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Hinterland Von Gönnern in die Hessenschau
Landkreis Hinterland Von Gönnern in die Hessenschau
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09:57 19.11.2020
Die neue Hessenschau-Moderatorin Hülya Deyneli stammt aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf. Quelle: Foto: HR
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Frankfurt

Zum Fernsehen wollte Hülya Deyneli schon als Kind. „Ich habe mit meinem Vater oft zusammen Nachrichten geschaut. Das hat mich total fasziniert.“ Damals, zu Hause in Gönnern. Nun ist sie ein wichtiger Teil der Nachrichten: Seit 16. November moderiert Hülya Deyneli die Hessenschau im HR-Fernsehen.

Ganz unbekannt ist ihr Gesicht regelmäßigen Fernsehzuschauern nicht: Sei einem Jahr hat sie schon den Nachrichtenblock der Hessenschau gesprochen, nun wird sie im Wechsel mit drei Kollegen das Gesicht der gesamten halben Stunde sein, Interviews führen und Beiträge ankündigen.

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Neugierig war sie schon als Kind, konnte zum Beispiel die Namen aller deutschen Ministerpräsidenten aufzählen – eine wichtige Voraussetzung für den Journalistenjob. Aufgewachsen ist Hülya Deyneli in Gönnern, hat dort die Grundschule besucht und 1998 an der Lahntalschule in Biedenkopf das Abitur bestanden.

Dann, mit 19, zog es sie in die Welt: Ein Semester lang studierte sie Soziologie und Pädagogik in Darmstadt, „was aber gar nichts für mich war.“ Sie wechselte nach Marburg, studierte Medienwissenschaften und Amerikanistik, war ein Semester in den USA und ging für das Hauptstudium nach Mainz.

Der HR suchte Moderatorin und lud sie zum Casting ein

Erste Praktika führten sie zum ZDF, nach Studienende war sie Reporterin bei Rhein-Main-TV, danach acht Jahre lang bei RTL Hessen, bis vergangenes Jahr der Hessische Rundfunk auf sie zukam. „Die haben eine neue Moderatorin für die Nachrichten und die Kurzausgaben der Hessenschau gesucht und mich zum Casting eingeladen.“

Sie bekam den Job – und darf nach einem Jahr nun die Hauptsendung moderieren. Ein journalistischer Ritterschlag? „Absolut“, sagt Hülya Deyneli. Die Sendung ist eine Institution, seit 60 Jahren: „Eine Marke, die für die Nachrichten in Hessen steht.“

Ihr Zuhause ist längst Frankfurt. „Ich liebe die Großstadt, aber wenn mich jemand fragt, wo ich herkomme, dann sage ich: aus Gönnern. Das ist meine Heimat“, sagt Hülya Deyneli – wenngleich viele mit der Ortsbezeichnung nichts anfangen könnten. „Ich erkläre dann die Nähe zu Marburg und Biedenkopf, das ist den Leuten eher ein Begriff.“ Sie fühlt sich wohl in der Großstadt, kommt aber auch gern ins Hinterland. „Ich weiß das Dörfliche zu schätzen. Die Ruhe, die Entspanntheit“ – ob beim Spaziergang im Wald oder beim gemütlichen Kaffeetrinken im Garten.

„Werde oft angesprochen, weil jeder jeden kennt“

Einmal im Monat versucht sie, die Familie in Gönnern zu besuchen. „Da kommt man ein bisschen runter vom ganzen Großstadtstress. Jeder kennt jeden, das ist total nett.“ Freundschaften von früher haben sich im Laufe der Jahre verlaufen, „es ist einfach schon ewig lange her.“ Auch in Marburg ist sie häufiger, dort lebt ihre Schwester.

Aber natürlich wird sie erkannt, wenn sie zu Hause ist. Das sei schon vor ihrer Arbeit beim HR so gewesen. „Ich werde oft angesprochen, weil einfach jeder jeden kennt. Seit der Hessenschau hat das aber zugenommen, auch meine Mama bekommt oft Nachrichten.“ Ihre Familie lebt seit 40 Jahren dort.

Ab dieser Woche dürfte Deynelis Bekanntheitsgrad noch ein bisschen steigen. Dann ändert sich auch der Arbeitsalltag. Als Moderatorin liest sie nicht nur Texte ab. Morgens nimmt sie an der Konferenz teil – derzeit nur telefonisch –, auf der die Themen für die Sendung festgelegt werden. Dann bereitet sie sich vor, recherchiert zu den Themen, überlegt sich die Anmoderation der Beiträge. Schließlich sollen die Zuschauer neugierig werden. Ähnlich ist es bei Studiogesprächen. Vor der Sendung geht es in die Maske, um 18.45 Uhr geht es ins Studio. Die Livesendung wird dann kurz durchgeprobt.

Wenn sie erstmals moderiert, wird sie ein wenig aufgeregter sein als üblich: „Es ist Routine, dass ich in der Hessenschau bin. Aber anders ist es insofern, dass ich durch die gesamte Sendung führe. Man steht mehr im Fokus und natürlich ist das dann aufregender.“ Bei der Hessenschau arbeitet sie mit erfahrenen Kollegen wie Kristin Gesang oder Andreas Hieke zusammen. „Es ist ein tolles Team und sehr kollegial. Man hat mich von Anfang an fantastisch aufgenommen.“

Die „Hessenschau“ ist täglich von 19.30 bis 20 Uhr im hr-Fernsehen zu sehen. Hülya Deyneli moderiert im Wechsel mit Kristin Gesang, Andreas Hieke und Daniel Johé.

Von Mark Adel

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