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Hinterland Unbekannter als Haupttäter?
Landkreis Hinterland Unbekannter als Haupttäter?
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00:18 28.10.2018
Zweiter Verhandlungstag um Raub im Jugendclub Oberweimar. Quelle: Thorsten Richter
Marburg

Der geständige Angeklagte, der wegen einer Vielzahl von Straftaten vor dem Marburger Landgericht steht, berichtete am ersten Verhandlungstag, ein Bekannter bat ihn im Dezember 2016, mit ihm zum Jugendclub in Oberweimar zu fahren, um dort einen Dealer zur Rede zu stellen. Dieser soll Drogen an seinen 15-jährigen Bruder abgegeben haben.

Den Dealer trafen die beiden dort aber nicht an, wohl aber vier andere junge Männer. Diese berichteten, die Täter hätten unvermittelt im Raum gestanden. Wie schon der Gladenbacher sagten drei von ihnen, der unbekannte Wortführer habe von ihnen verlangt, Handys und Wertgegenstände auf den Tisch zu legen und den Kontakt zu dem Gesuchten herzustellen.

Zeuge berichtet über Handgreiflichkeiten

Es habe auch ein kleines Handgemenge gegeben, in denen die mutmaßlichen Opfer sogar kurz die Oberhand gewannen, wegen der Drohung, draußen warteten weitere Männer, einer „ein Psychopath“, aber doch wieder das machten, was die Angreifer­ wollten, zumal sich die Situation entspannte. Ein Zeuge berichtete dagegen, die Handgreiflichkeiten seien sofort nach dem Eintreffen der beiden ausgebrochen.

Alle sagten, die treibende Kraft und der Wortführer sei eindeutig der Unbekannte gewesen. „Bei ihm hatte ich eher das Gefühl, dass er der Mitläufer war“, so ein 19-Jähriger, „der andere­ hatte eindeutig einen Plan.“ Übereinstimmend berichteten die Zeugen, dass zwei von ihnen mit den Tätern zu einem Parkplatz zu einem Treffen mit dem Gesuchten fuhren, das der 19-Jährige arrangierte.

Dort hätten zwei Autos ­gestanden. Zunächst seien die ­Insassen eines der Fahrzeuge attackiert worden. Der gesuchte heute 21-Jährige habe aber im anderen gesessen. Diesem hätten sich der Angeklagte und der Unbekannte dann zugewandt und den Mann zum Aussteigen zwingen wollen. Der berichtete, Angst bekommen zu haben und versuchte wegzufahren. Die Fahrt endete jedoch im Graben.

Täter teilen sich das gefundene Marihuana

Ob dann oder vorher die Autoscheibe mit einem Radkreuz zertrümmert wurde, blieb offen. Ein weiterer Fahrzeuginsasse konnte jedoch den Schilderungen nach fliehen, der Fahrer musste sich auf den Boden setzen.

Anschließend durchsuchte der Angeklagte eigenen Angaben zufolge das Auto und fand unter anderem 200 Gramm Marihuana, das sich die beiden Täter teilten. Zu den Drogen machte der Geschädigte keine Angaben. Er behauptete aber, mit dem jungen Mann aus dem Jugendclub, der den Angeklagten und den Mittäter zum Parkplatz lotste, keine Verabredung gehabt zu haben, wohl aber mit den Insassen des anderen 
Autos, um sich zum Computerspielen zu treffen, was diese bestätigten.

Der Beifahrer des mutmaßlichen Dealers dagegen machte zum Grund des Treffens von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, was er hat, würde er sich einer Straftat bezichtigen, was Computerspielen bekanntlich nicht ist.

  •  Die Verhandlung wird am Freitag, 26. Oktober, in Saal 101 des Landgerichts fortgesetzt.

von Heiko Krause