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Hinterland Gewerbepark: Verkauf weckt Lust auf mehr
Landkreis Hinterland Gewerbepark: Verkauf weckt Lust auf mehr
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16:27 06.11.2019
Von der Kreisstraße 115 aus könnte eine neue Straße zum ersten Gebäude den Verkehr von und zum Gewerbepark aus Mornshausen heraushalten. Quelle: Gianfranco Fain
Gladenbach

Bemerkenswert sind nicht nur die jüngsten Verkaufserfolge, die Geschäftsführer Lars Plitt am Dienstag (5. November) verkündete, sondern auch die Schlüsse, die aus seiner letzten Äußerung des Geschäftsberichts folgen. Plitt sagte: „Nach den erfolgreichen Verkaufsverhandlungen über die vier Flurstücke wurde bisher kein Kontakt zu den Firmen am Standort Behringwerke hergestellt, da keine Flächenpotenziale mehr im Bereich des IGS bestehen, mit denen sich eine Bewerbung lohnen würde.“

Das bedeutet: Der in drei Bauabschnitten konzipierte Interkommunale Gewerbepark Salzbödetal (IGS) ist bis auf kleine Restflächen vermarktet. Und der Vorstand des IGS denkt über eine Erweiterung in den nächsten Jahren nach, über die dann die Verbandsversammlung befinden müsste. Das bestätigten die Bürgermeister Georg Gaul (Lohra) und sein Bad Endbacher Kollege Julian Schweitzer der OP. Am Gewerbepark beteiligt ist auch die Stadt Gladenbach.

Einer Vergrößerung der IGS-Flächen könnte auch zu einer neue Anbindung des Gewerbegebiets vom Gelände bei der Firma Scheld aus bis an die Kreisstraße 115 führen. Dadurch würden der Gladenbacher Stadtteil Mornshausen und auch Lohra vom Schwerlastverkehr entlastet. Dieser steuert das Gewerbegebiet an oder verlässt es, um zur Bundesstraße 255 und über diese in wenigen Minuten zur B 3-Anschlussstelle zu gelangen.

Entschieden werden müsste in diesem Zusammenhang auch, ob eine Erweiterung durch die drei beteiligten Kommunen in Eigenregie, also ohne Hilfe der Hessischen Landgesellschaft (HLG) erfolgen soll. Es gebe dann unter anderem zwar keine Förderung, der Vorteil wäre aber, dass man nicht mehr an die Vergabekriterien der HLG gebunden wäre. An der Fördermittelschädlichkeit scheiterten einige Verkäufe.

Auslöser dieser Überlegungen wird nicht zuletzt der Abschluss eines Verkaufs von vier Grundstücken an ein Unternehmen sein, den Plitt, der Hauptamtsleiter der Gemeindeverwaltung in Lohra ist, am Dienstag bekannt gab. Die bisher in der Gemeinde Cölbe ansässige­ Firma will vorerst auf zwei Grundstücken eine Produktionsstätte mit Büro­räumen für die Herstellung von ­„integrierten Gesundheitslösungen“ errichten. Die beiden weiteren Grundstücke dienen für die nächsten drei Jahre als Erweiterungsoption. Es handelt sich um eine Gesamtfläche von rund 13.930 Quadratmetern, für schon bezahlte rund 128.000 Euro plus rund 80.730 Euro für die Optionsflächen.

Barth und Michel begrünen Hänge und bauen 2020

Somit verfügt der Gewerbepark laut Plitt nur noch über drei größere Flächen, für die es auch schon Interessenten gab, obwohl sie eine starke Hanglage aufweisen, sowie einige Grundstücke von 3.000 bis 4.000 Quadratmetern. Für den Verkauf zweier weiterer Grundstücke von rund 1.000 beziehungsweise­ 3.700 Quadratmetern steht der Abschluss noch aus.

Weiterhin verkündete Plitt, dass auf dem Grundstück der Firma Michel die endgültige Höhe der Auffüllung erreicht ist. Da sich mit dem Verkauf der Grundstücke an das Cölber Unternehmen Michels Kaufabsicht zerschlagen hat, werde­ die Firma die geplante Halle­ für Betonteile nun im nächsten Jahr errichten. Zudem werden das viel kritisierte Aussehen der Böschung durch eine Begrünung aufgewertet. Gleiches gilt für das Grundstück der Firma Barth, dessen Auffüllhöhe ebenfalls erreicht ist. Auch dort soll im nächsten Jahr mit dem Bau einer Produktionsstätte für Gabionen begonnen werden.

Plitt verkündete noch, dass der seit langem gewünschte Verkehrsspiegel in den nächsten Tagen montiert wird und das Bieterverfahren für das Umstellen der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik noch laufe.

Zum angeregten installieren von Photovoltaik-Anlagen auf Restflächen gab es Ortstermine mit drei Bietern. Zwei prüfen, die Nutzung der Regenrückhaltebecken einzubeziehen, wozu die Zustimmung des Zweckverbands Mittelhessische Abwasserwerke noch aussteht. Zugleich werde auch erwogen, mehrere Ladestationen für Elektrofahrzeuge im Gewerbepark aufzustellen.

von Gianfranco Fain