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Hinterland Kneippverein will Barfußpfad im Kurpark
Landkreis Hinterland Kneippverein will Barfußpfad im Kurpark
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15:59 26.07.2019
Eine alte Minigolfanlage in Gladenbach möchte der Kneippverein mit Unterstützung der Stadt und Verdi zu einem Barfußpfad umgestalten. Quelle: Andrea Warnecke
Gladenbach

Wo einst kleine Bälle in Löcher rollten, könnten Besucher bald unterschiedliche Reize auf ihren nackten Sohlen spüren. Mit einem entsprechenden Antrag des Kneippvereins beschäftigte sich nun der Ortsbeirat Gladenbach. Dieser zielt darauf ab, ein neues Erlebnis für die Sinne zu schaffen. „Wir würden gerne einen Barfußpfad im Kurpark anlegen, allerdings fehlen uns dazu die finanziellen Mittel“, erklärte Walter Jakowetz, Vorsitzender des Kneippvereins, während der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats.

Einen Kooperationspartner haben die Initiatoren bereits: das Verdi-Bildungszentrum. Zu der Einrichtung gehört eine in die Jahre gekommene Minigolf-Anlage mit zwölf Bahnen. Diese befinden sich frei zugänglich im Georg-Ludwig-Hartig-Park, nur ­einen Steinwurf entfernt vom Tretbecken, das vom Kneippverein betreut wird.

Kosten für Sanierung der Minigolfanlage: 35.000 Euro

„Die Minigolfanlage­ wird nicht mehr genutzt“, berichtete Jako­wetz. Um diese wieder flott zu machen, seien rund 35.000 Euro nötig. Diese Kosten seien dem Eigentümer aber zu hoch, sagte Jakowetz. Deshalb schwebt Kneippverein und Verdi eine neue Nutzung vor. Erste Details dazu haben beide in der vergangenen Woche ausgehandelt.

Verdi würde nach ­Angaben von Jakowetz die Minigolfanlage für den Barfußpfad zur Verfügung stellen. Die Bahnen sollen als Untergrund für verschiedene Beläge wie Holz, Kiesel, Sand, Rindenmulch und Lehm dienen. Dazu müssten vorher die alten ­Metall-Elemente entfernt beziehungsweise mit Holz abgedeckt werden. Zwischen den Erlebnisbeeten befindet sich Rasen. Ein rund 500 Meter langer Rundweg könnte so als Barfußpfad angelegt werden.

Kneippverein und Verdi arbeiten bereits bei einer anderen Gesundheitsaktion zusammen. An einem Abend in der Woche bietet der Verein allen interessierten Gästen des Bildungszentrums die Möglichkeit, das Tret- und Armbecken im Park unter Anleitung zu nutzen. Die Teilnehmer bekommen dann auch Tipps zu kneippschen Wasser-Anwendungen. „Dabei ist die Idee geboren, ein neues Angebot im Kurpark zu schaffen“, ­erklärte Jakowetz.

In der Nachbargemeinde Bad Endbach gibt es bereits einen 550 Meter langen Barfußpfad. Den haben sich die Gladenbacher Kneippfreunde genau angeschaut und waren sehr angetan von der Anlage. „So etwas würden wir gerne auch in Gladenbach realisieren, jetzt hängt es an der Finanzierung“, sagte Jakowetz.

Etwa 10.000 Euro, so seine Schätzung, würde der Umbau der Minigolfbahnen zu einem Trainingsparcours für nackte Füße kosten. Und genau dort könnte auch der Ortsbeirat Gladenbach ins Spiel kommen. Der Kneippverein fragte nun an, ob das Gremium aus seinen Verfügungsmitteln 5.000 Euro für das Projekt bereitstellen würde.

Die Umbauarbeiten würden laut Jakowetz der städtische Bauhof übernehmen. Dafür stellt die Kommune einen Stundenlohn von 35 Euro in Rechnung. Für die Pflege der Anlage stehe künftig der Hausmeister des Verdi-Bildungszentrums bereit.

Ein klares Ja zur finanziellen Unterstützung kam von Ortsbeiratsmitglied Stefan Runzheimer. Er verwies darauf, dass der Ortsbeirat auch schon die Hälfte der Kosten für eine neue Sitzgarnitur an der MGV-Hütte übernommen habe. Von einem „grundsätzlichen Ja“ sprach Robby Jahnke. „Wünschenswert wäre allerdings vor unserer Abstimmung eine Skizze dazu, wie man sich eine solche Anlage mit den verschiedenen Elementen im Detail vorstellt“, merkte Jahnke an.

Einen solchen Entwurf forderte auch Edmund Zimmermann. „Gleichwohl sollten wir die Idee unterstützen, ein Barfußpfad würde den gesamten Bereich massiv aufwerten“, sagte er. Das unterstrich auch Insa Willms: „Es macht eine Riesenfreude, ­einen Barfußpfad zu nutzen. Das ist ein tolles Erlebnis für Kinder und Erwachsene.“

Projekt könnte im Haushalt 2020 landen

Ortsvorsteher Hans-Bernhard Schwarz sprach von einer „guten Sache“, mahnte aber „fundierte Unterlagen“ an. Dazu würden Informationen zur Bauausführung und zu den geplanten Vereinbarungen mit Verdi sowie auch ein Kostenvoranschlag gehören. Diese Unterlagen sagte Jakowetz dem Ortsbeirat zu. Das Gremium will sich in seiner nächsten Sitzung erneut mit dem Thema befassen. Möglich wäre auch, dass der Ortsbeirat die 5.000 Euro auf seine „Wunschliste“ für den städtischen Haushalt 2020 setzt.

von Michael Tietz