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Landratswahl 2019 Er kandidiert, um es besser zu machen
Landkreis Landratswahl 2019 Er kandidiert, um es besser zu machen
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06:58 23.08.2019
CDU-Kandidat Uwe Pöppler, Jahrgang 1967, ist überzeugt davon, dass es der Kreis besser als jetzt kann, den Menschen in Stadt und auf dem Land dieselben Rahmenbedingungen zu bieten. Dafür will er sich einsetzen. Quelle: Götz Schaub
Marburg

Wer bis jetzt immer noch gedacht hat, Uwe Pöppler – ein Mann, der im Landratsamt unter Landrätin Kirsten Fründt als Jugend- und Sozialamtsleiter in verantwortlicher Position arbeitet – sei nur ein Alibi-Kandidat der CDU, um das Gesicht zu wahren, aber gleichzeitig nicht die große Koalition im Kreis zu gefährden, hat definitiv falsch gedacht.

„Ich trete an, weil ich Landrat werden möchte. Einen Plan B, mir im Falle einer Nichtwahl wenigstens einen lukrativen politischen Posten zu sichern, gibt es definitiv nicht“, sagt der Kirchhainer Uwe Pöppler entschieden.

Er will an die Spitze des Kreishauses, weil er davon überzeugt ist, dass vieles einfach besser und durchaus auch schneller zu machen geht, als es jetzt läuft. Und einiges müsse dringend ganz anders laufen. Das allein sei die Motivation, sich als Landrat in den Dienst der Bürger des Landkreises stellen zu wollen. Er möchte Ergebnisse für die Menschen liefern, das Stadt-Land-Gefälle ausgleichen. Deshalb auch sein Wahlkampf-Slogan: „Zeit zum Handeln“.

Kritik: In sechs Jahren wurde nicht ein Radweg gebaut

Es reiche nicht, Themen PR-wirksam in Szene zu setzen und eine Bürgerbeteiligung zu proklamieren. „Über den Ausbau des Radwegenetzes wurde nun bald sechs Jahre diskutiert und kein einziger Radweg gebaut“, sagt Pöppler.

Ein Landrat muss seines Erachtens klare Schwerpunkte setzen und an diesen stringent und durchaus auch mal in den Hintergrund tretend arbeiten, um dann auch konkrete Ergebnisse zu präsentieren. Welche Schwerpunkte sollen das sein? Die Führungsspitze des Kreises müsse darauf reagieren, was die Menschen im Kreis benötigen und sich wünschen.

Aktuell gehe es um flächendeckendes schnelles Internet und ein sicheres modernes Handynetz sowie auch um ein gut ausgebautes Radwegenetz, weil immer mehr Menschen das E-Bike für sich entdecken und sich damit dann auch auf sicheren Wegen im Landkreis bewegen wollen. „Das E-Bike feiert Erfolge, weil es die Menschen überzeugt. Es wurde ihnen nicht aufgestülpt. Unsere Aufgabe ist es nun, auch die Infrastruktur dafür herzustellen.“

Schnelles Internet und ein sicheres Mobilfunknetz sind für Pöppler zwei Themen, die ganz entscheidend über die Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit des Kreises entscheiden.

Pöppler sieht Kreisverwaltung als aufgebläht

„Erreichbarkeit ist eine Daseinsfürsorge, ungleiche Lebensverhältnisse darf es da im Landkreis nicht geben“, so der CDU-Kandidat. „Um erfolgreich zu sein, muss man auch darauf reagieren, wie sich der Markt entwickelt, was bei den ­Menschen ankommt. In vielen Fällen ist die Weiterentwicklung der Technik schneller als der ­eigentliche Ausbau. Wir dürfen da nicht ins Hintertreffen geraten.“

Erreichbarkeit ist nicht nur ein Service, sie hat, wenn sie nicht gewährleistet wird, schnell auch finanzielle Auswirkungen. Ein Beispiel: „Wenn ein Landwirt in der Ernte ist und bei seiner Erntemaschine auf dem Feld einen Fehler auftritt, ist der Schaden um ein Vielfaches schneller behoben, wenn ich direkt von dort per Handy Hilfe anfordern kann.“

Derzeit nimmt Pöppler eine Kreisverwaltung wahr, die sich personell rasant aufgebläht hat. Sicher gebe es neue Aufgaben, die mehr Fachleute erfordern, doch die vorgenommene Größenordnung hält er für übertrieben und hausgemacht.

Kurzporträt

Mehr über Uwe Pöppler lesen Sie hier.

Der Kreis müsse nicht alles unter seinen Einfluss bringen, sondern eher dafür sorgen, dass die Kommunen finanziell besser ausgestattet werden.

Und das sei leicht möglich. Pöppler, der sich selbst im Stadtparlament Kirchhain als Fraktionsvorsitzender der CDU engagiert, weiß ganz genau, von was er redet.

„Den Parlamenten muss mehr Raum zur Gestaltung und Erhaltung der Infrastruktur gegeben werden.“ Die Personalkosten sind mit den nahezu 300 Neueinstellungen auf mehr als 60 Millionen Euro gestiegen. „Wir können locker zehn Millionen Euro Personalkosten einsparen und das Geld den Kommunen zur Verfügung stellen.“

Und mehr noch. Pöppler kritisiert auch die 1,5 Millionen Euro Wirtschaftsförderung, die der Kreis den Kommunen jährlich zur Verfügung stellt. Um davon etwas zu kommen, müssen die Kommunen Anträge stellen. „Was ist das für ein Vorgehen? Das schafft eher ein Klima von Wohlverhalten und Abhängigkeiten“, sagt Pöppler.

Menschen zuhören 
und Vertrauen schaffen

Der Kreis maße sich an, darüber zu entscheiden, was für die Kommunen gut ist und gebe dann aus diesem künstlichen Fördertopf eine Summe x dazu. Dabei könne dieses Geld auch sofort anteilig an alle Kommunen gehen. Der SPD wirft er in diesem Zusammenhang einen Hang zum zentralistischen Denken vor. „Die Bürgerparlamente seien die Institutionen, die am nächsten an den Bürgern dran sind. Wenn diese nicht mehr handlungsfähig sind, gefährdet das in letzter Konsequenz auch die Demokratie.“

Im Wahlkampf will Uwe Pöppler so viele Hausbesuche in den Dörfern und Städten des Landkreises machen, wie es ihm nur möglich ist. Es ist das Gespräch mit den Menschen, worauf er sich immer freut, auf das er Wert legt. Dabei könne man durchaus auch unterschiedlicher Ansicht sein.

Wichtig für ihn sei es zu erfahren, welche Themen die Menschen ansprechen, welche Lösungen sie sich dafür wünschen. „Wenn die Menschen merken, dass man ihnen zuhört und sie mit ihren Anliegen ernst nimmt, stärkt das auch das Vertrauen in die Politik vor Ort“, erklärt Uwe Pöppler. Genau dafür will er auch einstehen.

von Götz Schaub