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Hinterland Wie das Gelände wieder aufleben soll
Landkreis Hinterland Wie das Gelände wieder aufleben soll
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22:00 18.11.2020
Die ehemaligen Gleise vor dem Bahnhofsgebäude sind nun freigeräumt und lassen die Größe des städtischen Areals erahnen. Quelle: Gianfranco Fain
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Gladenbach

Die beiden parteilosen Kandidaten für die Bürgermeister-Stichwahl am Sonntag (22. November), Peter Kremer und Robert Wolfgram, verraten ihre Ideen für das Gladenbacher Bahnhofsgelände.

Peter Kremer: Kinder statt Tender

Das Bahnhofsgebäude in Gladenbach stand bereits seit einem Vierteljahrhundert leer und konnte keiner sinnvollen Nutzung zugeführt werden. Erst in den letzten beiden Jahren wurden entsprechende Nutzungskonzepte vorgelegt, die eine ansprechende und für Gladenbach werthaltige Nutzung des ehrwürdigen Gebäudes versprachen. Leider haben sich seit März 2019 zwei sehr konkrete Verhandlungen aufgrund behördlicher Vorgaben einerseits und finanziellen Risiken (erschwert im Frühjahr durch Corona) andererseits nicht verwirklichen können. Zeitgleich mit der zweiten Absage verdichteten sich Probleme im Bereich der Kinderbetreuung: Zu wenig KiTa-Plätze in Gladenbach, der Bedarf schoss in die Höhe. Ein Neubau? Aber wo? Da kam mir urplötzlich die Idee, das eine Problem vielleicht mit dem anderen Problem zu lösen. Die Fachleute der Verwaltung habe ich gefragt: Gibt es einen einzigen Grund, den Bahnhof nicht als Kindertagesstätte zu nutzen? Keine Antworten. Alle fanden die Idee sofort gut.

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Auch der Gladenbacher Kommunalpolitik, die bereits auf der Suche nach Neubaustandorten in der Kernstadt war, habe ich die Frage gestellt: Bitte bezieht mal die Sanierung des Bestandsgebäudes und eine Neubauerweiterung (insgesamt 5 Gruppen) mit in eure Überlegungen ein. Die ersten Antworten erreichten mich noch im Sommerurlaub. Die Politik konnte sich mit der Idee sehr gut anfreunden. Aber ist eine solche Sanierung überhaupt möglich? Spielt denn da der Denkmalschutz mit? Und was soll das alles kosten? Erste Antworten können bereits gegeben werden: Wir haben eine Architektin mit der Prüfung beauftragt. Die kam zu einem positiven Ergebnis. Und auch die grob geschätzte Bausumme war in einem Bereich, den ich mir so vorgestellt hatte. Sogar etwas weniger. Ein erstes Sondierungsgespräch mit dem Denkmalschutz verlief ebenfalls positiv. Es sieht also nun alles danach aus, dass der Bahnhof seinen Dornröschenschlaf nach 25 Jahren beenden kann und dort wieder so richtig viel Leben einzieht. Keine Tender, sondern Kinder lautet dann die Devise.

Robert Wolfgram: Für einen Ideenwettbewerb

Seit über 25 Jahren steht nun der ehemalige Gladenbacher Bahnhof leer. Viel zu lange, und nicht nur das Gebäude befindet sich in einem kaputten und heruntergekommenen Zustand, sondern auch das ganze Gelände ist zugewachsen, verwildert und leider auch verdreckt. Auch hier bleibe ich meiner Vorgehensweise und Denke treu; ich allein habe mit Sicherheit nicht die besten Ideen. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir einen Ideenwettbewerb dafür ausschreiben, welche Vorschläge und Gedanken aus der Bevölkerung da sind, und dass wir konstruktiv an einem Plan arbeiten, was mit dem fast 9 000 Quadratmeter großen Areal passieren kann.

Ich hatte in einem vorherigen Bericht schon beschrieben, dass hierbei zu berücksichtigen ist, wie die angedachte Kindertagesstätte mit Parkmöglichkeiten mit Integration des alten Bahnhofsgebäudes einzubinden ist. Des Weiteren ist es möglich, auch bei der diskutierten Reaktivierung der Salzbödebahn eine gastronomische Anlaufstelle für Speisen und Getränke zu realisieren und dabei den Radweg vernünftig mit einzubinden. Dann noch die Chance, die Busstrecke zwischen Gladenbach und Weidenhausen mit einer weiteren Bushaltestelle über das Gewerbegebiet mit Zwischenstopp am Bahnhof anzubinden. Kann hier auch ein Haus der Vereine entstehen? Welchen Bedarf haben wir in unserer Stadt? Danach gehen für mich die weiteren Planungen. Das Gelände kann auch gut für Freizeitaktivitäten genutzt werden. Ein schöner großer Abenteuerspielplatz für kleine bis große Kinder bietet sich auch an, wenn dort eine Kindertagesstätte entsteht. Es ist gut erreichbar und sehr ruhig gelegen. Wenn ich noch zurückdenke, welche Strecken wir früher als Kinder mit dem Fahrrad in die unterschiedlichen Stadtteile zurückgelegt haben!

Wichtig ist, dass auf jeden Fall das Gelände endlich wieder genutzt wird und nicht brach liegt. Ich hoffe auf viele großartige, konstruktive Ideen aller Bürgerinnen und Bürger. Seien Sie ein Teil und gestalten Sie mit Ihren Ideen mit.

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