Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland Tausende verfolgen „Musikreiten“
Landkreis Hinterland Tausende verfolgen „Musikreiten“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:35 13.08.2019
Die Pferde, die ab Donnerstag beim Grenzgang zum Einsatz kommen, dürfen sich vom Knallen der Peitschen ebenso wenig beeindrucken lassen 
wie von großen Menschenmengen. Quelle: Hartmut Bünger
Biedenkopf

Wenn sich ab Donnerstagfrüh auf dem Marktplatz Tausende versammeln, die Wettläufer ihre Peitschen knallen lassen und ein Dutzend ­Kapellen musizieren, dann müssen die Pferde beinahe so gelassen sein wie ein indischer Yogi.

Genau das sollen sie schon vorab auf der „Bleiche“ unter Beweis stellen. Ein letzter großer Stresstest sozusagen.

Es ist kurz nach 11 Uhr am Sonntag als der Spielmannszug vor dem Aue-Stadion ankommt, angeführt von Mohr Willi Donges und den beiden Wettläufern Timo Hanikl und Steffen Roemer. Mit dem Säbel tanzt der Mohr des Grenzgangs 2019 – das Gesicht schwarz gefärbt – durch die Menschenmenge, die sich an diesem Morgen dort versammelt hat, um das Spektakel zu verfolgen. Applaus brandet auf.

Für die Tiere heißt es: Ruhe bewahren

Dann nimmt Komiteemitglied Jörg Michel das sprichwörtliche Zepter in die Hand und dirigiert die Pferde über den Festplatz. Zumindest über jene freie Fläche, die nach dem Aufbau des riesigen Festzeltes und dem Stellen der ersten Fahrgeschäfte noch geblieben ist.

Es gibt die erste Aufgabe für die Pferde und deren Reiter: gehen im Kreis und in Spiralform. Sie gehen einzeln und nebeneinander. Und sie stellen sich nebeneinander auf.

Mehr zum Grenzgang

Grenzgang schränkt Verkehr ein

Das Stadttor aus Styropor steht wieder

Meilenstein für Grenzsteinfetischisten

Bei all dem müssen die Tiere Ruhe bewahren – auch wenn der Spielmannszug am Rande des Festplatzes laut musiziert, die Wettläufer auf der grünen Wiese in rascher Folge laute Knallgeräusche erzeugen, die Burschenführer auf der Treppe des VfL-Vereinsheims lauthals rufen oder Bürgeroberst Jens Nassauer hoch zu Ross mit donnernder Stimme seine Befehle erteilt.

­Eine Stunde dauern die verschiedenen Übung. Doch damit ist die Veranstaltung noch lange nicht zu Ende.­ Offizielle und Amtsträger des Grenzgangsfestes 2019 bleiben, um sich fotografieren zu lassen. Denn jetzt ist noch Zeit dazu und die Sonne strahlt auch dazu.

Viele andere Freunde des Grenzgangs, wohl mehr als tausend, sind ja vor dem Aue-Stadion zusammengekommen, um schon einmal miteinander zu feiern.     

von Hartmut Bünger