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Hinterland Kita-Sanierung fliegt von Tagesordnung
Landkreis Hinterland Kita-Sanierung fliegt von Tagesordnung
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15:52 07.11.2019
Die evangelische Kirche will das Gebäude des Kindergartens in Mornshausen sanieren. Über die Schäden wollen sich die Ausschussmitglieder vor der Freigabe der kalkulierten Kosten für die Stadt von 351.000 Euro vor Ort informieren. Quelle: Silke Pfeifer-Sternke
Gladenbach

In der heutigen (7. November) Stadtverordnetenversammlung soll der Tagesordnungspunkt zur Sanierung des Kindergartens in Mornshausen von der Tagesordnung genommen werden. Die von der evangelischen Kirche veranschlagten Kosten in Höhe von einer halben Million Euro eröffnete auch bei den Mitgliedern im Hauptausschuss am Dienstagabend ein breites Spektrum an Fragen.

Schließlich muss die Stadt laut dem Kindergartenbetriebsvertrag 60 Prozent der Kosten tragen (351.000 Euro). Das Planungsbüro sieht für das Gebäude dringenden Handlungsbedarf. Das Dach sowie die Fassade des fast 50 Jahre alte Gebäudes müssen dringend saniert werden. Helmut Brück (FW) ist zwar kein Mitglied im Hauptausschuss, hat sich dort aber trotzdem zu Wort gemeldet.

Seiner Einschätzung nach sei die Kostenaufstellung des Planungsbüros aus Wettenberg zu hoch. Um genau diesen Punkt mit den verantwortlichen Planern zu erörtern, findet am Dienstag, 26. November, um 18 Uhr ein Treffen statt, bei dem es um die Klärung zur Kostenaufstellung geht.

Zimmermann: Wir wollen nicht Katze im Sack kaufen

„Wir wollen, dass die Kinder optimale Bedingungen haben, aber wir wollen nicht die Katze im Sack kaufen“, sagte Edmund Zimmermann (Die Grünen). Es sei nur recht und billig nachzufragen, um zu verstehen, welche Sanierungsmaßnahmen notwendig sind. Danach könne man sich besser mit dem Thema auseinandersetzen, sagte Zimmermann.

Noch ein weiteres Kindergarten-Thema beschäftigte die Mitglieder im Hauptausschuss: die Erhöhung der Betreuungspauschale des Landes Hessen. Ab Januar 2020 zahlt das Land pro Kind und Monat 2,71 Euro mehr. Dieser Betrag soll nach dem Willen der Ausschüsse an die Eltern weitergegeben werden. Somit reduziert sich der Kostenbetrag in der Betreuung der Kinder über drei Jahren ab Januar im Modul 2 auf 8,79 Euro und im Modul 3 auf 31,69.

Seit die Kinderbetreuung in den ersten sechs Stunden kostenfrei ist, hat sich auch das Anmeldeverhalten geändert – so wie in den Vorgesprächen prognostiziert. Viele Eltern haben ihre Kinder ganztags im Kindergarten angemeldet. Die Zahl der Kinder in der Ganztagsbetreuung stieg von 160 auf 215 Kinder. Die Anzahl der Kinder, die nur vormittags betreut werden sank von 135 auf 90.

Auch die Zahl der Kinder, die über Mittag im Kindergarten bleiben, reduzierte sich um 10 Kinder. Durch diese Anmeldeverhalten erhöhe sich auch der Bedarf an Kindergartenplätzen. Für die Kernstadt müsse überlegt werden, ob Flächen dazugemietet werden oder ob ein Neubau errichtet wird. Auch für Weidenhausen müsse eine andere Lösung angestrebt werden, erklärte Bürgermeister Peter Kremer (parteilos).

Stadtverordnete tagen heute in Mornshausen

Und er klagte: „Die Kommune muss immer mehr aufbringen, für die Betreuung der Kinder“. „Das Defizit wird immer größer“, ergänzte ­Roland Petri (SPD). Dem „Durchreichen“ der ­Erhöhung der Landesmittel stimmten die Ausschussmit­glieder zu. 

Anschließend wurde darüber gesprochen, dass das Land Hessen die Kommunen nicht im Stich lassen darf – vor allem deshalb nicht, weil die vom Land beschlossene Kostenbefreiung­ ursächlich für den Kostenzuwachs durch das veränderte Anmeldeverhalten ist.

Diskussionsbedarf gab es auch bei der Vorlage zur Langzeitmiete eines Multicars für den Bauhof, die pro Jahr 20.000 Euro kosten soll. Der Neupreis des Fahrzeugs beträgt 100.000 Euro. Bei einer Mietdauer von fünf Jahren entschied sich der Ausschuss dafür, dass zur heutigen Stadtverordnetenversammlung ein Vergleichsangebot zum Kauf vorliegen soll, um eine Entscheidung zu treffen.

Die Stadtverordneten tagen am Donnerstag, 7. November,­ ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Mornshausen.

von Silke Pfeifer-Sternke