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Hinterland Fußballer erhalten Finanzspritze
Landkreis Hinterland Fußballer erhalten Finanzspritze
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18:55 06.06.2020
Der Sportplatz in Sinkershausen gleicht einem Acker. Wildschweine haben den Platz auf der Suche nach Nahrung umgegraben. Quelle: Tobias Hirsch
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Sinkershausen

Ganz reibungslos fiel die Entscheidung über einen Zuschuss für die Fußballer des SSV Allna-Ohetal in der Stadtverordnetenversammlung nicht aus.

Vorneweg erklärte Margarethe Kuhrt von den Freien Wählern, einem weiteren Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro nicht zuzustimmen, denn: „Ich halte das nicht für eine Gleichbehandlung der Vereine.“ Die Richtlinie der Vereinsförderung sei außer Kraft, da könne man Geld nicht nach belieben verteilen.

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Ihr Fraktionskollege Klaus-Dieter Knierim sprach zwar von einem außergewöhnlichen Schaden und höherer Gewalt, aber es dürfe kein Präzedenzfall für andere Vereine geschaffen werden.

Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung votierten die Stadtverordneten mehrheitlich dafür, dem Verein einen weiteren Zuschuss zu gewähren. Das Geld wird im Haushaltsplan 2021 der Stadt vorgesehen, die Auszahlung erfolgt im selben Jahr.

Mitglieder bringen 2.200 Arbeitsstunden ein

Auslöser der Geldbedarfs war eine Wildschweinrotte, die in der Nacht zum 1. Dezember 2018 den Rasenplatz in Sinkershausen verwüstete. Schon wenige Tage danach gab es Gespräche des Führungsgremiums des Fußball-B-Ligisten mit Vertretern der Kommunalpolitik und der Sportverbände, um die Frage Sanierung oder Neubau zu klären.

Da der Platz nicht mehr ohne Weiteres herzurichten war, entschied sich der Vorstand für eine Erneuerung. Ein Finanzierungsplan ergab abzüglich von Zuschüssen Gesamtkosten in Höhe von 188.000 Euro.

1.500 Arbeitsstunden haben die ehrenamtlichen Bauhelfer bereits geleistet, um die Sportplätze in Sinkershausen und Runzhausen wieder in Schuss zu bringen. Nun fehlt allerdings Geld für einen erfolgreichen Abschluss des Projekts. Deshalb stellt der Sportverein einen weiteren Zuschussantrag bei der Stadt.

Zuschuss verringert Finanzierungslücke

Im September 2019 wurde der Oberboden abgetragen und die Helfer verlegten 1.100 Meter Drainagerohre. Zugleich richteten die SSV-Mitglieder den Hartplatz in Runzhausen her, um dort die Heimspiele auszutragen. Allein dies kostetet 17.400 Euro. Die Arbeiten am Rasenplatz zogen sich wegen der widrigen Witterung hin, mittlerweile sprießt aber schon das Gras. Dieses schützt künftig ein 370 Meter langer Zaun vor weiteren Wildschein-Besuchen. Bis dieser fertig ist, werden die Mitglieder noch rund 700 Stunden arbeiten.

Mit den 20.000 Euro der Stadt wollen die Fußballer die Finanzierungslücke von 27.000 Euro schließen. Die Mehrkosten entstanden, weil die einbetonierten Tore durch zwei neue ersetzt werden mussten. Es werden auch zwei Fangnetze gekauft und ein 330 Meter langer Handlauf angebracht, um Zuschauer und Spieler zu trennen. Eine zwölf Kubikmeter fassende Zisterne soll die Kosten der Bewässerung des Platzes mindern.

Von Gianfranco Fain

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