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Hinterland Investor setzt auf Info-Märkte
Landkreis Hinterland Investor setzt auf Info-Märkte
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17:59 25.08.2020
Über seine Pläne für einen Windpark im Hinterland will der Investor aus Cuxhaven interessierte Bürger informieren. Archivfoto: Jan Woitas/dpa
Über seine Pläne für einen Windpark im Hinterland will der Investor aus Cuxhaven interessierte Bürger informieren. Quelle: Jan Woitas/dpa/Archiv
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Gladenbach

Windenergie ist eines der Themen, die stark polarisieren. Während die einen angesichts dramatischer Meldungen über den Zustand der Natur auf umweltverträgliche Energieformen setzen, stimmen die anderen dem vielleicht grundsätzlich zu, wollen aber keine Windräder vor der eigenen Haustür und verweisen auf deren Begleiterscheinungen.

Die sechs Windräder, die im Grenzgebiet von Gladenbach und Dautphetal errichtet werden sollen, sind ähnlich umstritten wie vergleichbare Projekte. Die Investorengruppe Pure New Energy AG (PNE) aus Cuxhaven plant einen Windpark zwischen Diedenshausen, Sinkershausen, Bellnhausen und Herzhausen.

Nun werden die Bürger informiert – und das erwarten diese bereits sehnsüchtig. Denn: Geplanter Baubeginn ist im November kommenden Jahres. 2022 sollen die 240 Meter hohen Anlagen ans Stromnetz angeschlossen werden. Bereits jetzt ist der Gegenwind eine steife Brise.

Während einer Bürgerversammlung in Diedenshausen wurden unter Einwohnern des Gladenbacher Stadtteils kritische Stimmen laut. „Das Ganze wird nicht ohne Widerstand ablaufen“, äußerte beispielsweise Patrick Naumann, Vorsitzender der örtlichen Jagdgenossenschaft. Und Kai Schmidt vom Ortsbeirat forderte Fakten und Transparenz bei der Planung der Anlage.

Dautphetal stellt keine eigenen Flächen bereit

Diese Forderung stellt auch die Bürgerinitiative Holzhausen. Reinhold Leinweber, Vorsitzender der Dautphetaler Gruppe, merkte im Mai an, die Begriffe Bürgernähe, Transparenz und Akzeptanz seien offenbar lediglich Plattitüden. Ein Grund für den Unmut der Bürger: Zwar hat die PNE AG die nötigen organisatorischen und politischen Schritte hinter sich gebracht. Gutachten wurden erstellt, die Kommunalpolitik ins Boot geholt.

In Sachen Bürgerbeteiligung – ein wichtiger Teil des Genehmigungsverfahrens – hatte der Investor aus Norddeutschland jedoch ein Problem: die Corona-Pandemie. Gladenbachs Parlamentarier fassten im Mai 2017 mehrheitlich den Grundsatzbeschluss, dass auch künftig auf städtischen Flächen Windräder gebaut werden können, und gaben im November 2018 grünes Licht für Verhandlungen mit Investoren. Die politischen Vertreter von Dautphetal sprachen sich 2017 einstimmig dagegen aus, weitere kommunale Grundstücke für Windkraftanlagen zur Verfügung zu stellen. Die PNE AG kann aber auf private Flächen zurückgreifen.

Die im Frühjahr geplanten Info-Veranstaltungen in Stadt und Gemeinde fanden wegen Corona nicht statt. Als Alternative ging der Projektierer ins Internet: Auf der Online-Plattform des Bürgerforums Energieland Hessen wurde eine Präsentation mit Lageplan veröffentlicht.

Teilnehmerzahl ist wegen Pandemie begrenzt

Per digitalem Formular hatten die Bürger die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Seinerzeit kündigten beide Kommunen und die PNE AG an, öffentliche Informationsveranstaltungen im Spätsommer nachzuholen. Nun ist es soweit: In Gladenbach und Dautphetal bietet der Investor je einen so genannten Info-Markt an.

Am Donnerstag, 3. September, von 15 bis 20 Uhr findet die Veranstaltung im Gladenbacher Haus des Gastes (Karl-Waldschmidt-Straße 5) statt. Am Samstag, 5. September, von 11 bis 16 Uhr geht der Info-Markt in der Hinterlandhalle Dautphetal über die Bühne. „Der Info-Markt soll Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit bieten, ihre Fragen in Bezug auf Klimaschutz und Windenergieausbau im direkten Austausch mit Expertinnen und Experten zu klären“, so die Veranstalter.

Von Markus Engelhardt

Anmeldung

Wichtig: In beiden Fällen ist die Teilnehmerzahl wegen der Corona-Pandemie auf jeweils 250 Personen begrenzt. Eine Teilnahme ist daher nur nach schriftlicher Anmeldung möglich: online auf  www.energieland.hessen.de/Gladenbach beziehungsweise  www.energieland.hessen.de/Dautphetal oder alternativ vor Ort.