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Hinterland Fünf Stunden Vollgas
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16:58 29.08.2021
Die Vorfreude auf das Mofa-Rennen am 4. September ist Theresa Müller, Janina Ortmüller und Madeleine Berthel anzusehen. Zum Team der „Rasehasen“ des KKMSH gehört auch noch Kim Haarmann.
Die Vorfreude auf das Mofa-Rennen am 4. September ist Theresa Müller, Janina Ortmüller und Madeleine Berthel anzusehen. Zum Team der „Rasehasen“ des KKMSH gehört auch noch Kim Haarmann. Quelle: Michael Tietz
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Rüchenbach

Die Zitterpartie hat ein Ende, nun ist es amtlich: Die zwölfte Auflage des Mofarennens „Rüchenbach 300“ darf gestartet werden. Der gastgebende Verein „Klein Kaliber Motorsport Hinterland“ (KKMSH) erwartet dazu am ersten September-Wochenende mehr als 40 Teams aus vielen Teilen Deutschlands. Nach dem fünfstündigen Spektakel auf dem Acker gibt es noch vier Stunden Livemusik.

„Holt eure Mopeds aus der Garage und startet die Motoren! Die Genehmigung ist da!“, verkünden die Organisatoren stolz auf ihrer Facebook-Seite.

Im Vorjahr mussten die Mofafreunde ihr beliebtes Rennen auf dem Stoppelacker am Ortsrand wenige Tage vor dem geplanten Start wegen der Pandemie absagen. Nun kann es unter den aktuellen Corona-Vorgaben stattfinden.

Wie schon im Vorjahr erarbeitete der Vereinsvorstand dafür ein mehrseitiges Hygienekonzept. Da es sich bei dem Rennen einschließlich der After-Show-Party um eine Freiluft-Veranstaltung handelt, können sich nach derzeitigem Stand bis zu 1 500 ungeimpfte Teilnehmer auf dem Gelände tummeln. Liegt der Inzidenz-Grenzwert sieben Tage in Folge über 50, dürfen nur noch 500 ungeimpfte Besucher, Fahrer und Helfer in Rüchenbach dabei sein. Eine Einlasskontrolle wird es am Renntag auf jeden Fall geben.

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir den Zuschauern wieder eine tolle Veranstaltung bieten können. Alle sollen ihren Spaß haben – natürlich auch die Fahrer. Jetzt hoffen wir nur noch auf gutes Wetter“, erzählt Dennis Stöfhas vom KKMSH. „Schnell, spektakulär, staubig“ – dieses Motto soll am 4. September gelten. Auf eine Schlammschlacht, wie es sie 2017 und auch zum Auftakt des bisher letzten Rennens 2019 gab, würden vor allem die Piloten gerne verzichten.

Ein Berg Arbeit liegt noch vor dem Helferteam des Motorsportvereins. Gefordert sind jetzt vor allem die Streckenbauer. Am Wochenende begannen sie damit, den Rundkurs nahe der Bundesstraße 255 zu präparieren.

Beim ersten Arbeitseinsatz kam der Traktor zum Einsatz. Nachdem der Boden abgezogen ist, wird schweres Gerät aufgefahren. Die Firma Michel stellt den Mofafahrern einen Acht-Tonnen-Bagger zur Verfügung, mit dem die knapp ein Kilometer lange Strecke in Form gebracht wird. „Sprung und Steilwandkurve werden auf jeden Fall wieder dabei sein“, verspricht Stöfhas.

Einige organisatorische Dinge müssen ebenfalls noch erledigt werden. Dazu gehört die Sponsorensuche. Ein Selbstläufer scheint dagegen das erhoffte starke Starterfeld zu sein. Mittlerweile haben sich 38 Teams angemeldet. Sie tragen so illustre Namen wie „Die dicken Sauerländer“, „2TaktTerror“, „Warmduscher“ und „Zeugen des Mofas“.

