5G ist der Nachfolger von 4G (LTE) und soll bis zu 100 Mal schneller sein, die Datenübertragung im mobilen Internet somit weiter verstärken. Laut Telekom-Sprecher George-Stephen McKinney profitieren von der Aufrüstung aber auch die Nutzer eines modernen LTE-Smartphones, die mehr Bandbreite erhalten. Und die Mobilfunkstation erkenne ab sofort, ob sich ein LTE- oder 5G-Handy in ihrer Funkzelle aufhält und versorgen das Handy dann je nach Bedarf. Auch ältere Mobilfunkstandards wie GSM und UMTS würden weiterhin bedient.

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Denn Smartphones, die mit den 5G-Frequenzen auch kompatibel sind, sind noch nicht sehr weit verbreitet. Seit Ende Juli könnten mehr als 40 Millionen Menschen in Deutschland das 5G-Netz der Telekom nutzen, zumindest rein technisch. „Es gibt tatsächlich erst eine Handvoll Handys dafür – das wird sich aber in etwa einem halben Jahr ändern“, schätzt McKinney. Wenn der schnellere Mobilfunk durch den Ausbau in der Fläche mehr und mehr zur Verfügung steht, müssten darauf auch die Hersteller reagieren und nachziehen, somit mehr und günstigere 5G-Handys auf den Markt bringen.

Noch gibt es „weiße Flecken“ im Kreis

Schaut man sich den Kreis über die Netzkarte an, welche die regionale Versorgung mit den jeweiligen Mobilfunknetzen dokumentiert, sind noch weiße Flecken im Kreis zu erkennen. Darunter etwa Münchhausen, Ebsdorfergrund, Amöneburg oder Kirchhain. Die 5G-Abdeckung reicht auch noch nicht bis zu den östlichen Außenstadtteilen von Marburg. Wann auch diese Bereiche mit 5G rechnen können, stehe noch nicht fest, der neue Standard stecke fast noch in den Kinderschuhen, „das 5G-Netz steht mit seinem Leistungsvermögen und seinen Möglichkeiten noch am Anfang“, sagt McKinney. Der Ausbau laufe „auf Hochtouren“, auch die Corona-Pandemie habe darauf keinen Einfluss gehabt. Bundesweit wurden mehr als 12 000 Antennen für 5G fit gemacht. Bis Ende des Jahres sollen es 40 000 Antennen sein.

Möglich mache das der variable Einsatz von Mobilfunk-Frequenzen und neue technologische Entwicklungen. Außerdem der Zuschlag der Bundesnetzagentur: Im September 2019 nach der vergangenen Versteigerung hatte die Bundesnetzagentur die verschiedenen Frequenzbereiche an die Netzbetreiber verteilt, darunter etwa Vodafone oder Telekom, und damit den Weg frei gemacht für den Netzausbau auf 5G. Ersteigert hatte die Telekom dieses Spektrum ursprünglich für die Nutzung ab 2021. Durch den vorzeitigen Zukauf verdreifache der Konzern das bisher in diesem Frequenzbereich für die neuen Technologien genutzte Spektrum.

Die Telekom nutzt dabei 15 Megahertz (MHz) im 2,1 Gigahertz-Band für LTE und 5G. Davon stammen 5 MHz aus dem bisherigen 3G-Spektrum und werden umgewidmet. Zusätzlich habe die Telekom 10 MHz Spektren von einem Mitbewerber erworben. Auch dieses Spektrum setzte das Unternehmen für LTE und 5G ein. Höhere Frequenzen bieten dabei höhere Geschwindigkeiten, die Reichweite ist aber nicht besonders groß.

Der neue Standard funkt daher in größeren Städten bei der Telekom in der Regel auf einer hohen neuen Frequenz von 3,6 GHz. Auf der niedrigeren 2,1 GHz-Frequenz sind die Reichweiten der 5G-Antennen deutlich höher und werden für die Flächenversorgung genutzt – sind also auf dem Land stärker verbreitet, wo die Surfgeschwindigkeit geringer ist als in Großstädten, wo weniger Kilometer gut gemacht werden müssen. Kritiker bemängeln, dass mit immer neuen Frequenzen damit gerade im ländlichen Raum immer neue Funkmasten gebraucht werden, da mit höherer Frequenz die Reichweite sinkt.

Eine Übersicht über die regionale Verfügbarkeit von 5G ist auf www.telekom.de/netzausbau zu finden.

Von Ina Tannert