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Hinterland Fotomarathon rund um Bad Endbach
Landkreis Hinterland Fotomarathon rund um Bad Endbach
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15:11 09.11.2020
Die bunten Blätter der Wälder und der herbstliche Charme der Landschaft verliehen der Wanderung ein besonderes Flair. Quelle: Foto: Valentin
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Bad Endbach

Hunderte Menschen, die sich aus einem halben Dutzend Reisebusse mit Stöcken und Rucksäcken über den ausgeschilderten Weg ergießen – das ist in normalen Jahren das typische Bild beim Bad Endbacher Wandermarathon. Doch weil 2020 kein normales Jahr ist, sah auch der Wandermarathon ganz anders aus.

„Es gab tatsächlich auch Überlegungen, ihn komplett ausfallen zu lassen“, verriet Cheforganisator Andreas Müller von den Landschaftsführern. Doch das wäre die letzte aller möglichen Optionen gewesen.

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Stattdessen ließ sich Müller von anderen Wandervereinen inspirieren, die ihre Veranstaltung teilweise ins Internet verlegt hatten. „Statt der Anmeldung vor Ort und einem bestimmten Termin haben sie den Wanderern die Möglichkeit geboten, sich über das Internet anzumelden, dort die GPS-Daten für die Wanderstrecke runterzuladen und diese in einem vorgegebenen Zeitraum zu absolvieren“, erklärte Müller.

Genau so haben es die Endbacher auch gemacht: Bis zum vergangenen Wochenende hatten die Teilnehmer Zeit, eine der beiden Strecken abzulaufen – entweder die 42-Kilometer-Marathonwanderung oder den knapp 24 Kilometer langen Halbmarathon.

„Die Entscheidung es so zu machen, war auf jeden Fall richtig“, sagte Müller nach Ablauf der Zwei-Wochen-Frist. Allein 250 Wanderer hatten sich vorab angemeldet. Und die Veranstalter gehen davon aus, dass es durchaus noch mal so viele sein könnten, die die Wege ohne Anmeldung gelaufen sind.

„Wir sind die Wege zweimal abgelaufen und immer Leuten begegnet, die sich über das Angebot gefreut und uns gedankt haben“, erzählte Müller.

Start und Ziel beider Strecken war das KSF-Zentrum in Bad Endbach, wo am Vormittag des 31. Oktobers ein gutes Dutzend Autos vermuten ließ, dass auch an diesem Tag wieder einige Wanderer unterwegs waren. Den Verlauf der Strecke hatten Müller und die Landschaftsführer so gewählt, dass „der Anspruch nicht ganz so hoch war“. Mit gerade einmal 380 Höhenmetern, die beim Halbmarathon überwunden werden mussten, verlief der Weg weitgehend eben oder nur über leichte Steigungen. Durch den „Enwuch“ ging es zunächst hinauf Richtung Günterod und von dort auf den Pfaden der Extratour „Viertälerweg“ hinunter nach Niederweidbach, das allerdings nur an der rechten Seite gestreift wurde.

Wer sich dort einen Blick auf den Aartalsee erhofft hatte, wurde enttäuscht. Stattdessen ging es weiter nach Roßbach, wo auf halber Strecke auf den Bänken bei der „Dicken Eiche“ nicht nur eine Rast eingelegt werden konnte, sondern ebenso ein Foto-Shooting angesagt war.

Weil die Teilnehmer am Wandermarathon auch in diesem besonderen Jahr eine Urkunde erhalten sollen und es keine Kontrollstellen gab, hatten die Landschaftsführer zwei Fotopunkte festgelegt, von denen die Wanderer ­ihnen jeweils eine Aufnahme per E-Mail schicken mussten. Das erste Bild musste die „Alte Eiche“ oberhalb Roßbachs zeigen, die so manchem Wanderer Respekt eingeflößt haben dürfte. Denn dem knorrigen Koloss stehen die Erlebnisse der vergangenen Jahrhunderte förmlich in die Rinde geschrieben.

Zwischen Oberweidbach und Rodenhausen führte die Halbmarathonstrecke schließlich Richtung Weidenhausen, bog dort allerdings am Tretbecken zur Waldmühle ab und verlief dann neben der ehemaligen Bahntrasse zurück nach Bad Endbach, wo erneut die Handys und Fotoapparate gezückt werden mussten. Als Motiv hatten die Landschaftsführer dort das Viadukt am Ortseingang ausgewählt.

Wer sich für die Marathonstrecke entschieden hatte, der legte ab Roßbach noch einen Schlenker über Weipoltshausen, Altenvers und die „Erdhäuser Koppe“ ein, bevor er vor Weidenhausen wieder auf den gemeinsamen Weg stieß und die restlichen vier Kilometer bis zum Ausgangspunkt in Angriff nahm.

Beide Touren sollen auf der Seite www.wandermarathon-badendbach.de weiter abrufbar bleiben, versprach Andreas Müller, sodass interessierte Wanderer sie auch weiterhin ablaufen können. Nur eine Urkunde oder gar einen Preis, wie sie unter den Teilnehmern vor zwei Wochen verlost wurden, werde es dann keine mehr geben.

Von Sascha Valentin

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