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Hinterland Letzter Konvoi 2021 fährt Geschenke
Landkreis Hinterland Letzter Konvoi 2021 fährt Geschenke
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16:12 17.11.2021
Im Rahmen einer kleinen Feier vor der Schmiede übergaben die Weifenbacher Ralf Kalabis-Schick (Sechster von rechts) den Erlös aus dem Spendenbasar für die Flutopfer.
Im Rahmen einer kleinen Feier vor der Schmiede übergaben die Weifenbacher Ralf Kalabis-Schick (Sechster von rechts) den Erlös aus dem Spendenbasar für die Flutopfer. Quelle: Foto: Sascha Valentin
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Weifenbach

Das Weifenbacher Team, das den Spendenbasar Ende September zugunsten der Flutopfer im Ahrtal organisiert hat, hat dessen Erlös nun Ralf Kalabis-Schick übergeben. Bei dem Fest waren 14 400 Euro zusammengekommen.

„Als ich die Bilder und Videos an diesem Tag gesehen habe, habe ich nur gedacht: Weifenbach, das ist doch das kleine Dörfchen hinter Biedenkopf. Was ist denn da los?“, erinnert sich Kalabis-Schick. Eine solche Resonanz auf das eher spontan organisierte Fest hätte er ebenso wenig erwartet, wie die Veranstalter selbst. „Wir wurden total überrascht und hatten niemals mit einem solchen Besuch gerechnet“, bestätigt auch Katja Theofel-Miss, die die Idee zu dem Spendenbasar hatte. Ebenso unglaublich wie der Besucherandrang fiel denn auch die erzielte Spendensumme aus. 14 400 Euro innerhalb eines Tages – das sei schon eine Marke, betont sie.

Das Geld will Kalabis-Schick in den nächsten zwei bis drei Wochen persönlich in die Flutgebiete im Ahrtal bringen, um es dort an Menschen zu verteilen, die es besonders nötig haben. „Mein ursprünglicher Gedanke, als das alles anfing, war ja, den Betroffenen schnell und unbürokratisch zu helfen“, erzählt der Trucker. Leider sei das manchmal schwierig, gibt er zu. „Es ist schon vorgekommen, dass Leute Geld bekommen haben und sie dann später mitgeteilt bekamen, dass sie darauf keinen Anspruch hätten, weil sie versichert seien“, erzählt er. Deswegen werde er das Geld nun selbst vor Ort verteilen.

600 Lkw mit Hilfslieferungen

Darüber hinaus ist für den 4. Dezember ein erneuter Konvoi in die Katastrophengebiete geplant, der neben Waschmaschinen, Trocknern und Kühlschränken auch Weihnachtsbäume und Geschenke für die Kinder mitführt. „Das wird dann aber auch der Abschluss für dieses Jahr sein“, betont Kalabis-Schick.

In den vergangenen 17 Wochen seit der Flut hat alleine er 600 Lkw mit Hilfslieferungen ins Ahrtal und die angrenzenden Gebiete geschickt. Das sei eine unglaubliche Menge an Gütern, die dort bewegt wurden, betont er.

Nun müssten aber auch die Helfer irgendwann einmal zur Ruhe kommen. Auf das Erreichte ist er dennoch stolz. „Es heißt immer, unsere Gesellschaft ist egoistischer geworden. Das mag sicherlich ein Stück weit stimmen. Aber das, was wir bewegt haben, zeigt auch, dass die Menschen in Notlagen immer noch zusammenstehen und sich helfen“, betont Ralf Kalabis-Schick. Dafür gebühre allen Spendern noch einmal ein riesiges Dankeschön.

Von Sascha Valentin