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Landratswahl 2019 CDU nominiert Uwe Pöppler für Landratswahl
Landkreis Landratswahl 2019 CDU nominiert Uwe Pöppler für Landratswahl
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08:00 20.05.2019
Geschafft. Mehr als 90 Prozent der 132 Delegierten stimmten für Uwe Pöppler (rechts). Dr. Thomas Schäfer (links) rüstete ihn mit einigen Utensilien für einen erfolgreichen Wahlkampf aus. Quelle: Götz Schaub
Marburg

Die CDU geht sehr selbstbewusst in den Wahlkampf um das Landratsamt. Für den Vorsitzenden Dr. Thomas Schäfer ist klar, dass am 8. September CDU-Kandidat Uwe Pöppler gewinnen wird. „Natürlich haben wir intern diskutiert, ob wir einen Kandidaten stellen sollen oder nicht“, gab Dr. Thomas Schäfer zur Eröffnung des 90. Kreisparteitages am Freitagabend in Kirchhain offen zu. Dann sei man überein gekommen, dass die „Chancen größer sind als die damit verbundenen Risiken“. Als man dann noch in Uwe Pöppler (51) einen Interessenten für die Kandidatur fand, war ihm klar, dass das was werden wird. Allein sein beruflicher Werdegang prädestiniere Pöppler, das Amt gewinnbringend auszufüllen, erfolgreich zu führen und Prozesse zum Wohle des Landkreises nicht nur anzustoßen, sondern durchzusetzen.

Auch Dr. Stefan Heck und Dirk Bamberger, beide seit der Hessenwahl in unterschiedlichen Funktionen für die CDU in Wiesbaden tätig und Stefan Völker als gastgebender Verbandsvorsitzender und Kirchhainer Kollege von Pöppler, warben in ihren Grußworten um Unterstützung für den zu wählenden Kandidaten.

Auch Marian Zachow steht hinter Uwe Pöppler

Und auch Marian Zachow, der derzeit Erster Kreisbeigeordneter ist, ließ keinen Zweifel aufkommen, und machte unmissverständlich deutlich, dass er hinter der Entscheidung steht, auch wenn ein Sieg Pöpplers seine politische Karriere ins Ungewisse führen könnte.

Als Uwe Pöppler dann ans Mikrofon trat, wurde sehr schnell deutlich, mit was für einer Person die Wähler zu rechnen haben. Einem Mann, der nicht auf polternde Worte setzt, der sich nicht von null auf hundert in Rage redet, sondern einen Mann, der seine Vorstellungen lieber ruhig und sachlich, dafür klar und deutlich weitergibt. Er ist einer der Mitarbeiter unter Kirsten Fründt im Landratsamt. Als leitender Verwaltungsdirektor konnte er selbstbewusst sagen, dass er in seiner jetzigen Position nicht nur direkt für 345 Menschen im Landratsamt verantwortlich ist, sondern einen der größten Fachbereiche mit einem Haushaltsvolumen von 154 Millionen Euro steuert. Als Jugend- und Sozialamtsleiter sei er es gewohnt, „jeden Tag schnelle und lösungsorientierte Entscheidungen zu treffen“.

Als Landrat müsse man sich aber nicht nur im Kreishaus auskennen, sondern auch in der Lebenswirklichkeit. So habe er außerhäuslich viel in Hessen und natürlich noch viel mehr im Landkreis zu tun. „Ich erlebe jeden Tag, wie ungleiche Lebensverhältnisse, unzureichende Infrastruktur und ein teilweise stark ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle unsere Kinder benachteiligt, Senioren vereinsamen lässt, Firmen und Unternehmen keine Beschäftigten mehr finden, weil unsere Studenten, Auszubildenden und junge Familien lieber in die Metropolen ziehen, weil sie sich dort bessere Lebensbedingungen erhoffen.

Pöppler will gleichwertige Lebensverhältnisse sichern

Dabei besitze gerade unser Landkreis alle Rahmenbedingungen, Menschen hier ein Zuhause zu bieten. So gebe es einige ansässige Weltfirmen, ein Uni-Klinikum und mehrere Krankenhäuser, eine Universität, einen stabil aufgestellten Mittelstand. Nun sei es Zeit, das alles gewinnbringend zu nutzen. Dazu sei es aber unerlässlich, die Infrastruktur zu modernisieren und dafür auch die Kommunen durch Entlastung mit mehr Geld auszustatten. Als Kirchhainer Kommunalpolitiker weiß er, was die Kommunen benötigen.

