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Hinterland Wald wird gelichtet
Landkreis Hinterland Wald wird gelichtet
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15:00 08.11.2019
Entlang dieses Fußweges wird sich ab nächster Woche die Silhouette des Waldes komplett verändern. Viele der Bäume im Wald werden zur Sicherheit für die Fußgänger bald nicht mehr stehen. Quelle: Silke Pfeifer-Sternke
Gladenbach

Der Stadtwald rutscht weiter in die Miesen. Zu dem für 2020 geplanten Defizit von 41.000 Euro kommen in diesem Jahr nach einer groben Schätzung weitere 10.000 Euro hinzu. Das Geld wird benötigt, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen.

Ab Montag, 11. November, sollen abgestorbene und absterbende Bäume entlang des Fußweges vom Verdi-Bildungszentrum bis zur Reithalle gefällt werden. Die Kosten dafür will Kämmerer Peter Kremer (parteilos) als Überplanmäßige Ausgabe etatisieren. „Die Silhouette verändert sich“, erklärte Kremer. Wer den Fußweg läuft, sieht an vielen Bäumen eine rote Markierung. Diese Bäume werden gefällt, weil das Totholz die Fußgänger gefährden könnte.

Auf dem gut 800 Meter langen Fußweg werde im Wald „aufgeräumt“, sagte Kremer. Grund für die notwendige Baumfällung sind die Trockenjahre 2018 und 2019. Außer Fichten, die zum Großteil von Borkenkäfern befallen sind und deshalb gefällt werden müssen, seien zunehmend Schäden an Buchen, Kiefern, Ahorn und Eichen sichtbar.

Trockene Äste stellen eine Gefahr dar

Wie erkennt man kranke oder abgestorbene Bäume? Wenn die Baumkrone bereits kahl ist, ist die Hälfte des Baums zerstört. Hat der Baumstamm zudem viele dunkle Flecken, ist die Rinde rissig und blättert teilweise ab, ist der Baum so gut wie tot. Ein abgestorbener Baum ist daran zu erkennen, dass Schädlinge zum Teil schon wieder ausgezogen sind. Insbesondere die trockenen Äste beim Laubholz stellen eine Gefahr dar.

Hessen Forst wird ein Unternehmen beauftragen, das in den bebauten Abschnitten bis 30 Meter tief in den Wald die kranken und toten Bäume fällen soll. In dem restlichen Abschnitt entlang des Fußweges werden die Arbeiten bis 15 Meter tief in den Wald ausgeführt.

Da für die Baumfällarbeiten erhebliche Kosten auf die Stadt zukommen, schlägt Hessen Forst vor, die verwertbaren Eichen aufzuarbeiten und zu vermarkten. Es wird erwartet, dass zumindest ein geringer Erlös zurück in die Stadtkasse fließt. Geplant wird mit 500 bis 1.000 Euro. Das übrige Holz, das derzeit nicht zu vermarkten ist, soll später gehackt und verwertet werden.

Dies könnte nach Auffassung von Kremer kostenneutral sein, wenn die Hackschnitzel unentgeltlich überlassen werden. Damit die Gladenbacher über die umfangreichen Baumfällungen informiert sind, empfiehlt Hessen Forst das Aufstellen von Warnschildern. Dies soll auch erfolgen.

von Silke Pfeifer-Sternke