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Hinterland Zweites Solarfeld kommt hinzu
Landkreis Hinterland Zweites Solarfeld kommt hinzu
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11:57 25.06.2020
Die Geschäftsführer der Lahn-Dill-Bergland-Energie GmbH Fatih Erden (links) und Thomas Reuter freuen sich über den Startschuss zum Solarpark im Interkommunalen Gewerbegebiet Salzbödetal. Quelle: Gianfranco Fain
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Mornshausen/S

Der erste Schritt, ein Solarkraftwerk im Interkommunalen Gewerbepark Salzbödetal (IGS), ist noch nicht vollständig umgesetzt, da stimmte der Aufsichtsrat der Lahn-Dill-Bergland-Energie GmbH am Freitag in Bad Endbach bereits dem Kauf eines weiteren Grundstücks im IGS zu, um aus einer Anlage einen regelrechten Solarstrom-Park entstehen zu lassen.

Dem Projekt steht nichts mehr im Wege, da die IGS-Verbandsversammlung dem weiteren Grundstücksverkauf bereits zustimmte. Doch bevor die zweite Anlage umgesetzt wird, soll erst einmal das erste eigene Projekt der in Bad Endbach ansässigen Lahn-Dill-Bergland-Energie GmbH stehen.

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Nächste Woche soll der Aufbau beginnen: Erst werden die Pfähle in den Boden gerammt, dann die Solarkollektoren montiert, die Leitungen verlegt und schließlich die Anlage die Trafostation angeschlossen.

Rund 7.500 Quadratmeter werden dann von Fotovoltaikmodulen abgedeckt, die schräg in Südrichtung aufgestellt von 80 Zentimetern bis auf 2,5 Metern Höhe reichen. Die Pflege der darunter liegenden Grünfläche sollen laut Geschäftsführer Thomas Reuter Schafe übernehmen. Den Auftrag für den Bau der Fotovoltaikanlage erhielt die EAM Netz GmbH aus Kassel, die aus einer bundesweiten Ausschreibung als Sieger hervorging.

„Projekt zu sehr guten Konditionen durchfinanziert“

Der Solarpark hat eine Leistung von 750 Kilowatt-Peak und könnte somit im Jahresmittel bis zu 250 Haushalte, also fast ganz Mornshausen, mit Strom versorgen. Es entsteht auf einem Grundstück gegenüber der Firma ASC. Die Bauzeit werde maximal 14 Tage betragen, erklärt Reuter und fügt stolz an: „Dies ist unser erstes operatives Geschäft, wir investieren in den ersten Bauabschnitt rund eine halbe Million Euro.“

„Das Projekt ist mit einer örtlichen Bank zu sehr guten Konditionen durchfinanziert“, betont Fatih Erden, zweiter Geschäftsführer der Lahn-Dill-Bergland-Energie GmbH. Diese will auch interessierten Bürgern ermöglichen, sich am Solarpark zu beteiligen. Das geschieht über die Lahn-Dill-Bergland Energiegenossenschaft und Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf. Mit diesen soll mehr als ein Fünftel des Investitionsvolumens über die Anteile abgedeckt werden. Wie, das entscheiden die Genossenschaften bis zum Jahresende.

Leistung 1,5 Megawatt

Zumindest für den ersten Bauabschnitt des Solarparks ist die Vergütung gesichert. Laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten Solarparks mit einer Leistung von bis zu 750 Kilowatt 20 Jahre lang eine festgelegte Einspeisevergütung. Unabhängig davon bieten Reuter und Erden den im Gewerbepark ansässigen Unternehmen einen Direktbezug des Stroms an. Die Betriebe hätten dann den Vorteil, dass sie dann in den nächsten 20 Jahren mit einem konstanten Strompreis rechnen können, erläutert Reuter.

Der zweite Bauabschnitt entstünde auf einer benachbarten, doppelt so großen Fläche wie der erste und soll eine Leistung bis zu 1,5 Megawatt haben. Für eine solche Anlage hängt die Vergütung vom Ergebnis einer Ausschreibung ab, wofür sich die Lahn-Dill-Bergland-Energie bei der Bundesnetzagentur schon bewarb.

„Jeder Investor kann jetzt aufatmen“

Planungssicherheit für den ersten Bauabschnitt brachte jedoch der Bundestag am Donnerstag, als er das Aufheben des sogenannten 52-Gigawatt-Deckels für die Fotovoltaik im Erneuerbare-Energien-Gesetz beschlossen. „Damit haben auch wir jetzt Planungssicherheit, die Wirtschaftlichkeit unseres Vorhabens ist somit garantiert“, erklärt Reuter. Bisher drohte die Förderung für Fotovoltaik-Anlagen mit bis zu 750 Kilowatt-Peak im Juli ausgeschöpft zu sein.

Dann wäre Prognosen zufolge das Leistungslimit in Deutschland erreicht worden. „Jeder Investor kann jetzt aufatmen, die garantierte Einspeisevergütung bleibt erhalten“, frohlockt Fatih Erden. Ohne diese Förderung müssten die Betreiber kleiner Solarparks ihren Strom an der Strombörse verkaufen.

Von Gianfranco Fain

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