Und so sagt er denn auch: „Ich möchte der Landrat sein, der die Stadt- und Gemeindeparlamente wieder in die Lage versetzt, über Neubauten von Kindertagesstätten zu entscheiden, der sie in die Lage versetzt, Gemeindestraßen zu sanieren und Straßenbeitragsgebühren abzuschaffen.“ Pöppler setzt weiter den Hebel dort an, wo er Hilfe für die Menschen geben kann. „Ich möchte der Landrat sein, der die Daseinsvorsorge und gleichwertige Lebensverhältnisse auch und gerade in den Dörfern sicherstellt.

Und er richtete auch schon ein Versprechen an die Kommunen. Er werde als Landrat die viel diskutierte Kreisumlage auf 49 Prozentpunkte begrenzen. Und er will den Investitionsstau abbauen, schnellere Umsetzungen erwirken, etwa bei der Sanierung von Schulen. „Es bringt überhaupt nichts, mit immer höheren Beträgen den Investitionsstau zu beziffern, wenn die Umsetzung nicht erreicht werden kann. Dabei nahm er auch zum Kreishaus selbst Stellung: So habe man zur Kenntnis nehmen müssen, dass allein von der Vorplanung bis zur Umsetzungsplanung beim neuen Anbau des Kreishauses Kosten um 1,2 Millionen Euro steigen und nun 7,2 Millionen Euro ­fällig ­werden.

Pöppler: "Ich weiß, wie man einen Landkreis führen muss".

Und auch in Sachen Digitalisierung erwartet er große Fortschritte, neben einem erfolgreichen Breitbandausbau und einem Mobilfunknetz ohne Funklöcher auch so schnell wie möglich „5G an jeder Milchkanne“.
Zum Ende seiner Rede brachte er dann auch leise Kritik an. „Mit PR und Pressearbeit alleine lassen sich diese Herausforderungen nicht meistern. Hier sind Führungskompetenz und Durchsetzungswillen gefragt. Als leitender Verwaltungsdirektor eines der größten Fachbereiche und einem breiten und tiefen Verwaltungswissen gepaart mit meiner kommunalpolitischen Erfahrung weiß ich, wie man einen Landkreis führen muss.“ Und so stellt er seinen Wahlkampf auch unter den Slogan „Zeit zum Handeln“. 119 von 132 Delegierten gaben ihm schließlich ihre Stimme. Thomas Schäfer versprach ihm schließlich größtmögliche und engagierte Hilfe im Wahlkampf. „Denn du wirst unser nächster Landrat sein“, zeigte er sich überzeugt.

von Götz Schaub

Standpunkt: CDU hat richtig gehandelt

Für die SPD stellte sich wohl kaum die Frage, ob und wenn ja, wen sie ins Rennen um das höchste Amt im Landkreis schickt. Für die CDU war die Entscheidung hingegen nicht ganz so einfach und selbstverständlich. In den zurückliegenden Jahren haben SPD und CDU, die SPD-Landrätin und der CDU-Erste-Kreisbeigeordnete immer wieder betont, wie erfolgreich die Kreisspitze und große Koalition miteinander arbeiten.

Was also sollte die CDU tun? So weitermachen und der SPD kampflos den Posten überlassen, um danach weiter erfolgreich zusammenarbeiten zu können? Nun, Politik funktioniert doch ein bisschen anders. Primär geht es darum, seine eigenen Themen und Vorstellungen durchzusetzen. Kann man dies nicht, versucht man, in einer Koalition möglichst viel davon durchzusetzen. Dann nutzt man in der Regel die nächste sich bietende Chance, ein besseres Wahlergebnis zu bekommen.

Also Koalition hin oder her, die CDU hat die richtige Entscheidung getroffen, einen Kandidaten zu stellen. Sie muss in ihrer Position einfach ein eigenes Angebot machen, zumal das Ergebnis der Hessenwahl im Gegensatz zu dem der SPD im Landkreis als sehr erfolgreich zu werten ist. Bei dieser Entscheidung durfte es keine Rolle spielen, was sie möglicherweise für Auswirkungen auf die Koalition im Kreis hat. Das wird man dann ganz einfach sehen. Der Wähler indessen hat jetzt schon mal eine echte Wahl. Richtig so.

von Götz Schaub