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Hinterland Sparkasse baut Feuerwehrhaus für Gemeinde
Landkreis Hinterland Sparkasse baut Feuerwehrhaus für Gemeinde
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16:52 08.12.2019
Die Feuerwehrleute in Niederdieten erhalten ein neues Gerätehaus.  Quelle: Ina Tannert/Symbolfoto
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Niederdieten

Den Vertrag haben Breidenbachs Bürgermeister Christoph Felkl (SPD), der Erste Beigeordnete Jochen Stöcker (CDU) sowie Georg Weber von der Sparkasse unterschrieben. Auch die Grundstücksverträge seien unterschrieben worden, berichtete Felkl kürzlich im Gemeindeparlament. 

In Niederdieten sollen zwei nebeneinanderliegende Grundstücke bebaut werden. Derzeit stehe die Baugenehmigung noch aus, sagte Felkl. Wenn sie da ist und die Witterung es zulässt, könnte der erste Spatenstich im Januar erfolgen. Einziehen könnte die Wehr dann im Oktober.

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Felkl sprach von einem „weiteren Meilenstein, bis dahin war es ein durchaus anspruchsvoller Weg.“ Der Rathauschef spielte auf zahllose Sitzungen an, in denen über das Projekt gesprochen wurde. Hinzu kamen immer wieder Änderungen – doch nicht, weil die Sparkasse das Geschehen diktieren wollte, erklärte Sparkassen-Vorstand Andreas Bartsch im Gespräch mit der OP. „Das Konstrukt ist einzigartig – ich kenne keine Sparkasse oder Volksbank, die bisher ein Feuerwehrhaus in dieser Form finanziert hat. Das hat schon Modellcharakter“, ist sich Bartsch sicher.

Allerdings hätten sich im Zuge der Umsetzung zahlreiche steuerrechtliche und bilanzielle Fragen ergeben – nicht zuletzt durch die Sparkassen-Aufsichtsbehörde. „Deswegen mussten die Parameter mehrfach angepasst werden – immer in sauberer Abstimmung und offener Kommunikation mit der Gemeinde“, so Bartsch.

Die Umsetzung gehe auf eine Idee von Bürgermeisters Christoph Felkl (SPD) zurück, einen Investor das dringend notwendige Feuerwehrhaus bauen zu lassen.

Die Baukosten sollen demnach rund 1,6 Millionen Euro betragen. Die Sparkasse werde dabei als Investor auftreten und den Bau an die C+P Schlüsselfertiges Bauen GmbH & Co. KG aus Angelburg vergeben.

Insgesamt geht die Gemeinde Breidenbach laut Bürgermeister Felkl von 2,19 Millionen Euro aus. Hätte Breidenbach in Eigenregie gebaut, wären die Kosten ebenso hoch, allerdings hätte sich der Baubeginn verzögert. Nach der Fertigstellung des Baus mietet Breidenbach das Haus 25 Jahre lang von der Sparkasse und zahlt dafür monatlich 6 150 Euro. Der Neubau umfasst drei Garagen, eine davon für den bislang noch in Breidenbach stationierten Einsatzleitwagen. Hinzu kommen die üblichen Schulungsräume, Umkleiden und sanitäre Anlagen.

Das bisherige Gerätehaus ist zu klein: Zwei Fahrzeuge teilen sich eine Halle, dort sind zugleich die Spinde der Einsatzkräfte untergebracht. Das ist nicht mehr zulässig.

Und warum tritt die Sparkasse als Investor auf? „Um unseren Auftrag für die Region zu erfüllen“, sagt Bartsch. Feuerwehren seien „ganz besonders wichtig für uns alle und wir haben großen Respekt vor allen Feuerwehrleuten“. Die freiwilligen Feuerwehren seien ein Aushängeschild des gelebten Ehrenamtes. „Deshalb investieren wir sehr gerne in das Feuerwehrgerätehaus in Niederdieten und freuen uns, mit C+P ein heimisches Unternehmen gefunden zu haben, das baut.“

Bartsch sieht eine „Win-win-win-Situation“ für alle Beteiligten: „Für die Gemeinde Breidenbach ist es eine sinnvolle Lösung, für uns auch – und C+P als heimisches Unternehmen realisiert das Vorhaben. Das ist erfolgreiche regionale Zusammenarbeit in Reinform.“

Bartsch sieht die Zusammenarbeit in dieser Konstellation als Pilotprojekt – gibt es schon weitere Anfragen? „Nein, bisher noch nicht. Aber ich weiß, dass es durchaus Gemeinden gibt, die sich das mit Interesse anschauen.“ Nun gelte es aber zunächst einmal, das Projekt „durchzuziehen und fertigzubauen“, sagt der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende.

von Mark Adel und Andreas Schmidt

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