Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hinterland So war das Jahr als Kirschenkönigin
Landkreis Hinterland So war das Jahr als Kirschenkönigin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 22.06.2019
Am 29. Juni 2018 setzte Daniela Schneider ihrer Nachfolgerin Ann-Marie Runzheimer im Festzelt das Diadem der Gladenbacher ­Kirschenkönigin auf. Quelle: Thorsten Richter
Gladenbach

Eins steht für Ann-Marie Runzheimer fest: Gebe es keine Bewerberinnen für das Amt der Kirschenkönigin 2019, hätte sie sich zu einer weiteren Amtszeit bereit erklärt. Doch das Schicksal will es anders. Da es mit der 17-jährigen Sophia Krämer aus Mornshausen/S. bereits eine Kandidatin für die Kirschenkönigin-Wahl am 5. Juli gibt, endet die Amtszeit von Ann-Marie I. auch an diesem Abend, wenn sie ihrer Nachfolgerin die Korne aufsetzt.

Was ihr bleibt ist die Erinnerung an ein „wunderschönes, einzigartiges und unvergessliches Jahr“, dass direkt nach der Wahl mit dem Gang über den Kirschenmarkt begann. Seitdem reihte sich Termin an Termin, Auftritt an Auftritt, kam sie jedes Mal mit mehr Menschen in Kontakt. Dabei konnte sie es sich gar nicht vorstellen, vor „so vielen Menschen zu reden“, war ihr Gedanke, als sie als 21-Jährige beschloss zu kandidieren. Manche Freunde und Verwandte trauten ihr das auch nicht so Recht zu, weil sie so schüchtern und zurückhalten ist.
Doch Ann-Marie übte vor dem ersten Termin, machte sich gar einen Spickzettel, den sie dann doch nicht nutzte. „Ich habe einfach das gesagt, was ich in dem Moment dachte“, berichtete die Architektur-Studentin. Das ist auch der Tipp, den sie ihrer Nachfolgerin mitgeben kann: Einfach so sein, wie man ist und sich nicht verstellen.

Man dürfe ruhig aufgeregt sein, werde aber auch von Auftritt zu Auftritt sicherer. „Es ist ein Amt, in dem man wächst und das megaviel Spaß macht“, sagt Ann-Marie. Offener und selbstbewusster sei sie durch das Amt geworden und habe auch gelernt auf Menschen zuzugehen. Auch deshalb würde sie jeder zum Wagnis raten, sich zur Wahl zu bewerben.
Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr natürlich der erste Aufritt nach der Wahl – die Eröffnung der Ferienspiele 2018. Besonders schön fand sie die Termine mit Kindern: „Die bekommen strahlende Augen, freuen sich und laufen einem hinterher.“ Aber auch die Automobilausstellung hat ihr gefallen, und dass obwohl ihr Traumwagen „viel zu schnell für mich ist“.

Etwas besonderes war auch der Empfang des Ministerpräsidenten. Volker Bouffier erkundigte sich woher sie kommen und quittierte das Gladenbach-Mornshausen mit eine „kenn ich“. Allerdings sei dem Ministerpräsidenten nicht bekannt gewesen, wie lange es den ­Kirschenmarkt gibt. Dafür kenne er sich besser in Gießen aus, fragte welchen Weg sie zur Universität nimmt und gab Ratschläge.

Das Studentendasein kam ihr bei der Ausübung des Amtes entgegen, war sie so doch flexibel für Termine als Kirschenkönigin. Neben dem Gespräch mit dem Ministerpräsidenten fand Ann-Marie es auch interessant, sich mit den anderen hessischen „Hoheiten“ auszutauschen. Wie bei vielen Terminen war auch in Wiesbaden ihr Prinz Harry Köhn dabei.
Das Jahr ging für sie „viel zu schnell“ vorbei. Es kommt ihr „gefühlt wie vorgestern“ vor, sich beim Meet&Greet über das Amt erkundigt und während des Feuerwerks realisiert zu haben, die Kirschenkönigin 2018 zu sein.

Dieses Jahr wird sie den Kirschenmarkt wieder anders genießen und sich vielleicht in zwei oder drei Jahren erneut bewerben. Dann hofft sie, dass ihr ihre Mutter wieder „so schön die Haare macht“.

von Gianfranco Fain