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Hinterland Ziel: Lastwagen aus Hommertshausen verbannen
Landkreis Hinterland Ziel: Lastwagen aus Hommertshausen verbannen
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15:58 26.02.2021
Am 2. Februar verlor ein Lastwagen in einer Kurve in Hommertshausen zwei 25 Tonnen schwere Betonplatten. Das war der zweite Unfall, der wegen mangelhaft gesicherter Ladung entstand. Schon im November 2019 kam deshalb ein Muldenkipper von der Straße ab und rammte die Fachwerkkirche des Dautphetaler Ortsteils.
Am 2. Februar verlor ein Lastwagen in einer Kurve in Hommertshausen zwei 25 Tonnen schwere Betonplatten. Das war der zweite Unfall, der wegen mangelhaft gesicherter Ladung entstand. Schon im November 2019 kam deshalb ein Muldenkipper von der Straße ab und rammte die Fachwerkkirche des Dautphetaler Ortsteils. Quelle: Nadine Weigel
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Hommertshausen

„Wenn immer wieder was passiert und nichts gemacht wird, ist das Maß irgendwann voll.“ Dieser Satz des Sozialdemokraten Joachim Ciliox beschreibt, weshalb die Hommertshäuser verärgert sind und alle Fraktionen der Dautphetaler Gemeindevertretung seit Montagabend (22. Februar) Veränderungen fordern, damit die Verkehrssicherheit auf der Landesstraße 3042 in Hommertshausen verbessert wird. Anlass sind die beiden Unfälle mit Lastwagen, die sich am 11. November 2019 und jetzt am 2. Februar ereigneten.

Vor 16 Monaten rammte ein Muldenkipper die kleine Fachwerkkirche, als der Lastwagen von der Landesstraße abkam, Anfang dieses Monats verlor ein Tieflader in einer Kurve Betonteile. In beiden Fällen kamen die Transportfahrzeuge aus Niedereisenhausen, in beiden Fällen war die Ladung laut Polizeibericht nicht ausreichend gesichert. Anfang dieses Monats seien ein Teil der Spanngurte, die die 25 Tonnen schweren Betonteile hielten, abgenutzt gewesen, hieß es von Polizisten an der Unfallstelle.

Häufige gefährliche Situationen

Einige Gemeindevertreter beschrieben, dass es in Hommertshausen häufig zu gefährlichen Situationen komme. Am Tag der Sitzung ereignete sich morgens ein erneuter Unfall, bei dem es bei einem Blechschaden blieb. In derselben Unfallkurve kollidierte ein Bus mit einem entgegenkommenden Fahrzeug, berichtete Holm Müller. „Kurz vor dem Unfall am 2. Februar bin ich hinter einem Lastwagen gefahren, der aus Richtung Niedereisenhausen kam und beim Durchfahren der Verkehrsinsel am Ortseingang gefährlich hin und her wankte“, schilderte Müller.

Und vor längerer Zeit kam ihm auf der Gefällstrecke aus Richtung Steffenberg ein Lastwagen entgegen, dessen Bremsen qualmten, ergänzte der Vertreter der Freien Wähler. Ob der Beinah-Katastrophen fordern die drei Dautphetaler Fraktionen, kurzfristig eine Verkehrsschau einzuberufen, an der neben Vertreter der Behörden auch die des Ortsbeirats Hommertshausen, der Fraktionen sowie Anlieger der Landesstraße teilnehmen können. Das Ziel sei es, die zulässige Geschwindigkeit für Lastwagen über 7,5 Tonnen auf 30 Kilometer pro Stunde zu beschränken.

Verkehrsschau geplant

Das sei die Minimalforderung, betonte Christdemokrat Armin Kolbe. Denn es sei lediglich Glück gewesen, dass bisher keine Menschen zu Schaden kamen, ergänzt der Hommertshäuser und meint: „Es wäre fahrlässig, weiter auf dieses Glück zu vertrauen und nichts zu unternehmen.“ Deshalb sollte eine Geschwindigkeitsbegrenzung durch einen stationären Blitzer kontrolliert werden. Das langfristige Ziel ist jedoch, die Ortsdurchfahrt für Lastwagen zu sperren, ergänzte der in Hommertshausen lebende Holm Müller.

SPD-Fraktionschef Ciliox betonte die Wichtigkeit einer Verkehrsschau, bei der auch über die Grenzen Hommertshausens hinaus zu schauen sei. Denn sein Wohnort sei zwar durch die beiden Unfälle im Fokus der Aufmerksamkeit, aber „es geht letztlich um alle Gefällstrecken – also zum Beispiel auch in Silberg und Friedensdorf von Damshausen kommend“.

Gemeinde seien die Hände gebunden

Bürgermeister Bernd Schmidt (FW) ging zu Beginn der Sitzung auf die Anfragen der drei Fraktionen ein, verdeutlichte aber gleich, dass der Gemeinde bei der L 3042 die Hände gebunden seien. Diese sei mindestens im Zuständigkeitsbereich des Landkreises, wahrscheinlich sogar eher beim Regierungspräsidium anzusiedeln.

Für dieses Jahr sei seit Langem eine Verkehrsschau in der Gemeinde geplant, bei der ein besonderes Augenmerk auf die Situation an der Landesstraße in Hommertshausen gelegt werden soll. Allerdings erwähnte der Bürgermeister auch, dass bei beiden Unfällen weder unangepasste Geschwindigkeit noch der Straßenzustand Auslöser für die Unglücke waren, sondern mangelhafte Ladungssicherung.

Von Gianfranco Fain