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Hinterland Spendenlauf soll Aufrechnungsstreit beenden
Landkreis Hinterland Spendenlauf soll Aufrechnungsstreit beenden
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08:00 28.11.2020
Als die Baumaschinen bereitstanden, um am Rasenplatz weiterzuarbeiten, warteten der GSC und der TV noch auf eine Bürgschaftserklärung der Stadt für die fehlenden Summen. Über deren Abrechnung streiten die Vereine mit der Stadt seit Langem. Quelle: Foto: Peter Piplies
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Gladenbach

Seit Jahren entzweit ein Streit die Sportvereine GSC sowie TV und die Stadt Gladenbach. Es geht um von der Stadt zugesagte Leistungen des Bauhofes zur Sanierung der Sportanlagen am Großsportfeld. Die nicht erbrachten Leistungen sollten eine Art Zuschuss der Stadt zu den Bauprojekten der beiden Vereine am Großsportfeld sein.

Seit rund zwei Jahren fordern die Vereine das Verrechnen dieser nicht erbrachten Bauhofleistungen mit Vorschüssen, die die Stadt gewährte.

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Nun ergreifen zwei Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung die Initiative, um den seit Jahren schwelenden Konflikt zu beenden „mit einem für beide Seiten akzeptablen Ergebnis“. CDU und Grüne drängen auf eine Lösung im sogenannten Aufrechnungsstreit, indem sie zur Stadtverordnetenversammlung am 10. Dezember einen Antrag vorlegen.

Dieser entspricht einer schon im September im Ältestenrat unter den Fraktionsspitzen gefundenen Lösung. Diese sollte in der Sitzung der Stadtverordneten Anfang November beschlossen werden, doch zuvor kamen wieder Unstimmigkeiten unter den Fraktionen auf, weshalb der Magistrat keinen Beschlussvorschlag vorlegte.

Nun schlagen CDU und Grüne vor, dass

• der Magistrat mit den Verantwortlichen des GSC und des Turnvereins einen Vertrag zur Verrechnung der Zuschüsse mit den Bauhofleistungen schließt. Darin verpflichten sich die Vereine, einen Spendenlauf in der Stadt zu organisieren, den die Stadt organisatorisch unterstützt.

• Die Vereine lassen die Einnahmen aus dieser Veranstaltung den Kindertagesstätten der Stadt zu gleichen Teilen zukommen. Dies kommt der damaligen Verpflichtung der Vereine gleich, Eigenmittel einzuwerben.

• Die Verrechnung der Bauhofleistungen erfolgt erst nach dem Spendenlauf, der unmittelbar nach dem Ende der Corona-Pandemie stattfinden soll.

• Die Frist zum Zurückzahlen der gewährten Geldbeträge wird bis zum Spendenlauf verlängert und die Forderungen bis dahin zinslos gestundet.

• Nach dem Spendenlauf sind alle gegenseitigen Ansprüche abgegolten.

Aus Sicht von CDU und Grünen steht einer solchen vertraglichen Vereinbarung nichts im Wege, da die Vereine dem mit Bürgermeister Peter Kremer ausgehandelten Verhandlungsergebnis zustimmten. Deshalb könnten die Stadtverordneten dem gemeinsamen Antrag am 10. Dezember zustimmen. Dadurch erlangten die von der Corona-Pandemie gebeutelten beiden größten Gladenbacher Vereine Planungssicherheit für das nächste Jahr, und es werde eine Hängepartie vermieden, die zum Fristablauf am Jahresende in noch mehr Ärger münden würde.

In ihrer gemeinsamen Pressemitteilung äußern CDU- und Grünen-Fraktion abschließend die Hoffnung, dass „alle Fraktionen im Stadtparlament ihren Willen zur endgültigen Beilegung des „Aufrechnungsstreits“ bekräftigen und „zu der bereits getroffenen Vereinbarung stehen“.

Von Gianfranco Fain

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