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Hinterland Im Frühjahr rollt der Ball wieder
Landkreis Hinterland Im Frühjahr rollt der Ball wieder
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13:57 28.07.2020
Das mobile Bewässerungssystem ist auf dem neu eingesäten Rasenplatz in Sinkershausen im Dauereinsatz: Bürgermeister Peter Kremer (von rechts), SSV-Vorsitzender Hermann Koch, Markus Schneider von der Firma Hinterlang und Herbert Scheld vom SSV Allna-Ohetal sind zufrieden mit dem Stand der Arbeiten. Quelle: Michael Tietz
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Sinkershausen

Wildschweinsicher ist der neue Rasenplatz in Sinkershausen. Nun soll das Gras in Ruhe wachsen und gedeihen. Im Frühjahr 2021 wollen die Fußballer des SSV Allna-Ohetal dann wieder ihre Heimspiele an alter Wirkungsstätte austragen.

„Wir sind zufrieden mit den Arbeiten, ein paar Nachbesserungen sind noch nötig – aber es passt“, sagt Vereinsvorsitzender Hermann Koch beim Blick auf die neue Sportanlage. Fast 20 Monate ist es her, als eine Rotte Wildschweine den Rasenplatz in Sinkershausen verwüstete.

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Der 121 Mitglieder zählende Traditionsverein stand vor einer Herkulesaufgabe. Eine einfache Sanierung der Spielfläche war nicht mehr möglich. Deshalb mussten die Fußballfreunde einen sechsstelligen Betrag in den Neubau investieren.

Das Grobe ist geschafft. Die Arbeiten auf dem 1974 eingeweihten Sportgelände – dies war der erste Rasenplatz im Gladenbacher Stadtgebiet – liefen im August 2019 an. Die beauftragte Firma Hinterlang und das ehrenamtliche Bauteam des SSV Allna-Ohetal schufen einen komplett neuen Unterbau samt Drainage. Im Mai erfolgte schließlich die Einsaat. Parallel dazu installierten die Helfer des Vereins den stabilen Zaun rund um den Fußballplatz. Der soll eine weitere Wildschweinattacke verhindern.

„Das Wetter war nicht auf unserer Seite“

Für die rund 370 Meter lange Umgrenzung aus grünem Stabgitter hat der Verein auch eine Spendenaktion gestartet. „Supporter“ können sich ein 2,5 Meter langes Zaunfeld sichern – der Name des Sponsors wird dann auf einem kleinen Schild verewigt. „Einige wenige Felder hätten wir noch frei“, erklärt Hermann Koch mit einem Schmunzeln.

Unter erschwerten äußeren Bedingungen gingen die Bauarbeiten in Sinkershausen über die Bühne. „Das Wetter war nicht auf unserer Seite“, bilanziert Herbert Scheld. Zum Start machte die Hitze den Helfern zu schaffen, im Herbst sorgte Dauerregen für einen Baustopp. Zu dieser Zeit verlegten die Fußballfreunde gerade 1.100 Meter Drainagerohre. Die schweren Baufahrzeuge konnten aber nicht mehr auf den aufgeweichten Platz rollen.

Restarbeiten aufs Frühjahr verschoben

Im Winter warteten die SSV-Akteure dann vergeblich auf den Frost, um weitermachen zu können. Deshalb mussten die Restarbeiten an der Drainage aufs Frühjahr verschoben werden. Seitdem der Rasen eingesät ist, müssen die Grünpfleger gegen die Trockenheit ankämpfen. Die mobile Beregnungsanlage ist im Dauereinsatz. Bezahlt gemacht hat sich bereits der Bau der zwölf Kubikmeter fassenden Zisterne. Sie kann nun zur Bewässerung des Platzes genutzt werden. Zweimal pro Woche steht derzeit ein Mäheinsatz auf der 7.500 Quadratmeter großen Fläche an.

„Der Rasen muss an einigen Stellen noch ausgebessert werden“, stellt Hermann Koch beim Rundgang mit Bürgermeister Peter Kremer und Markus Schneider von der Firma Hinterlang fest. Die kleinen Mängel werden im Abnahmeprotokoll festgehalten. Wenn es das Wetter zulässt, wird die Baufirma die unerwünschten (Un-)Kräuter mit speziellem Maschineneinsatz entfernen. Im Moment ist der Boden dafür zu trocken.

Runzhausen bleibt Ausweichquartier

2.600 Arbeitsstunden haben die SSV-Akteure bereits in den neuen Rasenplatz investiert, weitere 600 werden laut Hermann Koch noch folgen. Die Ehrenamtlichen müssen noch den Zaun an der Seite zum Spielplatz aufstellen, die Ballfangnetze installieren und einen 330 Meter langen Handlauf anbringen, der künftig als Abtrennung zwischen Zuschauer und Spieler dient.

Die Verantwortlichen des SSV wollen dem neuen Grün nun ausreichend Ruhezeit geben. Erst im nächsten Frühjahr, so der Plan, soll in Sinkershausen wieder gekickt werden. Bis dahin nutzen die Fußballer weiterhin ihr Ausweichquartier in Runzhausen.

Der Sportverein kalkulierte zunächst mit Kosten von 188.000 Euro für den Neubau. Diese Summe erhöhte sich dann aber um rund 50.000 Euro.

Parlament genehmigte zwei Zuschüsse

Der Fußball-B-Ligist musste fast 18.000 Euro aufbringen, um den Hartplatz in Runzhausen für den Spielbetrieb herzurichten. Im ersten Finanzierungskonzept waren zudem einige notwendige Investitionen für den Rasenplatz nicht enthalten – unter anderem für Zisterne, Handlauf, Fangnetze und Tore.

„Unser Dank gilt den städtischen Gremien und dem Bürgermeister für die Unterstützung“, betont Hermann Koch. Die Kommune habe dem Verein von Anfang an hilfreich zur Seite gestanden. Das Parlament genehmigte zwei Zuschüsse über jeweils 20.000 Euro. Die gleiche Summe stellte die Kommune auch dem VfL Weidenhausen und dem SV „Kickers“ Erdhausen für deren Sportplatz-Projekte zur Verfügung.

„Vom Rasenplatz wird auch unsere neue Bambini-Gruppe profitieren“, freut sich Hermann Koch. Zwölf Kinder sind bereits für das Nachwuchsteam angemeldet worden.

Finanzierungsplan

Die Kosten für das Sportplatz-Projekt: 229.000 Euro. Die ursprüngliche Kalkulation belief sich auf 188.000 Euro. Zuschüsse auf der Grundlage: Land gibt 50.000 Euro, der Landkreis 18.125 Euro, die Stadt 20.000 Euro und der Landessportbund 6.465 Euro.

Der  Eigenanteil des SSV stieg auf 10.700 Euro. Die selbst erbrachten Arbeiten haben einen Wert von 37.900 Euro. Aus der Vereinskasse fließen 69.300 Euro – darunter mehr als 45.000 Euro Spenden.

Um die Finanzierungslücke von 27.000 Euro zu decken, hat der Sportverein einen Zuschuss über 20.000 Euro bei der Stadt beantragt.

Von Michael Tietz

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