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Hinterland Wohnhaus erwirtschaftet Überschuss
Landkreis Hinterland Wohnhaus erwirtschaftet Überschuss
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18:12 06.02.2014
Von Astrid Schmidt
Das Haus benötigt weniger Energie, als es erzeugt. Bei der Zertifikatübergabe: Bürgermeister Jochen Kirchner (von links), Hausbesitzer Manuel Starke, Norbert Orth  vom Institut für Umweltenergie, 
Architekt Dieter Bartelmeß und dessen Sohn Philipp.Foto: Klaus Böttcher
Das Haus benötigt weniger Energie, als es erzeugt. Bei der Zertifikatübergabe: Bürgermeister Jochen Kirchner (von links), Hausbesitzer Manuel Starke, Norbert Orth vom Institut für Umweltenergie, Architekt Dieter Bartelmeß und dessen Sohn Philipp.Foto: Klaus Böttcher
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Marburg

Das erste „Effizienzhaus Plus“ in der Kirchhainer Straße Steinbachsgraben wurde jetzt durch das Institut für Umweltenergie (Ifu) zertifiziert, da es mehr Strom produziert als verbraucht.

Das Haus hat mit seiner Photovoltaikanlage und der speziellen Bauweise tatsächlich mehr Energie erzeugt als verbraucht wurde. So steht es mit folgenden Werten im Zertifikat für den bisherigen Zeitraum 2012/2013: Der Energieertrag der Photovoltaikanlage beläuft sich auf 8150 Kilowattstunden pro Jahr.

Verbraucht wurden durch Heizung, Lüftung Warmwasser und Haushaltsstrom in dem Zeitraum jedoch lediglich 6500 Kilowattstunden.

Somit bleibt ein Energieüberschuss von 1650 Kilowattstunden im Jahr, der vom Stromanbieter erstattet wird.

Das bestätigt auch der Hausbesitzer Manuel Starke und meint: „Durch Erfahrungswerte wird der Verbrauch noch geringer.“ Er wohnt mit seiner insgesamt vierköpfigen Familie seit Juni 2012 in dem Haus.

Doch wie kommt es zu dem Energieüberschuss? Das Haus speichert in seinen Bauteilen Energie, die dann für angenehmes Raumklima durch Strahlungswärme bei vollständiger Kohlendioxyd-Neutralität sorgt.

Bereits im ersten Bauschritt entsteht die Thermobodenplatte. Das bedeutet einerseits Dämmung zum Erdreich, andererseits wird die Bodenplatte zum Speicher für die Wärmeenergie in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage.

Wärmepumpen werden mit Photovoltaik kombiniert

Modernste Wärmepumpen und Lüftungstechnik nutzen den Photovoltaik-Strom zum Heizen, Lüften und zur Brauchwassererzeugung. „Energie erzeugen und speichern macht unabhängig von herkömmlichen, unaufhaltsam steigenden Energiekosten“, verspricht das Ifu.

Neben der Thermobodenplatte gehören die Betonwände in Verbindung mit Kalksandstein und Ziegelmauerwerk als passive Wärmespeicher zum „Effizienzhaus Plus“.

Die verwendeten Thermo-Solarfenster haben bei hohem solaren Energiegewinn minimale Wärmeverluste.

Im Obergeschoss werden Steildachelemente mit optimaler Dämmung als selbsttragende Elemente verwendet, auf die dann die Photovoltaikanlage montiert wird.

Manuel Starke zieht ein positives Fazit nach eineinhalb Jahren. „Wir haben ein angenehmes Klima, benötigen keinen Kamin und keine Heizkörper.“

Er schränkt jedoch ein: „Man kann natürlich nicht hergehen, einfach hochdrehen und eine Stunde später habe ich zwei Grad mehr im Zimmer. Man muss vorausschauend heizen.“

Das ist für ihn kein Problem, der tägliche Blick auf die Wetter-App hilft ihm, die Heizung zu steuern. Und der Bauherr weiß: „Oben bei der Fußbodenheizung im Estrich heizt sich das Haus schneller auf als unten, wo der Beton ist.“ Starke bestätigt auch die Aussage der Ifu, dass die Baukosten nicht höher seien als bei anderen Häusern.

Moderate Baukosten

Er habe verglichen und lag meist zehn Prozent unter den Kosten von Fertighäusern oder konventionellen Massivbauten. Seinen Nachbarn hat Manuel Starke von dem Konzept überzeugt: Er hat ebenfalls ein Energieeffizienzhaus gebaut. Dieter Bartelmeß und sein Sohn Philipp haben sich mit ihrem Architektur- und Ingenieurbüro dieser Bauweise verschrieben und schon einige Häuser im Kreisgebiet gebaut.

von Klaus Böttcher

Gianfranco Fain 04.02.2014
Gianfranco Fain 04.02.2014