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Landkreis Manchmal ist weniger mehr
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19:28 24.01.2017
Von Katharina Kaufmann
Die Kleinkind-Schaukel war bei Jannes Besuch auf dem Spielplatz Taspelstraße in Halsdorf das Highlight-Spielgerät. Es konnte gar nicht hoch genug hinaus gehen. Quelle: Tobias Hirsch
Wohra

Die Sonne scheint, das Laub leuchtet rot, gelb und orange und Janne sitzt laut jauchzend in der Schaukel. Es braucht nicht viel, um Kinder glücklich zu machen. Das zeigt sich auch auf den Spielplätzen der Gemeinde Wohratal. Der Spielplatz in der Halsdorfer Taspelstraße ist mit 1380 Quadratmetern die größte von der Gemeinde unterhaltene Spielfläche. Sechs Spielgeräte finden sich dort: Schaukel, Nestschaukel, Wippe, Röhrentunnel, Sandkasten und Fußballtor. Doch das reicht allemal aus, um den Kindern Bewegung und Spaß zu bringen – so wie Janne. Der will gar nicht mehr runter von der Schaukel. „Höher, noch höher“, ruft der Dreijährige und wirft lachend den Kopf nach hinten.

Insgesamt gibt es in der 2295 Einwohner zählenden Gemeinde im Nordosten des Landkreises sieben Spielplätze: jeweils einer in Langendorf und Hertingshausen, zwei in Halsdorf und drei in Wohra. Alle mit mindestens drei Spielgeräten ausgestattet. Deren Erneuerung und Modernisierung geschieht nach Bedarf, teilt die Gemeinde mit. So sei für den großen Halsdorfer Spielplatz die Anschaffung einer Spielkombination geplant. In jedem Ort gibt es auch mindestens einen Spielplatz mit einem Spielgerät für Kleinkinder, etwa ein Wipptier oder eine Kleinkindschaukel. In Halsdorf in der Taspelstraße findet sich beides. Janne ist auch vom „Wipphund“, wie er das Gerät nennt, sehr angetan. „Guck mal, wie schnell ich das kann“, sagt er und schwingt sich mit viel Körpereinsatz vor und zurück.

Vermisst wird eine Rutsche

Was der Dreijährige auf dem großen Spielplatz vermisst ist eine Rutsche. „Hier kann man gar nicht rutschen“, stellt er bereits beim Ankommen mit Blick über den Spielplatz und die Geräte fest: „Schade.“ Beim Toben auf dem Gelände stört das den Dreijährigen dann gar nicht mehr. Da findet es er viel ärgerlicher, dass er keinen Ball zum Fußballspielen mitgebracht hat. Am meisten Spaß hat er aber auf den Schaukeln – sei es in der Kleinkindschaukel oder auf dem Bauch liegend in der Nestschaukel.

Mit 360 Quadratmetern ist der kleinste Spielplatz der Gemeinde der in der Halsdorfer Straße in Wohra. Dort gibt es „nur“ drei Spielgeräte, was aber nicht wirklich schlimm ist, da die beiden anderen Spielplätze des Ortes mit mehr Geräten ausgestattet sind. In der Straße Männerstatt gibt es fünf Spielgeräte, im Gendalweg genauso viele. Alle sind relativ neu. Nach Gemeindeangaben wurden die Geräte zwischen 2009 und 2015 zuletzt modernisiert und erneuert.

Insgesamt hat die Gemeinde nach eigenen Angaben in den vergangenen fünf Jahren jährlich durchschnittlich rund 14.000 Euro für die Spielplätze im Haushalt angesetzt. Durchschnittlich ausgegeben wurden knapp 6000 Euro pro Jahr. Die letzten Neuerungen erfolgten je nach Spielplatz zwischen den Jahren 2007 und 2015.

Wie alt oder neu die Geräte sind, ist Janne völlig egal. Der Dreijährige kümmert sich auch nicht um vermooste Bänke oder Matschspuren auf den Schaukelbrettern. Die von den großen im Sommer Schatten spendenden Bäumen fallenden Blätter findet er fast genauso toll wie die Spielgeräte. Er rennt mit großen Schritten quer durchs Laub, schießt es vor sich her und freut sich, wenn er es aufwirbeln kann. Es braucht eben nicht viel, um Kinder glücklich zu machen – auch nicht auf Spielplätzen.

Aus der Statistik

Zahl der Spielplätze: Sieben Spielplätze in vier Ortsteilen

Größe: Variiert zwischen 360 und 1 380 Quadratmetern

Spielgeräte: Zwischen drei und sechs, je nach Größe des Geländes

Haushaltsmittel: In den vergangenen fünf Jahren waren durchschnittlich rund 14.000 Euro im Jahr für die Spielplätze im Haushalt der Gemeinde veranschlagt. Ausgegeben wurden im Durchschnitt jährlich rund 5 800 Euro.

Empfehlungen: Der größte Spielplatz der Gemeinde ist der in der Taspelstraße in Halsdorf, der kleinste befindet sich in der Halsdorfer Straße in Wohra.

von Katharina Kaufmann-Hirsch