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Hinterland Was wird jetzt aus „El Niño“?
Landkreis Hinterland Was wird jetzt aus „El Niño“?
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11:00 19.12.2021
„El Nino“ ist in Schieflage geraten. Die Stadt Biedenkopf will die Figur demnächst aus der Lahn bergen und einlagern.
„El Nino“ ist in Schieflage geraten. Die Stadt Biedenkopf will die Figur demnächst aus der Lahn bergen und einlagern. Quelle: Foto: Sascha Valentin
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Biedenkopf

Was wird aus „El Niño“? Diese Frage beschäftigt den Biedenkopfer Ortsbeirat. Die Skulptur in der Lahn steht schon seit Monaten bedenklich schief. Jetzt hat die Stadt dem Ortsbeirat auf Nachfrage mitgeteilt, dass das Kunstobjekt abgebaut werden soll. Denn: Der Künstler Ubbo Enninga hatte seine Skulptur der Stadt vor Jahren nur als Dauerleihgabe überlassen. Und die Frist endet 2022.

Seit 2012 hockt „El Niño“ in der Lahn. Der bekannte, aus Biedenkopf stammende Bildhauer Ubbo Enninga hatte seine Skulptur der Stadt damals zur Verfügung gestellt. Zwischen dem Steg zur Bleiche und dem Wehr wurde sie mit Unterstützung der heimischen Firmen Banss und Scheld auf einer speziellen Unterkonstruktion installiert. Die Figur steht auf einem Schwimmkörper, für den zuvor ein Fundament in die Lahn eingelassen wurde. Der Schwimmkörper ist über ein Rohr mit dem Fundament verbunden und zudem mit Ketten am Fundament fixiert.

Skulptur hat seit

einiger Zeit Schlagseite

Seit einigen Monaten ist indes nicht zu übersehen, dass „El Niño“ deutlich Schlagseite hat. Auf Nachfrage des Ortsbeirats hat Wolfgang Müller, Leiter des städtischen Fachbereichs Freizeit, Erholung und Kultur, nun mitgeteilt, dass „El Niños“ Fundament vermutlich unterspült wurde, gekippt ist und die Figur deshalb in Schieflage geraten ist.

Eine Reparatur ist derzeit offenbar nicht vorgesehen. Denn Müller informiert den Ortsbeirat auch darüber, dass der Magistrat der Stadt beschlossen hat, die Skulptur zeitnah aus der Lahn zu bergen und bis auf Weiteres einzulagern. Dass das noch nicht geschehen ist, liegt laut Müller daran, dass der Stadt zur Bergung noch wasserrechtliche Genehmigungen fehlen.

Als Grund für die geplante Einlagerung der Figur verweist Müller darauf, dass die Dauerleihgabe im kommenden Jahr endet. Was das bedeutet, hat nun Ortsvorsteher Heinz Olbert (BB) im Ortsbeirat erläutert. „Die Stadt muss jetzt entscheiden, ob sie das Kunstwerk kauft“, so Olbert. Andernfalls müsse Biedenkopf die geliehene Skulptur an den Künstler zurückgeben.

Dass die Stadt das Kunstwerk aktuell nicht kaufen könne, machte daraufhin Uwe Plack (FDP) deutlich. Wie fast alle anderen Kernstadt-Ortsbeiratsmitglieder gehört Plack nicht nur dem Ortsbeirat an, sondern ist auch Mitglied im Stadtparlament.

Im Rahmen der internen Abstimmungsgespräche zum Haushalt 2022 sei auch der Ankauf „El Niños“ Thema gewesen, sagte Plack. Aufgrund der schwierigen Haushaltslage hätten die Fraktionen aber keine Möglichkeit gesehen, das nötige Geld für die Skulptur im Etat bereitzustellen. Laut Plack ging es um einen fünfstelligen Betrag.

2022 steht kein Geld für

den Ankauf zur Verfügung

Dass der Stadt im Moment das Geld für die Skulptur fehlt, stellte auch im Kernstadt-Ortsbeirat niemand infrage. Zugleich würde das Gremium es aber sehr bedauern, wenn die Stadt „El Niño“ zurückgeben müsste. „Das ist ein total schönes Objekt und eine Sehenswürdigkeit. Es wäre schade, wenn er weg wäre“, sagte Gabriele Liebetrau (BB).

Sie äußerte die Hoffnung, dass heimische Firmen als Sponsoren gewonnen werden können. Einen ersten Kontakt habe sie dazu schon geknüpft. Allerdings könne es schwierig werden, die gesamte Summe über Sponsoren zusammenzubekommen. Aber den Versuch wäre es wert, so Liebetrau. Der Ortsbeirat will nun Rücksprache mit der Stadt halten, wie es aus Sicht des Magistrats mit „El Niño“ weitergehen könnte und ob die Stadt Sponsoren sucht.

Von Susan Abbe