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Hinterland Zündeleien oder Löschversuche?
Landkreis Hinterland Zündeleien oder Löschversuche?
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16:38 17.12.2020
Das Feuerwehrgerätehaus Friedensdorf bleibt bei den Dautphetaler Gemeindevertretern ein Thema. Quelle: Archivfoto: Christian Röder
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Buchenau

Von fünf Anträgen der CDU-Fraktion, die am Montagabend den Gemeindevertretern Dautphetals zur Entscheidung vorlagen, war derjenige, der sich um den Bau von Feuerwehrgerätehäusern in Friedensdorf und Dautphe drehte, der mit den längsten Redebeiträgen. Das lag unter anderem daran, dass Fraktionschef Dr. Horst Falk vehement für den Antrag warb.

Der Christdemokrat spielte zu Beginn auf die Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses für einen Änderungsantrag der Fraktionen von Freien Wählern (FW) und SPD an, der mit Sachpolitik „nichts zu tun hat“. Die Sitzung sei auch in einem Klima verlaufen, das „nicht dem Handbuch der Harmonielehre von Bürgermeister Schmidt entspricht“. Der in der Holzhäuser Wehr engagierte Feuerwehrmann monierte, dass der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Friedensdorf „keine breite Zustimmung“ finde.

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Schließlich zog Dr. Falk mit dem offenbar oft geäußerten „niemand hat die Absicht, die beiden Feuerwehren zusammenzulegen“ einen Vergleich mit einem berühmten Zitat des damaligen Staatsratsvorsitzenden der DDR Walter Ulbricht, als es um den bevorstehenden Mauerbau ging. Deshalb wolle die CDU mit ihrem Antrag „heute klarstellen, wer was will“. Die CDU stehe zu den Ortsteil-Wehren und wolle die Aktiven und deren Angehörige schützen. Damit meinte Dr. Falk die erforderliche Schwarz-/Weiß-Trennung zwischen kontaminiertem und reinen Bereich in den Gerätehäusern. Der Handlungsbedarf sei vorhanden, man wolle deshalb das Prüfen, Planen und Überlegen forcieren. Fest stehe, dass ein Umbau in Friedensdorf mit dem Denkmalschutz vereinbar sei, es aber laut Baugutachten sehr schwierig und kostenintensiv werde. Deshalb sei „da, wo es im Bestand nicht geht“ der Bau eines neuen Gerätehauses erforderlich, was die Gemeinde im Übrigen seit ihrem Bestehen noch nicht gemacht habe.

CDU stimmt gegen Antrag

Die Erwiderung gab der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten. Die SPD wolle vollen Einsatz für die Feuerwehrleute bringen, den diese ja ebenso leisten, sagte Joachim Ciliox. Aber dies wolle man gemeinsam und in der richtigen Reihenfolge erreichen. Er verstehe nicht, weshalb der CDU-Fraktionschef immer die Eigenständigkeit betone, sagte der SPD-Fraktionschef: „Darum geht es hier nicht.“ Das Friedensdorfer Haus sei nicht mehr zu sanieren. „Für das Geld – 1,2 bis 1,5 Millionen Euro – können wir ein neues bauen“, sagte Ciliox und deshalb wolle man die Pläne sehen. Gegen die Stimmen der CDU-Fraktion führten FW und SPD den Änderungsantrag zum Erfolg. Dieser sieht vor:

den Stand der Planung für das Feuerwehrgerätehaus Friedensdorf bis zur nächsten Gemeindevertretersitzung zu präsentieren;

den Stand der Planung für das Feuerwehrgerätehaus Dautphe bis zur nächsten Gemeindevertretersitzung zu präsentieren;

die Planungen fortzuführen – in enger Koordination mit dem Wehrführerausschuss und unter Berücksichtigung des noch fertigzustellenden Bedarfs- und Entwicklungsplanes der Wehren Dautphetals und einen Zeitplan zur Umsetzung vorzustellen;

die Kosten Planen und Bauen sowie die Fördermöglichkeiten zu ermitteln.

Von Gianfranco Fain