Die Gastgeber machen sich auch Hoffnung auf einen der Siegerpokale in den verschiedenen Klassen. Mit der Startnummer 1 gehen die Lokalmatadore Dennis Stöfhas, Tim Heuser und Julian Ortmüller ins Rennen. Die Farben des KKMSH halten außerdem die „Rasehasen“, das sind Madeleine Berthel, Theresa Müller, Janina Ortmüller und Kim Haarmann, hoch.

Alle Teams eint die Faszination für die rasanten und robusten Zweitakter. Um in Rüchenbach starten zu können, nehmen einige Mofafahrer und ihre Mechaniker Anreisen von bis zu 600 Kilometern in Kauf. Die Enthusiasten kommen aus dem Berchtesgadener Land, aus dem Schwarzwald, aus Niedersachsen, Köln, dem Münsterland und dem Westerwald. Aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf haben sich bisher zwölf Formationen eingeschrieben. „Wir rechnen mit etwa 45 Teams“, berichtet Stöfhas.

Schalldämpfer ist Pflicht

Auf dem Siegerpodest würden sie natürlich alle gerne stehen. „Aber hier geht es vor allem um den Spaß – und darum, durchzuhalten“, betont der Organisator. Denn erst nach fünf Stunden senkt sich die Zielflagge. Wer dann die meisten Runden gedreht hat, wird zum Sieger des „Rüchenbach 300“ gekürt. Die Crew von „Mittelhessen Racing“ schaffte vor zwei Jahren 227 Umläufe.

Mitmachen kann grundsätzlich jedes einspurige Fahrzeug bis 53 Kubikzentimeter Hubraum – mit Ausnahme von Kindercrosser und Pocket Bikes. Es gibt drei Wertungen: neben der Serien- und der Spezialklasse auch die Fußrastenklasse. Darunter fallen zum Beispiel Roller, Mokicks, Puchs und Mofas mit abgeschnittener Pedalwelle. Jedes Team darf während des Rennens nur ein Fahrgestell einsetzen, ein Ersatz-Mofa ist nicht erlaubt. Jedes Fahrzeug muss mit einer Auspuffanlage mit Schalldämpfer ausgerüstet sein, die Lautstärke darf den Wert von 85 Dezibel nicht überschreiten. Pro Team dürfen maximal vier Fahrer antreten, die mindestens 14 Jahre alt sein müssen. Die Startgebühr beträgt 65 Euro. Eröffnet wird das Rennen mit einem klassischen Le-Mans-Start: Die Fahrer laufen zu ihren Mofas, springen auf und geben Vollgas.

Zum Rahmenprogramm gehört am Samstagmittag ein halbstündiges Kindercrossrennen. Dazu dürfen Maschinen mit bis zu 65 Kubikzentimeter Hubraum eingesetzt werden. „Alle Kinder können mitmachen – für die Besten gibt es am Ende sogar Pokale“, verspricht Stöfhas.

Bei der After-Show-Party steht die Band „The Rockabilly Roosters“ auf der Bühne. Sie bringt Rock’n’Roll-Hits von Elvis, Klassiker von Creedence Clearwater Revival, Country-Musik und aktuelle Songs mit, die die vier Musiker ganz nach ihrem Stil gestalten.

Zeitplan

Für die zwölfte Auflage des Rennens „Rüchenbach 300“ hat der Verein „Klein Kaliber Motorsport Hinterland“ ein zweitägiges Programm vorbereitet.

Freitag, 3. September: Die ersten Teams reisen an.
17 Uhr: Start zum ersten freien Training.

Samstag, 4. September:
Ab 8 Uhr: Abnahme der Mofas und freies Training bis 10 Uhr. 10.45 Uhr: Start zum Kindercrossrennen.
11.20 Uhr: Fahrerbesprechung zum Hauptrennen.
12 Uhr: Le-Mans-Start zum Hauptrennen.
17 Uhr: Ende des Rennens.
18 Uhr: Siegerehrung.
19 Uhr: After-Show-Party mit der Band „The Rockabilly Roosters“.

Von Michael Tietz

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